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Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Januar 2021

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    ||02|| Lohnt Gemüseanbau im Hausgarten?
Lohnt Gemüseanbau im Hausgarten?

Lohnt Gemüseanbau im Hausgarten?

Lohnt Gemüseanbau im Hausgarten?

Lohnt Gemüseanbau im Hausgarten?

Lohnt Gemüseanbau im Hausgarten?

 

Noch regiert Väterchen Frost. Ungeachtet dessen ist der Vorfrühling schon mit Siebenmeilenstiefeln unterwegs und das Gemüsejahr will z. B. mit der Bestellung ausgewählter, robuster und schmackhafter Sorten schon geplant werden. In diesem Kontext stellt sich für manchen die Frage, ob sich Gemüseanbau im Hausgarten überhaupt noch lohnt ?

Bevor man diese Frage beantwortet, sollte man einen sachlichen Blick auf verschiedene Aspekte werfen und dann selbst für sich entscheiden.

Was die monetären Argumente betrifft, wird man natürlich auch eine Auge auf die Preise werfen. Hier liegen zwischen Discounterpreisen und Preisen in Bioläden oft deutliche Unterschiede. Wer im Hausgarten auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und mineralische Dünger verzichtet, darf sein selbst angebautes Gemüse ohne Bedenken der Biosparte zurechnen und auch die dementsprechenden Preise zu Grunde legen, die gerechtfertigt sind. Bei einem Haushalt mit vier Personen kommt hier im Laufe eines langen Gemüsejahre schnell Einiges zusammen, was sich einsparen lässt.

Nicht umsonst heißt es: "Das Auge isst mit". Dass die optische Qualität von Salat oder Radies oder Gurken, die nur wenige Minuten vor dem Verzehr aus dem eigenen Garten geerntet wurden, eine ganz andere, als die über weite Strecken transportierter Ware ist, liegt auf der Hand. Man erntet beim Gemüseanbau im Hausgarten knackig frisches Gemüse, ohne Verlust an Geschmack und Vitaminen. Das sollte einem einiges Wert sein.

Wer im Gemüseanbau erfahren ist und weiß, wann, wo und wie lange man z.B. Gemüseschutznetze gegen Schädlinge wie Kohlfliegen, Minierfliegen, Weiße Fliege und Läuse einsetzt und das Fachwissen hat, welche robusten Sorten einen Anbauerfolg garantieren, wird auch in der Regel gute Qualität ernten, ohne dass Verdruss wegen Missernten entsteht. Gute Tipps gibt es seit Jahren bei den Gartenpflegerkursen des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. sowie auf dessen Internetseite: www.kv-gartenbau-coburg.de.

Manche Gemüsearten, die sich leicht im Hausgarten anbauen lassen, bekommt man zudem kaum frisch im Handel. Hier seien z.B. frische Erbsen oder auch Bohnen erwähnt. Auch gelbe oder violette Radieschen, panschierte Tomaten für das Kinderherz oder seltene Gemüsearten wie die leckere Haferwurzel werden nur selten angeboten.

In Sachen Geschmack und Aroma sind Tomaten ein Paradebeispiel. Während Handelstomaten vor allem Eigenschaften für den Transport und die Lagerung mitbringen müssen, bleibt der Geschmack leider oft auf der Strecke. Frisch aus dem Garten schmecken Fleischtomaten wie Country Taste, die Ochsenherztomate Corazon oder die Cocktailtomate Piccolino unvergleichlich gut und schmecken auch noch wirklich nach Tomate.

Bei jeder Gemüseernte aus dem eigenen Garten spart man sich zudem große Mengen umweltbelastender Verpackung und den Energieaufwand für oft lange Transportwege.

Kinder, die den Zyklus von der Aussaat bis zur Ernte und der Verarbeitung erfahren dürfen, bekommen zwangsläufig einen ganz anderen Bezug zur Natur und zur Wertigkeit selbst angebauter Nahrungsmittel. Sie lernen, dass Gemüse nicht einfach so vom Himmel fällt, sondern auch regelmäßig gepflegt werden muss. Kinder lernen zudem, wie wertvoll und kostbar Wasser ist und wie sich der Klimawandel direkt auf den eigenen Hausgarten auswirkt.

Auch ohne Garten lässt sich auf dem Balkon oder der Terrasse in Blumenkästen, Containern oder Kisten zumindest etwas Gemüse anbauen. Mit automatischen Bewässerungssystemen, die kein Hexenwerkwerk sind, überleben selbst in Urlaubszeiten die Kulturen die kritischen Wochen.

Wem die heißen Sommermonate zu stressig sind, kann sich auch einfach auf Gemüsekulturen des Frühlings und Herbstes konzentrieren und im Sommer pausieren. Salat, Radies und Co gehen zu Beginn und zum Ende des Gartenjahres im Prinzip immer. Im Sommer kann man sich dann z.B. an aromatischen und trockenheitsverträglichen Kräutern wie Rosmarin, Thymian Salbei und Verwandte genussvoll erfreuen.

Selbst im Winter bieten Sprossen oder sog. Micro Greens die Möglichkeit, Vitamine kontinuierlich selbst zu ziehen.

Die Gesundheitskrise zeigt letztendlich auch klar und deutlich, wie glücklich sich man schätzen kann, wenn man sich in der warmen Jahreszeit fast vollständig aus dem eigenen Garten mit Gemüse versorgen und so manchen Einkauf ersparen kann. Wer gut geplant hat, kann auch jetzt noch von den Vorräten profitieren. Kartoffeln, Kürbisse, Pastinaken, Kohlarten, Rote Beete, Porree, Knollensellerie und Zwiebeln stehen bei geschickter Planung und Lagerung, bzw. Verarbeitung auch im Winter noch zur Verfügung.

Die Antwort also, ob Gemüseanbau klassisch oder event. auch nur "light" im Hausgarten noch aktuell ist, hat sich im Grunde schon selbst beantwortet.