obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Januar 2020

zurück
 
    ||02|| Geißfußveredlung
Geißfußveredlung

Geißfußveredlung

Geißfußveredlung

Geißfußveredlung

 

Wer gerne veredelt und geschickt im Umgang mit dem Veredlungsmesser hat, kann bereits im Winter mittels Geißfußpfropfen veredeln. Im Gegensatz hierzu ist das klassische Pfropfen hinter der Rinde erst im Frühjahr möglich, wenn die Rinde löst. Alternativ zum Umveredlung bestehender Bäume kann das Geißfußpfropfen auch als sog. Winterhandveredlung auf bestellte Obstunterlagen angewandt werden. Die Veredlungen kann man dann topfen oder einschlagen, bevor man sie aufpflanzt.

Die Methode des Geißfußpfropfens stellt relativ hohe Ansprüche an den Veredler. Sie erfordert Geschicklichkeit im Umgang mit dem Veredlungsmesser und eine gute Schnittführung. Auch hier gibt es verschiedene Varianten. Neben der klassischen Variante sind z.B. das vereinfachte Geißfußpfropfen und das seitliche Spaltpfropfen bekannt. Im Folgenden wird die klassische Variante besprochen.

Sie wird angewandt, wenn die Unterlage deutlich dicker als das Edelreis ist und z. B. eine Kopulation nicht mehr durchgeführt werden kann.

Geißfußpfropfen ist sowohl in Bodennähe zum Erziehen eines neuen Baumes, als auch im Kronenbereich zum Umveredeln einer nicht befriedigenden Sorte geeignet.

Im Gegensatz zur Kopulation sind beim klassischen Geißfußpfropfen zwei langgezogene, gleichlange Schnitte am Edelreis notwendig.

Der erste langgezogene Schnitt am Edelreis beginnt, wie von der Kopulation bekannt. Für den zweiten Schnitt wird das Edelreis etwas gedreht, so dass die beiden Schnitte keilförmig oder geißfußförmig im Winkel von etwa 45 bis 80 0 aufeinander zulaufen. Eine Knospe des Edelreises liegt idealerweise wiederum in halber Höhe der Schnittflächen auf der Rückseite des Keils.

In gleicher Weise schneidet man an der Seite der Unterlage oder des abgeworfenen Astes einen keilförmigen Ausschnitt heraus. Hierzu verwendet man, je nach eigenen Präferenzen, entweder eine stabile Kopulierhippe oder ein normales Kopuliermesser.

Bevor man den ersten Schnitt ansetzt, orientiert man sich nochmals am Schnitt und Winkel des Edelreises.

Nachdem an der Unterlage ein keilförmiger Ausschnitt vorbereitet wurde, kann man das Edelreis in den Spalt einschieben. Das Kambium beider Partner soll möglichst genau aufeinander liegen. Das Edelreis wird nur soweit in den Spalt eingeschoben, dass die Ansatzstellen des Schnittes bogenförmig über der Pfropfkopfebene sichtbar sind.

Im Kronenbereich kann man die Reiser mit 4 bis 6 Augen etwas länger lassen. Für bodennahe Veredlungen reichen etwa 3 Augen. Verbunden wird mit Naturbast, Kunstbast, oder Veredlungsfolie. Bei letzterer Variante entfällt ein Verstreichen mit Veredlungswachs.

Terminhinweise:
Der Kreisverband bittet um Rücksendung der Reiserbestelllisten bis Ende Januar an die Geschäftsstelle. Die Ausgabe der bestellten Edelreiser erfolgt am Donnerstag, 23. April am Reiserkeller in Ebersdorf (13 bis 15 Uhr). Am gleichen Tag findet um 18 Uhr am Obstlehrgarten ein Veredlungskurs statt. Hierzu sind Anmeldungen bei der Geschäftsstelle des Kreisverbandes am LRA Coburg erwünscht.