obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Juni 2017

zurück
 
    ||01|| Sommerschnitt






 

(TN )Schnell schreitet das Gartenjahr voran. Vor wenigen Wochen noch Frost, kann man bei Obstspalieren und Formgehölzen schon jetzt an den ersten Schnitt denken.

Der Sommerschnitt bremst durch das Entfernen von Blatt- und Astpartien das Wachstum und kann z. B. beim Apfel das Problem der Stippigkeit mindern. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil des Sommerschnitts liegt auch darin, dass man den Aufbau im belaubten Zustand viel besser beurteilen kann als in der Zeit kahler Zweige.

Bei formal gezogenen Obstgehölzen kommt man am Sommerschnitt nicht vorbei, wenn man die Form erhalten möchte und für die Bildung von Blütenknospen dicht an den Gerüstästen sorgen will. Er wird vor allem in der stürmischen Wachstumszeit zwischen Mitte Mai und Mitte Juni – bei Bedarf noch weitere Male – wichtig. Ergänzend zum Sommerschnitt fördert ein zeitiges Herunterbinden oder Formieren steil stehender Triebe die Umwandlung von Blatt- in Blütenknospen. Bei frühen Sommerschnitten treibt der Baum nochmals aus. Ab etwa Mitte August reagiert er ruhig und bildet in der Regel keine neuen Triebe mehr. Dass man frühe Süßkirschen und Sauerkirschen, Johannisbeeren, Stachelbeeren oder Sommerhimbeeren gut nach oder im Zuge der Ernte schneiden kann, hat sich bewährt. Auch andere Obstarten, wie frühe Zwetschgen und Aprikosen sind gut dafür geeignet. Wunden, die bis etwa Mitte September entstehen, können vom Baum noch recht gut abgeschottet werden.

Beim Sommerschnitt unterscheidet man verschiedene Varianten:

Ende Mai: Pinzieren/Entspitzen
Beim Pinzieren werden ab etwa Ende Mai vor allem beim Spalier- oder Formobst junge Triebe mit der Schere bzw. mit Daumen und Zeigefinger auf ca. 10 cm eingekürzt. Mit den neuen Austrieben verfährt man dann nochmals ähnlich. Man erhält so die Form des Spaliers und sorgt für die Bildung von Fruchtholz.

Juniriss
Der Juniriss ist eine gute Möglichkeit, vor allem bei größeren Baumformen einjährige unpassende Triebe im noch krautigen Zustand samt ihrer schlafenden Augen mit einem Riss aus dem Baum zu entfernen. Dies mag etwa martialisch klingen, die Wunden verheilen am Baum aber erstaunlich gut. Das Reißen ist auch noch nach Juni möglich, solange der Trieb noch nicht allzu stark verholzt ist.

Augustschnitt
Je nach Obstart kann der Augustschnitt mit der Ernte kollidieren. Nachdem bei einem Schnitt ab etwa Mitte August aber kein Austrieb mehr erfolgt, kann ein Schnitt zu dieser Zeit gut zur Kronenkorrektur oder Höhenbegrenzung verwendet werden. Dieser ersetzt dann bereits einen großen Teil des Winterschnitts.

Belichtungsschnitt vor der Ernte
Für eine bessere Belichtung der Früchte kann es sinnvoll sein, etwa zwei bis drei Wochen vor der Ernte die Früchte etwas freizustellen, damit sie besser ausreifen und ausfärben. Hierbei werden in Form eines leichten Schnittes nur einjährige Triebe entfernt. Je nach Lage und Klima kann es dabei jedoch zu Schäden durch Sonnenbrand kommen.

Sonnenschäden vermeiden!
Bedingt durch die intensiver gewordene Sonne kann es an sonnenexponierten Standorten durch ein starkes Öffnen der Baumkrone –  das sog. „Freistellen“ reifender Früchte – zu Sonnenschäden kommen. Zwetschgen, Äpfel und Stachelbeeren sind in heißen Sommern häufiger betroffen. Hier sollte man eher vorsichtiger schneiden, damit die Früchte leicht beschattet sind. Die Intensität des Sommerschnittes sollte sich nach dem Standort richten!

Formobst in vielerlei Formen, darunter auch zahlreiche Varianten der Rebenerziehung, gibt es am Obstlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V.  Hier werden seit vielen Jahren U- und Verrier-Palmetten, Fächerspaliere und sogar Herzformen erzogen.