obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte September 2017

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    ||04|| Geschätzte  Speisekürbisse












  (TN) Speisekürbisse waren früher süß-sauer eingemacht ein begehrter Vorrat für die Winterküche. Diese Tradition hat sich (leider) weitgehend verloren.  Speisekürbisse sind aber nicht nur als Deko oder für Helloween interessant. Sie liefern jetzt im Herbst delikate Suppen, die schnell zubereitet sind. Die Sortenvielfalt ist riesig und beschränkt sich bei weitem nicht nur auf die leuchtend orangen Hokkaido Kürbisse und birnenförmigen Butternuts.

Kürbisse sind im Vergleich zu Gurken bescheidener in ihren Ansprüchen an den Standort. Sie eigen sich prima dazu, ein Stück brachliegendes Gemüseland, einen Komposthaufen oder auch einen Zaun zu bewachsen, wobei sich zum Beranken vor allem eher kleinfruchtige Arten wie Hokkaidos, der ebenfalls delikat schmeckende Moschata Kürbis Futsu Black oder der grau-blaue Blue Kuri besonders gut eignen.

Besonders großfruchtige Arten wie der Gelbe oder der Rote Zentner und der  leuchtend orange Französische Riesenkürbis bringt es bei guter Nährstoffversorgung auf stattliche 10 bis 30 kg. Sie galten früher als traditionelle Einmachkürbisse. Heute werden sie eher als dankbare Schnitzkürbisse für Halloween verwendet, wobei man nat. auch hier das Fruchtfleisch für eine besonders üppige Suppe mitverwenden kann.

Sehr beliebt ist zudem die flachrunde, gerippte Sorte Muscat de Provence. Sie färbt sich mit zunehmender Reife gelbgrau und erfreut durch ihre feine Muskatnote. Nach der Ernte ist sozusagen schon wieder vor der Aussaat! Die ruhigere Herbst- und Winterzeit eignet sich wunderbar dazu, schon jetzt etwas in den Samenkatalogen zu schmökern und sich seine Favoriten unter der riesigen zahl unterschiedlicher Sorten für das nächste Jahr auszusuchen.

In Sachen Anzucht gibt es zwei Varianten: Die sichere besteht darin ab Ende April in Töpfen vorziehen. Hier sollte die Keimtemperatur bei 22 bis 25 liegen. Ein Samenkorn pro Topf reicht aus –  das Pikieren entfällt somit. Gepflanzt wird dann nach den Eisheiligen. Eine Verfrühung ist durch die Auflage eines Vlieses möglich, die zugleich auch vor unerwarteten plötzlichen Spätfrösten schützt. Die andere Variante besteht darin, ab Mitte bis Ende Mai direkt auszusäen. Hier sollte man unbedingt auf eine frühzeitige Schneckenbekämpfung achten. Diese beginnt am besten schon einige Tage vor der Pflanzung. Um den großen Nährstoffansprüchen der hungrigen Kürbisse gerecht zu werden, macht es durchaus Sinn etwa 10  bis 20 cm unter der Aussaat/ Pflanzstelle ein größeres Depot aus verrottetem Mist etc. anzulegen,  auf das der heranwachsende Kürbis dann zurückgreifen kann. Kürbisse, Zucchini, Gurken und Melonen sind  miteinander verwandt. Aus Sicht der Fruchtfolge ist eine bereits schon einmal mit diesen Gemüsearten bestellte Fläche erst wieder nach 2 Jahren mit einer verwandten Gemüseart zu bepflanzen. 

Je nach Sorte liegt der Pflanzabstand bei etwa 1,5  x 1,5 oder mehr. Wird auf einem Mulch Vlies kultiviert, kommt die gespeicherte Wärme den Pflanzen zu Gute. Zugleich wird der Unkrautwuchs effektiv unterdrückt und den wasserbedürftigen Pflanzen steht mehr am kostbaren Nass zur Verfügung.  Zu lange Ranken kann man ohne weiteres einkürzen. Bei Bedarf kann man hierdurch auch die Zahl der angesetzten Früchte reduzieren. Der Rest wird hierdurch umso größer.

Je nach Sorte lassen sich Kürbisse lange lagern. Hokkaidos lassen sich bei 12 bis 16 Grad mehrere Monate lagern.
Speisekürbiss am besten wirklich sortenrein kaufen und nicht durch eigene Samen vermehren. Zu groß ist die Gefahr, dass ich Zierkürbisse einkreuzen und so die gefährlichen Bitterstoffe mit in die Nachzuchten gelangen.

Bezugsquellen Samen:
www.garten-wn.de
www.bingenheimersaatgut.de
www.samenshop24.de