obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte September 2019

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    ||02|| Obst im Zeichen des Klimawandels - Pionierarbeit am Obstlehrgarten
Obst im Zeichen des Klimawandels - Pionierarbeit am Obstlehrgarten

 

Der Klimawandel beeinträchtigt zunehmend auch den Obstanbau im Hausgarten. Was früher problemlos möglich war, macht heute zunehmend Schwierigkeiten. Vielen Obstarten machen die intensive Sonneneinstrahlung und der Wassermangel immer mehr zu schaffen.

Sonnenschäden an Stachelbeeren, Brombeeren, Zwetschen und Äpfeln nehmen in bedenklichem Ausmaß zu. Selbst Weinreben reagieren sehr empfindlich, wenn die Trauben in der Reifephase der freigestellt, sprich von umgebenden Blättern befreit werden. Dies führt unweigerlich zu Änderungen in der Kulturführung.

Wie die Erfahrungen der letzten Jahre am Obstlehrgarten gezeigt haben, ist es auf strahlungsintensiven Standorten mittlerweile empfehlenswert, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren und Japanische Weinbeeren in den Halbschatten zu pflanzen. Dies gilt auch bei Johannisbeeren und Stachelbeeren vor allem für die "luftig" erzogenen modernen Erziehungsformen wie Spindel oder Hochstammpyramiden. Klassisch als Busch erzogen sind sie zwar etwas mühsamer zu beernten, können sich aber besser selbst beschatten. Alternativ macht es an vollsonnigen Standorten Sinn, mit Hilfe von Schattiermatten die Wucht der Sonnenstrahlen in den kritischen Phasen zu mildern. Wichtig ist hier natürlich ein rechtzeitiges Handeln.

Auch in Sachen Sommerschnitt muss man wesentlich vorsichtiger handeln als früher. Je nach Standort heißt dies, in der Entwicklungsphase der Früchte entweder ganz darauf zu verzichten oder nur sehr dezent einzugreifen. Gegen einen Schnitt nach der Ernte ist jedoch bei Sommerhimbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren nichts einzuwenden.

Der Klimawandel führt unweigerlich zu einer Suche nach neuen Obstarten, die den neuen Gegebenheiten standhalten. Inwieweit sich diese im wechselhaften fränkischen Klima behaupten können wird sich herausstellen. Getestet werden im Erweiterungsbereich des Obstlehrgarten eine ganze Reihe von Arten und Sorten. Hierzu gehören schwachwachsende Esskastanien, Süßmandeln, großfruchtige Haselnüsse, Maulbeerbäume, Chinesische Datteln und verschiedene Kreuzungen von asiatischen und amerikanischen Kakis. 1. Vorsitzender Landrat Sebastian Straubel und Geschäftsführer Thomas Neder zeigen sich erfreut, vom guten Start der "Neuen" im Obstlehrgarten. Zukünftige Erfahrungen mit den neuen Obstarten sollen mit in die künftige Beratungsarbeit einfließen.

"Neue" Laubbaumarten im Test

Nicht nur Obstgehölze, sondern auch Laubbaumarten leiden zunehmend unter den immer extremer werdenden Bedingungen. Im Zuge der geplanten "3. Allee", die der Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. zusammen mit seinen Obst- und Gartenbauvereinen und der Gemeinde Lautertal im Herbst auf dem Weg bringen möchte, sollen neue Laubbaumarten und Sorten für den Landkreis getestet werden.