obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte September 2017

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    ||03|| Reiche Ernte bei Herbst-Himbeeren



  (TN) Nicht bei allen Obstarten viel in diesem Jahr die Ernte zufriedenstellend aus. Reiche Ernten hingegen gibt es bei den Herbsthimbeeren, die bis zu den ersten Frösten möglich sind.

Bei den Herbstsorten erfolgt die Blütenbildung bereits an den Ruten, die sich in diesem Jahr gebildet haben. Je nach Sorte setzt die Ernte ab Mitte Juli bis August ein und erstreckt sich dann oft bis zum Ende der Vegetationsperiode. Aus Gründen der Pflanzengesundheit werden die Ruten meist im zeitigen Frühjahr auf den Boden komplett zurückgeschnitten. Schneidet man nur den abgetragenen oberen Teil der Pflanze zurück, entwickeln sich im Jahr darauf etwa im Juni aus den mittleren und unteren Seitentrieben erneut Blüten, d.h. die Pflanze trägt zweimal (zweimal tragende Himbeere). Die Altruten liefern im unteren Bereich die erste Ernte, die neu nachgewachsenen dann im oberen Bereich die Herbsternte.

Im Hinblick der verstärkt auftretende Kirschessigfliege, die sich vor allem in der zweiten Jahreshälfte stark vermehrt und die reifenden Früchte befällt, erhält der Aspekt einer frühen zweiten Ernte eine neue Bedeutung, da diese Ernte noch vor der Massenvermehrung der Kirschessigfliege liegt.

Herbst-Himbeeren haben in den letzten Jahren im Sortiment stark zugenommen, da die Kultur der Sommer-Himbeeren zunehmend Probleme bereitete. Herbst-Himbeeren gelten als robuster gegen die typischen Himbeerkrankheiten wie das Rutensterben Dennoch versagen auch sie auf schweren, schlechten Himbeerböden oft nach einigen Jahren. Eine Kultur in Gefäßen ist hier sinnvoller.

Will man eine noch spätere Reife, kann man bei einem Teil der Pflanzen die jungen Triebe, wenn sie etwa 30 cm hoch sind, zurückschneiden. Ähnliches kennt man bei Stauden, um den Blütezeitpunkt etwas nach hinten zu verschieben.
Von den abgeschnittenen Ruten kann man ruhig einige auf dem Beet liegen lassen. Sie helfen dabei, die Population an Raubmilben (natürliche Gegenspieler der Spinnmilben) im Bestand zu erhalten.

Einfache Beetkultur
Im Herbst tragende Himbeeren wachsen nicht so hoch. Ein aufwendiges Spalier entfällt deshalb. Praktisch bei den herbsttragenden Himbeeren ist die einfache Beetkultur. Schmale Beete mit einer Breite von 60 bis 70 cm sind leicht zu beernten und zu pflegen. Sie sorgen auch für eine ausreichende Belüftung. Wachsen die Ruten zu dicht, kann man sie auslichten.

Bei der Beetkultur reicht als Einfassung eine seitliche Begrenzung in Form einiger Holzpfähle (am besten in Metallschuhen vom Boden getrennt befestigt) und eines rostfreien Drahtes oder einer stabilen Kunststoffschnur. Man kann diese Einfassung in etwa 70 und 110 cm Höhe anbringen Zusätzlich ist eine Verbindung der vier Pfosten über Kreuz möglich, wodurch das Beet in vier kleine Kompartimente unterteilt wird. Alternativ kann man auch ein weitmaschiges Gitter aus dünnerem verzinktem Baustahl (ca. 10 x 10 cm) über das Beet legen. Hier sieht das Ganze dann geordneter aus: Die Pflanzen stehen auch nach kräftigen Niederschlägen und bei starkem Fruchtansatz stabil. Will man ein „Auswandern“ der unterirdischen Ausläufer auf Nachbarbeete effektiv und nachhaltig vermeiden, sollte man an eine Wurzelsperre als Beeteinfassung denken.

Neben den bekannten älteren Sorten Autumn Bliss und Golden Bliss sind Züchtungen wie Himbo Top, Aroma Queen, Autumn First oder Autumn Sun interessant. Für die Kultur im Container auf dem Balkon oder der Terrasse eignet sich z. B. die kompakte Sorte Lowberry Littler Red Princess.