obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte November 2017

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    ||01|| Die Apfelbeere – Leicht zu kultivierende Volksmedizin aus Osteuropa






  (TN) Wer die blauen Beeren der Apfelbeere vor Amseln und Co durch Netze geschützt hat, kann auch jetzt noch die letzten urgesunden tiefblau-schwarzen Früchte ernten. Sie schmecken nun nicht mehr ganz so herb.

In Russland war der Anbau der sehr frostharten Apfelbeere (Aronia melanocarpa) schon lange weit verbreitet.  Die Züchtungsarbeit geht auf J. W. Mitschurin  zurück, aus der die heute weit verbreitete Sorte `Nero` entstanden sein soll. Die Fruchtreife beginnt ab etwa Mitte August bis Mitte September. Eingenetzt sind auch „Spätlesen möglich“.

Der Aronienstrauch ist völlig anspruchslos und kann auch in Höhenlagen und auf weniger optimalen Standorten angebaut werden. Die cremeweißen Doldenblüten erscheinen Ende Mai und riechen etwas unangenehm. Die Pflanze ist selbstfruchtbar. Zur besseren Befruchtung sind mehrere Sorten empfehlenswert.

Der Strauch wächst im Laufe der Zeit in die Breite. Liegen die Triebe auf dem Boden auf, bilden sie schnell Wurzeln. Diese bewurzelten Triebe können abgetrennt, etwas zurückgeschnitten und als Jungpflanze aufgeschult werden. Als Pflege genügt ein gelegentliches bodennahes Herausschneiden alter Triebe und ein Entfernen von bewurzelten Bodentrieben, wenn diese zu stark in die Breite wachsen. Wer des Veredelns mächtig ist, kann die Apfelbeere auch als Stämmchen kultivieren indem er Reiser auf ein Ebereschenstämmchen veredeln. In den Baumschulen sind diese Formen leider noch schwer erhältlich. Mehrere Exemplare stehen im Obstlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e. V.

Die Früchte sind etwa erbsengroß, in der Reife schwarzblau und leicht wachsartig bereift. Der Saft färbt stark dunkelrot und wird in der Lebensmittelindustrie und für Obstkonserven eingesetzt. Im Hausgarten können die Früchte  z. B.  zur  Gelee-, Marmeladenherstellung (auch in Mischung mit anderen Früchten  - wie z. B. Holunder) oder zur Saftherstellung  verwendet werden. Auch kandierte oder in Alkohol bzw. Weinessig eingelegte Früchte schmecken gut. Eine Verwendung als Dörrobst ist ebenfalls möglich. Die Indianer Nordamerikas verkneteten die getrockneten Früchte mit Dörrfleisch und Fett zu Pemmikan, einer haltbaren Kraftnahrung für den Winter. Auch zum Tiefgefrieren sind die Früchte gut geeignet. Sie verändern nach dem Auftauen Gestalt und Verfärbung kaum. Leider sind auch  die Vögel mittlerweile auf den Geschmack gekommen und naschen gerne von den Früchten.

Im Handel sind eine Reihe  guter Sorten, wie `Nero`, `Viking`,`Rubina` oder Hugin erhältlich.

Im Osten Europas wird die Aronia schon lange in der Volksmedizin hoch geschätzt. Neue Untersuchungen ergaben, dass die Beeren einen extrem hohen Gehalt an Anthocyanen und Flavonoiden besitzen. Die Frucht hat zudem einen hohen Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen hier ragt neben Vitamin A, C, B2, B9, E, K1 auch das Vitamin P (B3) hervor.

Positiv  soll sich die Aronia z. B. bei Arterienverkalkung, Bluthochdruck und bei Störungen des Nervensystems auswirken. Den Inhaltsstoffen der Aronia wird nachgesagt,  die Abwehrkräfte des Körpers gegen Bakterien und Viren zu stärken und  sich insgesamt positiv auf den Stoffwechsel auszuwirken. Auch in der Krebsvorsorge wird die Frucht intensiv diskutiert. Frischer Aroniasaft wird auch seit einiger Zeit in Reformhäusern angeboten.

Wer einige Aroniensträucher im eigenen Garten kultiviert kann die Beeren gut tiefgefrieren und hat dann für lange Zeit des Jahres einen entsprechenden Vorrat.