Coburger Gartenfreunde lassen sich inspirieren

Gartenfreunde des Gartenbauvereins Hollerstauden
Gartenfreunde des Gartenbauvereins Hollerstauden/Zell zu Besuch im Lehrgarten
16. September 2026

Coburger Gartenfreunde lassen sich inspirieren

Bestes Reisewetter umrahmte die Tagesfahrt des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. Thomas Neder hatte hierfür zwei unterfränkische „Quellen der Inspiration“ für die Coburger Gartenfreunde ausgesucht. Die Reisegruppe mit zahlreichen erfahrenen Gärtnern wurde nicht enttäuscht.

Den Auftakt machte die Staudengärtnerei von Till Hofmann in Rödelsee. Sie bietet neben Produktionsflächen und einer immensen Arten- und Sortenvielfalt vor allem auch inspirierende und praxiserprobte Staudenpflanzungen im Kontext des Klimawandels

Staudengärtnermeister Till Hofmann erläuterte bei einem Rundgang durch seine Staudengärtnerei den aktuellen Sortimentswandel hin zu Pflanzen, die mit Hitze, Strahlung und Trockenheit besser klarkommen, als gewohnte Prachtstauden, wie Rittersporn, Phlox und Co.

Zu den verstärkt nachgefragten Staudengruppen zählen seiner Aussage nach vor allem auch Vertreter der. Gattungen Salvia, Allium oder Nepeta. Neben der Verwendung heimischer Wildstauden, die aktuell ganz stark im Trend liegen und alte Staudenklassiker zunehmend verdrängen, empfahl Hofmann aber auch die gezielte Zumischung von nordamerikanischen Arten, um auch im Sommer und Herbst für eine reiche Blütenvielfalt zu sorgen. Hier brachte der versierte Staudenmeister den Vergleich zu einer erfolgreichen Fußballmannschaft ins Spiel, die erst dann wirklich hohen Ansprüchen gerecht wird, wenn sie mit dem überregional verfügbar Besten noch komplementiert wird.

Besondere Aufmerksamkeit bekamen die pflegeextensiven Sandbeete. Hier wurden ausgewählte Wildstauden in eine ca. 20 cm starke Sand-Kiesmischung (0/16) gesetzt, wobei der Pflegeaufwand hier nur einen Bruchteil der üblichen Pflege beträgt. Auf dieser sog. Nichtanreicherungsfläche wird im Herbst das mit dem Rasenmäher abgemähte Staudenmaterial penibel entfernt. Anders sieht es bei den sog. Anreicherungsflächen, oft im schattigen Bereich aus, wo ein jährlicher Humusaufbau toleriert und sogar erwünscht wird.

Am Nachmittag ging es mit viel Vorfreude in den Privatgarten der Familie Pecoraro-Schneider in Knetzgau. Ausgestattet mit viel Pflegerfahrung und Pflanzenkenntnissen aus dem Karl-Förster Garten in Potsdam hatten es sich die aus dem Sauerland zugezogenen Gartenfreunde als Ziel gesetzt, viele Wunschvorstellungen in ihrem neu erworbenen Gartengrundstück zu vereinen. Hierzu zählen Aspekte wie sichtgeschützte Sitzplätze, ein buntes Staudenfeuerwerk vom Frühling bis in den Herbst, Wasser im Garten und nat. auch etwas Kräuter-, Gemüse- und Obstanbau. Selbstgefertigte Skulpturen gaben dem Garten eine belebende, künstlerische Note. Fassadenbegrünung mit Wein und stolzen Feigen fügen das alte Haus harmonisch in den Straßenzug ein. Dass es auch ohne große Pflaster- und Versiegelungsarbeiten gehen kann, zeigte die lange aufgekieste Zufahrt, flankiert von einem wunderbaren Staudenborder trockenheitsverträglicher Arten, in denen eine große Schar emsiger Honigbienen auf frühherbstlicher Naschtour unterwegs war.

Terminhinweis:

Zum Ausklang des Gartenjahres findet am 1. Oktober um 14:30 Uhr die „Coburger Weinleise“ am Obstlehrgarten des Kreisverbandes (am LRA Coburg) statt. Um 16:30 Uhr schließt sich ein kleiner Festakt zum 20jährigen Bestehen des Lehrgartens an.