obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte September 2017

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    ||02|| Die richtige Erntezeit beim Apfel bestimmen



  (TN) Die Bestimmung des idealen Erntetermins bei Äpfeln ist nicht leicht. Im Erwerbsobstanbau bedient man sich verschiedener Parameter. Hierfür werden  z. B. der Zuckergehalt, die Fruchtfleischfestigkeit und der Stärkeabbauwert akribisch genau und fortlaufend gemessen. Anschließend werden die ermittelten Werte in einem Index zusammengefasst, der beim Erreichen eines signifikanten Wertes dann ausschlaggebend für die Ernteempfehlung ist.
Im Hausgarten ist dies nat. nicht praktikabel und hilfreich. Die Bestimmung der richtigen Erntezeit ist zudem nicht ganz so einfach, da oft ein großer Sortenmix an Äpfeln angebaut wird. Klassische Hinweise auf eine einsetzende Reife und einen guten Erntezeitpunkt ist z. B. das Umfärben der Grundfarbe von Grün nach Gelb. Dieser Anhaltspunkt wird jedoch erschwert, da viele moderne Sorten auf eine intensive rote und frühe Furchtausfärbung getrimmt sind. Vielfach wird dann zu früh geerntet.  Verlässt man sich nur auf den Geschmack beim Reinbeißen und wartet bis der Apfel wirklich schmeckt, verkürzt sich die Lagerfähigkeit des Apfels stark, da vollreife Früchte sich nicht gut weiter lagern lassen. Ein weiterer hilfreicher  und einfacher Hinweis ist die leichte Stiellöslichkeit der Frucht.
Eine interessante Möglichkeit ist der Stärketest mit der Lugolschen Lösung, die man sich  in Drogerie oder Apotheken besorgen kann. Reift ein Apfel, wird die in der Frucht enthaltene Stärke langsam zu Zucker umgebaut. Will man den Test über den erfolgten Stärkeabbau selbst durchführen, entnimmt man aus der Mitte des Baumes einige Äpfel, die man für erntereif hält. Anschließend werden diese mit einem Messer etwa auf Höhe des Kernhauses quer durchgeschnitten (senkrecht zum Stielverlauf). Danach bestreicht man die Schnittfläche mit der Lösung und wartet etwa 2 Minuten. Stellen im Fruchtfleisch, die noch viel Stärke enthalten, färben sich schwarz. Reife Stellen, an denen Stärke bereits in Zucker umgebaut wurde, bleiben hell. Bei der Beurteilung dieser Färbung gibt es eine 10 stufige Skala. Stufe 1 mit einer kompletten Schwarzfärbung bedeutet eine völlige Unreife. Bei Stufe 10 ohne schwarze Verfärbungen ist der Apfel voll genussreif und damit schon über dem idealen Erntezeitzeit hinaus. Wie so vieles liegt der richtige Erntekorridor bei den Stufen 4 bis 6. Hier ist nur noch weniger als die Hälfte schwarz gefärbt.
Das Fläschchen mit der Lugolschen Lösung lässt sich einige Jahre aufbewahren und wieder verwenden. Eingestrichene Apfelhälften sollte man nat. nicht verzehren.