obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte März 2017

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    ||03|| Erlesene Magnolien





Die imposantesten Blüten der im Frühling blühenden Magnolien besitzt die Tulpenmagnolie (Magnolia soulangiana).


Sehr früh aus der Deckung wagt sich die Sternmagnolie (Magnolia stellata). Noch vor der Blüte der Tulpenmagnolie öffnet sie ihren weißen Blütenschirm







Die Lilienblütige Magnolie (Magnolia liliiflora) beeindruckt bei eher schmalem Wuchs durch ihre großen violetten Blüten.
 

(TN) Magnolien zählen zum Edelsten, was das Gehölzsortiment für unsere Gärten zu bieten hat. Sie sind kostbare Edelsteine in unseren Gartenanlagen und öffentlichen Parks – ein wahres Geschenk der Natur und vieler eifriger Züchter. Dank ihrer opulenten Blütenbracht sorgen sie für ein subtropisch-exotisches Blütenschauspiel, das den Betrachter unweigerlich in seinen  Bann zieht. Nicht umsonst findet man z. B.  die Tulpenmagnolie (Magnolia soulangiana)  oft solitär stehend in Parks, wofür man kaum eine schmuckvollere und stolzere  Repräsentantin finden kann.  Das Farbspektrum der Magnolienfamilie reicht je nach Art und Sorte vom zarten Weiß, über ein warmes Rosa, ein kräftiges Violett bis hin zum weniger bekannten Schwefelgelb, das bei einigen Sorten auch sehr kräftig ausfallen kann.

Mit Bedacht pflanzen
Magnolien lieben einen tiefgründen und lockeren Boden mit ausreichender Bodenfeuchte. Er sollte sandig-humos bis sandig-lehmig sein. Ideal sind neutral bis leicht saure Standorte. Auf schweren und verdichteten Lehmböden „quittieren sie schnell den Dienst“ oder wachsen kaum von der Stelle. Die flachstreichenden, fleischigen Wurzeln sind etwas empfindlich und wollen bei der Pflanzung schonend behandelt werden. Sie brechen leicht ab oder können bei Gartenarbeiten im Kronenbereich leicht verletzt werden! Die Pflanzung erfolgt am besten im Frühjahr. Das Pflanzloch sollte hierfür nicht zu knapp bemessen sein. Gepflanzt werden sie lieber einen „tick“ höher als zu tief. In der Regel setzt sich das Substrat in der Pflanzgrube ja von selbst etwas. Da Magnolien gegen Bodenverdichtungen sehr empfindlich sind, verzichtet man am besten auf des bekannte An- und Festtreten der Erde im Bereich des Pflanzballens. Ein sorgfältiges Einschwemmen und ein anschließendes Pfählen (bei größeren Exemplaren) genügt. Die Baumscheibe sollte möglichst großzügig bemessen werden. Sie kann vor allem in den ersten Jahren mit etwa 5 cm Rindenmulch abgedeckt werden. Beengte Standort, die kaum offene Baumscheiben zu lassen und Pflasterungen bis weit an den Wurzelhals vertragen Magnolien sehr schlecht.

Sonnige bis lichtschattige Standorte
Die edlen Blütengehölze lieben einen freien und sonnigen Standort, an dem sie sich frei, unbedrängt und  wirkungsvoll entfalten können. Sie sollen repräsentieren können. Lichter Schatten wird noch vertragen. Sehr wichtig sind vor allem für die sehr früh blühenden Arten windgeschützte und warme Standorte. Nur allzu leicht wird die kostbare Blütenpracht von Spätfrösten verbräunt oder zerstört
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Auf Schnitt weitgehend verzichten
Viele Magnolienarten wachsen sehr langsam und formen im Laufe der Jahre bizarre Astgeflechte, die auch noch im Winter ohne Laub- und Blütenschmuck wirken. In der Regel gilt:  Je älter, desto schöner. Da man ihnen in der Regel einen freien Standort zugewiesen hat, sollte man Säge und Schere am besten stecken lassen. An den Pflanzen „herumzuschnibbeln“ ist kontraproduktiv. Wird die Pflanze doch mal zu ausladend, ist es sinnvoller mal einen ganzen Ast an der Basis herauszunehmen.

Gängige Arten für Hausgärten
Die Sternmagnolie (Magnolia stellata) hüllt sich bereits im März, wenn Blaustern, Krokus, Wildtulpen und Narzissen sich aus der Deckung wagen, in einen weißen, duftenden Blütenschleier. Sie wird mit 1 bis 2 m nicht besonders groß, macht ihren geringen und langsamen Wuchs aber locker durch dekorative, sternförmige Blüten wett. Gern verwendet wird die zauberhafte Tulpenmagnolie (Magnolia soulangiana). Diese öffnet ihre extrem großen, weiß-rosa Blüten etwas später als die Sternmagnolie. Sie ist aber durch die in den letzten Jahren verstärkt auftretenden, kräftigen Spätfröste ebenfalls gefährdet. Auch bei dieser Art sind geschützte Standorte angesagt.  Die Sternmagnolie wird meist als solitärer Großstrauch gezogen. Sie wächst anfangs trichterförmig. Später wird sie ausladend breit. Ende April bis Mai ist der große Auftritt der Purpur Magnolie (Magnolia liliiflora). Hiervon sind im Sortiment der Bauschulen eine Reihe sehr schöner Arten vertreten. Luftfeuchte Standorte sagen ihr besonders zu. Zu den im Sommer blühenden Magnolien zählt die Sommermagnolie (Magnolia sieboldii). Sie schickt ihre weißen Blüten mit karminroten Staubgefäßen  erst ab Juni „ins Rennen“.