obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Oktober 2017

zurück
 
    ||03|| Die Indianerbanane – Köstliche Raritiät






  (TN) Zusammen mit den jetzt nachreifenden Bayernkiwis und Winteräpfeln zählt die Indianerbanane zu den letzten Obstarten, die aus dem Obstgarten geerntet werden können. Noch sieht man sie selten in den Hausgärten – ein Versuch lohnt aber!

In den ersten Jahren hat sie sich etwas hart getan. Nun fruchtet die aus Nordamerika stammende Indianerbanane (Asimina tribloba) seit einigen Jahren auch im Obstlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V.  Wie die Erfahrungen im Obstlehrgarten gezeigt haben, schätzen die langsam wachsenden Jungpflanzen einen etwas schattigen Standort mit nicht zu schwerem tiefgründigen Boden, der ruhig etwas sauer sein kann. Hierzu kann man etwas Rhododendron Substrat der anstehenden Erde beimischen.

Schon die Ureinwohner Nordamerikas haben die `Pawpaw`, wie die neu entdeckte Obstart auch genannt wird, geschätzt. Heute eröffnet sie mit den länglichen und dicken Früchten auch  im  Erwerbsobstanbau eine kleine Nische. Ursprünglich vor allem für das Weinbauklima interessant, spielt ihr die Klimaerwärmung in die Karten. Interessant ist neben ihrem exotischen Geschmack, der etwas an Melone/ Mango und Banane erinnert, vor allem auch ihre Robustheit gegen Krankheiten. Tiefe Temperaturen werden, wie die Erfahrungen im Lehrgarten gezeigt haben, gut überstanden. Wurden in den letzten harten Wintern an zahlreichen Kulturen deutliche Frostschäden verzeichnet, haben die Pawpaw diese Winter im Obstlehrgarten ohne Schaden überstanden. Als eine Art Spindel erzogen, wird sie bei uns etwa 3-4 m hoch. Das kann aber bei der Langsamwüchsigkeit etwas dauern. Die Schnittmaßnahmen halten sich in Grenzen.

Asimina blüht bei uns in der Regel erst nach den Eisheiligen. Da die Blüten je nach Sorte selbstunfruchtbar sind,  ist sie auf Fremdbefruchtung angewiesen. Die Sorten `Sunflower` und `Prima` gelten als teilweise, bzw. als selbstfruchtbar. Am besten pflanzt man unterschiedliche Sorten nebeneinander, um die Bestäubung zu unterstützen. Wie die Blüten der Birne, riechen die Blüten der Indianerbanane nicht besonders gut.  Sie wirken daher auf Bienen und Hummeln nicht wirklich attraktiv. Mit einem Pinsel kann man daher etwas nachhelfen und selbst „Bienchen“ spielen. Bei Früchten, die ein Gewicht von bis zu 450g erreichen können, lohnt die Arbeit.

Erntereif werden die Früchte bei uns etwa Anfang Oktober. Das Umfärben von Grün nach Gelb ist ein Anhaltspunkt.  Sie riechen dann auch stark aromatisch. Werden die Früchte nicht kalt bei 2 bis 3 Grad gelagert, reifen sie schnell nach und müssen dann rasch verzehrt werden. Die Früchte werden längs halbiert und ähnlich wie eine Kiwi ausgelöffelt. Etwas störend wirken vielleicht die großen Samen, die in der ganzen Frucht verteilt sind.

Aktuelle Sorten sind neben `Sunflower` und `Prima`, `KSU Atwood` und die besonders großfruchtige Arte Shenandoah.

Bezugsquelle z. B. : www.lubera.com