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Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte August 2019

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    ||02|| Sommerschnitt bei Beerenobst
Sommerschnitt bei Beerenobst

Sommerschnitt bei Beerenobst

Sommerschnitt bei Beerenobst

Sommerschnitt bei Beerenobst

Sommerschnitt bei Beerenobst

 

Zahlreiche Untersuchungen und Praxiserfahrungen belegen dass ein Schnitt in der Vegetationszeit (Sommerschnitt) vielfältige Vorteile hat. Bei Bedarf kann man Sommer- und Winterschnitt miteinander kombinieren und hierdurch sehr zielgerichtet auf die Bedürfnisse der Pflanzen eingehen. Zahlreiche Beerenobstarten können bereits jetzt geschnitten werden.

Sommerhimbeeren, die am Spalier gezogen werden, sollte man am besten schon nach der Ernte schneiden. Die abgetragenen Ruten entfernt man hierzu stummellos über der Erde. Pro lfd. m reichen ca. 8-10 Ruten aus. Schon beim Schnitt sollte man darauf achten, vor allem kräftige gesunde, nicht von der Rutenkrankheit befallene Ruten (Risse, Flecken), zu belassen. Schwache junge Ruten entfernt man. Nach stärkeren Niederschlägen lassen sie sich, mit einem Handschuh "bewaffnet", durch einem kräftigen Riss entfernen. Dieses Verfahren hilft dabei, eine klare Spalierlinie zu erhalten und dem "Eroberungsdrang" der Ruten Einhalt zu gebieten. Herbsthimbeeren, die auf dem Beet flächig gezogen werden, kann man nach der Ernte im Herbst bis auf den Boden zurückschneiden. Alternativ wird nur der obere abgetragene Teil entfernt und der Rest belassen. Der untere Teil trägt dann nochmals im Frühsommer des nächsten Jahres.

Brombeeren werden in der Regel am Drahtrahmen mit 3-4 Leittrieben gezogen. Je nach Sorten stehen sie aufrecht, fächerförmig oder eher waagerecht. Um die Form des Spaliers zu erhalten ist es sinnvoll, die Seitentriebe der Tragruten auf 2-3 Augen einzukürzen. Dies kann je nach Wüchsigkeit der Sorte öfter notwendig werden. Sind infolge von Frostschäden, wie es in den letzten kalten Wintern häufig der Fall war, nur noch wenig intakte Tragruten übrig, kann man die sich entwickelnden Seitentriebe aber auch ungeschnitten mit in das Spalier integrieren. Die Pflanze reagiert dann ruhiger und ein häufiges Nachschneiden entfällt. Junge schwache oder kranke Triebe können ebenfalls entfernt werden. An geschützten Standorten ist es möglich, die abgetragenen Ruten schon nach der Ernte bodennah abzuschneiden und die Jungruten neu zu formieren.

Das Entfernen der abgetragenen Ruten und der Neuaufbau des Spaliers mit Jungruten ist bei den brombeerähnlich wachsenden Weinbeeren, Tayberries oder Dorman Red ebenfalls sinnvoll. Je nach Witterung wird dies Mitte Juli bis Anfang August der Fall sein.

Johannis- und Stachelbeeren werden klassisch noch vielfach als Strauch gezogen. Bei beiden Obstarten erleichtern luftige Sträucher (vor allem bei den wehrhaften Stachelbeeren) die Ernte, liefern größere und bessere Früchte. Hierzu können bereits einige Wochen vor der Ernte junge und überzählige Triebe an der Basis entfernt werden. Locker gehaltene Sträucher erhalten zudem die Pflanzen gesünder und beugen Blatt(fall)krankheiten (Johannisbeeren und Stachelbeeren), Rostpilzen (Schwarze Johannisbeeren) oder Mehltau (Johannisbeere und Stachelbeere) vor.

Ziel ist eine gesunde Mischung aus jungen und älteren Fruchttrieben. Diese können Boden- oder Seitentriebe sein. Bei schwarzen Johannisbeeren liegt der Fokus vor allem auf 1 und 2 jährige Trieben. Weiße, rote und rosa farbige Sorten tragen auch noch an den Seitentrieben des 3 jährigen Holzes. Stachelbeeren fruchten vor allem an 1 und 2 jährigen Trieben.

Entfernt werden alte Triebe, schwache Junge und abgetragene Ruten, die bedingt durch das Gewicht der Früchte schon in beschatteter Bodennähe liegen oder überzählige Jungruten aus der Mitte. Ältere Trieben kann man auch auf junge Seitentriebe absetzen und somit eine partielle Verjüngung durchführen

Der Sommerschnitt der Maibeere orientiert sich im Prinzip am Schnitt der roten Johannisbeeren.