obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Oktober 2017

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    ||04|| Auf ins Reich der Kraniche






  (TN) Die heimische Vogelwelt durch die Anlage naturnaher Gärten gezielt zu fördern und seine gefiederten Freunde dann aus aller Nähe beobachten zu können zählt zu den besonderen Privilegien eines eigenen Gartens.

Neben bekannten heimischen Stand- und Strichvogelarten gibt es natürliche auch echte „Perlen“ der Vogelwelt, die nur in der freien Landschaft anzutreffen sind. Der Zug der Kraniche im Herbst, wenn die Gartenarbeiten weitgehend erledigt sind, ist ein ornithologisches Großereignis, das sich echte Garten- und Naturfreunde nicht entgehen lassen sollten. Eine Reise ins Reich der Kraniche gehört zu einem Naturerlebnis, das man zumindest einmal im Leben aus nächster Nähe live miterleben sollte. Hierzu muss man sich leider auf den Weg machen, um zu den traditionellen Rastplätzen der Kraniche im Norden Deutschlands zu gelangen. Der Weg ist weit, lohnt aber. Der goldene Oktober ist eine gute Zeit für Kranichbeobachtungen.
Einer der an den meist frequentiertesten Rastplätzen Europas liegt im Naturschutzgebiet des Oberen Rhinluchs, etwa 60 km nordwestlich von Berlin im Niedermoorgebiet zwischen den Städten Kremmen und Fehrbellin. Dort rasten im Umfeld der Linumer Teiche alljährlich Zehntausende der grazilen Kraniche. In Beobachtungskanzeln kann man in für die Vögel akzeptabler Entfernung auf speziell angelegten Futterarealen neben der Futtersuche dem lauten Trompetenkonzert lauschen und die eindrucksvollen Kranichtänze hautnah miterleben. Übernachtungsmöglichkeiten findet man im kleinen Ort Linum. Dort befindet sich auch die Naturschutzstation Rhinluch (www.vogelschutz-komitee.de) und die NABU Storchenschmiede (www. storchenschmiede.de), in der man  aktuelle Tipps für ein erfolgreiches und störungsfreies Beobachten erhält.

Etwa 2,5 Autostunden weiter nördlich befindet sich im Umfeld des Ostseeheilbades Zingst seit alters her eine weitere  wichtige Sammelstelle für Kraniche. Die sicheren Schilfgürten der zergliederten Boddenlandschaft bieten hier die begehrten sicheren Schlafplätze. Unter dem Motto „Auf den Weg ins Schlafzimmer der Kraniche“ werden Rundfahrten mit Booten oder Führungen zu Fuß durch versierte Ranger angeboten. Hierbei lassen sich bei Einbruch der Dämmerung die faszinierenden Formationseinflüge zu den Schlafplätzen mitverfolgen. Eine gute Anlaufstation hierfür ist das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf (www. nabu-wwf-kranichzentrum.de). Etwas außerhalb des Dorfes liegt eine komfortabel ausgebaute Feldstation, in der Ranger und freundliche Mitarbeiter die Besucher bei ihren Beobachtungen hilfreich zur Seite stehen. Um die wunderbaren Vögel gut beobachten zu können,  bestückt man sich am besten mit einem guten Fernglas oder noch besser mit einem leistungsstarken Spektiv. Wer tolle Fotos machen machte möchte, benötigt gute Objektive mit langer Brennweite (für APS-C Kameras ab 400 mm) und sinnvoller Weise zumindest noch ein Einbeinstativ. Für Fotofreaks, die besonders gelungene Aufnahmen schießen möchten, stehen Beobachtungshütten nahe den Futterplätzen zur Verfügung. Man kann sie anmieten, muss diese allerdings bereits vor dem Eintreffen der Kraniche zeitig am Morgen beziehen  und darf sie erst wieder verlassen, wenn der letzte Kraniche zu seinen Schlafplätzen aufgebrochen ist – eine kleine Herausforderung, die man für Top Fotos erbringen muss.