obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Juni 2017

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    ||03|| Sensible Bohnen












 

(TN ) Die Heimat der Gartenbohnen, zu denen Feuer-, Stangen- und Buschbohnen zählen, liegt im subtropischen Südamerika. Die hohen Temperaturansprüche merkt man nur allzu leicht im Frühjahr, wenn man ungeduldig den Aussaattermin nicht erwarten kann und die Samen erwartungsfreudig zu früh ausbringt. Die Enttäuschung bleibt dann oft nicht aus. Aber noch kann man den Grundstein für gute Ernten legen. Erfahrungsgemäß sind Aussaaten bis zum 10. Juli erfolgsversprechend.

Buschbohnen sind zwar bei der Aussaat oft etwas launisch, gelten aber als robuster als ihre großen Verwandten, die Stangenbohnen. Im Notfall gedeihen Buschbohnen auch noch im Halbschatten. Bohnen können wie Erbsen mit ihren eigenen Knöllchenbakterien den Stickstoff der Luft binden, sind aber für eine leichte Kompostgabe vor Kulturbeginn dankbar. Im Vergleich zu anderen Gemüsearten zählen sie zu den Schwachzehrern mit geringem Nährstoffbedarf. Bei der Aussaat direkt ins Freiland unterscheidet man zwei Varianten: Bei der Reihensaat unterteilt man ein Beet von ca. 1,2 m Breite in drei Reihen und legt ca. alle 4-6 cm in 3 cm Tiefe ein Samenkorn ab. Eine andere Variante ist die Horst- oder Stufensaat. Hierbei steckt man im Abstand von 40 bis 50 cm 4 bis 6 Kerne als ganze Gruppe in den Boden. Diese Variante eignet sich vor allem bei schweren Böden. Die Keimlinge können dann zusammen die verkrustete Erdoberfläche leichter durchdringen. Als dritte Variante wäre noch die Voranzucht zu nennen. Hierzu eignen sich vor allem verrottbare Erdtöpfe (Druchmesser ca. 8 cm), die man dann zusammen mit den vorgezogenen Pflanzen bei einer Pflanzenhöhe von ca. 10 cm direkt in den vorgesehenen Topf einsetzt. Pro Topf kann man 2 bis 3 Bohnenkerne stecken. Durch die Voranzucht lassen sich Probleme mit der Bohnenfliege und Schneckenfraß im sensiblen Keimstadium weitgehend umgehen. Alternativ führt man bereits vor der direkten Aussaat auf dem Gemüsebeet eine gründliche Schneckenbekämpfung durch und legt gegen die Bohnenfliege ein Vlies, bzw. ein Gemüseschutznetz über. In Mischkulturen mit Sellerie, Roten Rüben, Tomaten, Gurken und Salat scheint das Problem mit den lästigen Bohnenfliegen geringer zu sein.

Sind die ersten Aussaaten gescheitert, kann man es bis Mitte Juli nochmals versuchen und aus der Not eine Tugend machen. Nicht verzagen - Herbsternten schmecken auch gut. Sie gelten zudem als zarter!

Im Kontext der Kulturfolge auf den Gemüsebeeten sind folgende Reihenfolgen möglich: Bei einer Spätaussaat Anfang Juli ist es z. B. möglich, vorab noch einen Satz Brokkoli anzubauen. Mit den restlichen Nährstoffen des starkzehrenden Brokkolis, sollten die Bohnen dann noch gut klarkommen. Bei einer mehrgliedrigen Kulturfolge könnte man z. B. mit einem Satz Salat um Mitte März unter Vlies starten, dann ab Mitte bis Ende Mai Buschbohnen säen und das Gartenjahr mit einem Satz Feldsalat ausklingen lassen.

Wenn man Samen gezielt auswählt, sollte man auf Resistenzen gegen Fettfleckenkrankheit, Bohnenmosaikvirus und Brennfleckenkrankheit achten. Interessant sind sog. Gluckentypen wie `Maxi`. Bei Ihnen stehen die Bohnen über dem Laub. Filetbohnen, wie `Caruso`, gelten als sehr zart und schmackhaft. Oft verführen auch andere Farben. Blaue Sorten werden allerdings nach dem Kochen grün und verlieren ihren farbigen Zauber. Neben modernen Sorten gibt es für Liebhaber auch eine ganze Reihe verführerischer alter Sorten zum Entdecken. Eine darunter ist z. B. die `Rote Liebesbohne` oder der `Schwarzer Mercedes`. Dass man Bohnen nicht roh isst, sollte bekannt sein. Sie enthalten Giftstoffe, die sich erst nach dem Erhitzen zersetzen. Bohnen gelten bei regelmäßigem Verzehr als cholesterinsenkendes Gemüse mit viel Mineral- und Ballaststoffen.

Bezugsquelle der aufgeführten neuen Sorten:
Wolfgang Nixdorf
www.garten-wn.de
Tel.: 09343 3465

Zusammenstellung alter Sorten mit den sog. "Erhaltern" dieses Genpools:
Sortenhandbuch Arche Noah
www.arche-noah.at/
Tel.: 02734 8626