Kleiner Gemüsegarten am Küchenfenster – Sprossenanzucht gegen den „Winterblues“

Die Christrose – Leuchtende Blüten in lichtarmer Zeit
4. Januar 2026

Kleiner Gemüsegarten am Küchenfenster - Sprossenanzucht gegen den „Winterblues“

Der Winter hat den Garten noch fest im Griff, so dass es im Freien noch nicht allzu viel zu tun gibt. Wer schon jetzt ein `Kribbeln` in den Fingern verspürt und den Frühling nicht erwarten kann, kann zu Hause mit dem Gärtnern mittels Küchen-Sprossenhaus beginnen. Dieses setzt sich in der Regel aus mehreren Etagen zusammen, die übereinandergestellt werden. Mittels Abflusszapfen und einem unten befindlichen Auffangbehälter können die Aussaatschalen „bewässert“ werden.

Die problemlose Anzucht von Keimsprossens schließt die Lücke bis zum Start der Freilandsaison und liefert mit wenig Aufwand Vitamine und Mineralstoffe am laufenden Band.

Besonders für die jungen Gärtner, bei denen die Zeit zwischen Aussaat und Ernte nicht schnell genug vergehen kann, sind Sprossen die ideale Kultur.

Nicht nur Kresse, sondern auch andere Sprossen können bei regelmäßigem Verzehr einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit leisten. Sie besitzen viele Mineralstoffe, Vitamine und bioaktive Substanzen. Scharf schmeckende Sprossen enthalten Senfölglycoside mit antimikrobiellen Eigenschaften. Violette und rote Arten enthalten Anthozyane. Diese Antioxidantien besitzen eine vorbeugende Wirkung gegen Infektionen, koronare Herzerkrankungen und Arteriosklerose. In handelsüblichen Keimschalen lassen sie sich leicht, platzsparend und fortlaufend anbauen. Die Sprossenkultur lässt schon jetzt im Winter den Frühling wieder einziehen.

Neben der alt bekannten Kresse gibt es jedoch eine ganze Menge anderer neuer interessanter Arten wie z.B. die Keimpflanzen von Basilikum. Süß schmecken Weizen, Gerste, Hirse, Hafer und Azukibohnen. Den nussigen Charakter schmeckt man bei Mai, Reis, Sesam, Leinsamen. Als scharf gelten, Kresse, Senf und Radies.

Mild aromatisch schmeckende Gourmet - Mischungen enthalten Quinoa, Linsen, und Rettich. Einen pikant frischen Geschmack liefern sog. Wellness Mischungen aus Mungobohnen, Alfalfa, Linsen und Rettich. Wer es pikant würzig mag, kann Radiessamen vorkeimen. Sie schmecken scharf und pikant würzig, wirken appetitanregend und unterstützen eine ausgewogene Ernährung.

Die Saaten verlieren an Nährwert, wenn die angegebene Keimdauer deutlich überschritten wird. Sie liegt je nach Saatgut zwischen 2 und 6 Tagen. Manche werden dann sogar ungenießbar. Die Saaten sollten regelmäßig gespült werden. Sauberkeit ist auch bei der Anzucht von Küchensprossen wichtig. Nach jedem Keimvorgang sollten die Schalen mit Bürste und Essigwasser gereinigt werden.

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältigst. Als würzige Deko auf belegte Brote, zu Omeletts, als Garnierung auf Suppen, als gesunde Krönung zu Müslis etc. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Terminhinweise des Kreisverbandes Coburg für Gartenkultur und Landespflege e.V.:

Am Donnerstag, 5. Februar findet Teil 2 der Gartenpflegekurse statt. Themen: Klimafest(ere) Gehölze für den Hausgarten (Ref. Thomas Neder); Köstliche Erdbeeren aus dem Garten (Ref. Thomas Riehl). Beginn 18: 00 Uhr, Haarther Keller in Haarth. Eintritt frei.