obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Juli 2017

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    ||02|| Bunte Johannisbeeren modern gezogen



Fruchtende Johannisbeeren als Hochstammpyramide gezogen sind ein „Eyecatcher“ für jeden Garten.


Als Spindel gezogen wirken sie sehr dekorativ und lassen sich leicht beernten.


Rosalinn trägt sehr reich. Die Beeren sind milder als bei vielen roten Sorten.


Johannisbeeren gib es mittlerweile in Schwarz, Rot, Gold, Weiß, und Rosa. Sie sind nicht nur urgesund, sondern machen auch farblich eine wunderbare Figur.

 

(TN ) Johannisbeeren zählen zu den robusten Klassikern des häuslichen Obstgartens. Neue Farben, robuste Sorten und moderne Erziehungsmethoden wie die „Coburger Hochstammpyramide“, die am Obstlehrgarten kreiert wurde,  macht das urgesunde Beerenobst wieder salonfähig.

Johannisbeeren gibt es mittlerweile in Weiß, Gelb, Rosa, Rot und Schwarz (Ribes nigrum), wobei besonders neue Spielarten, wie die rosafrüchtige Sorte `Rosalinn` reizvoll sind. Botanisch gesehen zählen die weißen Sorten zu den Roten Johannisbeeren (Ribes rubrum). Johannisbeeren reifen je nach Sorte von Ende Juni (z. B. `Primus`) bis in den August (z. B. `Augustus`) und liefern frisch vom Strauch gepflückt über einen langen Zeitraum täglich ein Stück Gesundheit. Auch für die „Spätlese“, was vielleicht etwas ungewöhnlich erscheint, sind einige Sorten gut geeignet. Die Beeren schmecken vor allem bei roten Sorten dann etwas säureärmer und milder. Mehrere Sorten nebeneinander gepflanzt fördern den Ertrag.
Humose nährstoffreiche Böden eignen sich am besten. Staunasse Böden sollten vermieden werden. Optimale Fruchtqualität wird nur in vollsonniger Lage erzielt. Im Schatten verzögert sich die Ernte. Johannisbeeren wachsen von Natur aus strauchartig. Aus Basisknospen im Übergangsbereich zwischen Wurzeln und Spross entstehen im Laufe des Jahres bei wüchsigen Pflanzen mehrere junge Bodentriebe, die für eine natürliche Verjüngung der Pflanze sorgen. Gepflanzt werden Johannisbeeren meist im Herbst bzw. im Frühjahr.

Das Fruchtverhalten bei Roten, Weißen und Schwarzen Johannisbeeren ist unterschiedlich. Bei Roten und Weißen Johannisbeeren fruchten in der Regel die einjährigen Seitentriebe der aufrecht wachsenden Haupttriebe. Kurze Seitentriebe an zwei- bis dreijährigen Gerüsttrieben liefern die besten Erträge. Bei Schwarzen Johannisbeeren sind die im Vorjahr gewachsenen Langtriebe in der oberen Triebhälfte bereits voll fruchtbar. Man sollte sie nicht einkürzen, denn sie liefern die beste Fruchtqualität. Im Laufe der Zeit entwickeln sich fruchtende, untergeordnete Seitentriebe Insgesamt verzweigen sie sich aber weniger als rote und weiße Sorten.

Die Erziehung als Strauch ist der Klassiker unter den Erziehungsformen. Johannisbeersträucher können, etwas Pflege vorausgesetzt, mit mehreren Jahrzehnten ein sehr hohes Lebensalter erreichen.

Traditionell werden Johannisbeeren auch als Fuß-, Halb- oder Hochstämmchen erzogen. Hochstämmchen wirken zweifelsohne sehr dekorativ und lassen sich leicht beernten. Damit man einige Jahre Freude an ihnen hat, sollte man beachten, dass Hochstämmchen meist in Kronenhöhe auf die Gold-Johannisbeere veredelt sind und diese Veredlungsstelle ein Schwachpunkt ist: Sie kann durch die Last der Früchte leicht brechen. Ein Pfahl bis in den Veredlungsbereich hinein beugt diesem vor. Austriebe aus der Unterlage und am Stamm sollten regelmäßig, möglichst tief und gründlich, entfernt werden. Durch die Veredlungsstelle ist eine bodennahe Regeneration durch neue Jungtriebe praktisch nicht möglich. Die Krone vergreist daher relativ schnell.

Eine Möglichkeit, die Schwachstellen eines Hochstammes zu umgehen, ist die Verwendung eines wurzelechten Hochstammes. Da man im Handel wurzelechte Johannisbeer-Hochstämmchen nur selten findet, bietet es sich an, diese selbst aus einem Grünsteckling oder einem Steckholz selbst zu ziehen Dies ist nicht allzu schwierig. Je nach Kulturgeschick und Wüchsigkeit der Sorte dauert es meist zwei Jahre, bis man die Höhe eines richtigen Stämmchens (0,80–0,90 m) erreicht hat. Ist dies der Fall, entfernt man bis auf die Gerüsttriebe des Stämmchen Kopfes die unteren Seitentriebe. Ein Anschnitt begrenzt die Höhe des Leittriebes etwa 15 bis 20 cm über der gewünschten Stammhöhe und fördert die Verzweigung in Kronenhöhe. Sofern es die Sorte mitmacht, kann man sich jedoch auch dafür entscheiden, die Mitte nicht anzuschneiden, sondern weiter zu fördern und bis auf 1,80 –bis 2 m durchwachsen zu lassen. Die Seitentriebe werden dann ab Höhe des Stammkopfes in Form einer Pyramide mit flachen Seitenästen erzogen. Das Ergebnis ist eine sog. „Hochstammpyramide“ Diese sieht nicht nur optisch sehr ansprechend aus, sondern erleichtert auch die Ernte erheblich. Ganz nebenbei werden die Früchte besser belichtet und sind bei der Ernte aromatischer und inhaltsreicher.

Hinweis: Anlässlich des Sommerfestes am Obstlehrgarten (Samstag, 29. Juli ab 14 Uhr) findet um 15:30 Uhr eine Fachführung durch den Lehrgarten mit seinem stattlichen Johannisbeeren Sortiment statt.