obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Juli 2017

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    ||04|| Leckere Aprikosen






 

(TN ) Leckere Aprikosen
Wenn es eine echte Diva unter den Obstgehölzen gibt, dann ist es die Aprikose. So lecker ihre Früchte, reif vom Baum geerntet schmecken, so heikel und anspruchsvoll ist sie in Sachen Standortwahl und Kulturführung. In vielen Jahren verhindern Spätfröste eine Ernte. In diesem Jahr steht aber eine gute Ernte an.

Was die Blütenbildung betrifft, ist die Aprikose zwischen Zwetschgen, Mirabellen, Reneclauden und Pfirsichen anzusiedeln. Eine Reihe von Sorten bilden sowohl am einjährigen Holz, als auch an Kurztrieben mehrjähriger Triebpartien Blütenknospen. Einjährige Langtriebe blühen bis zu einer Woche später als Kurztriebe. Sorten mit diesen unterschiedlichen Blühstadien gelten als ertragssicher.  Je älter der Fruchtast ist, desto mehr nimmt seine Fruchtqualität ab. Das Fruchtholz sollte daher regelmäßig verjüngt werden. Als Veredlungsunterlage wird oft St Julien A, Torinel, Wavit oder der Wangenheimer Sämling verwendet. Passt der Standort und wurde gesundes Ausgangsmaterial verwendet, ergeben Veredlungen auf Zwetschenunterlagen langlebige Bäume. Sie sind für eher schwere Böden und kühlere Gebiete besser geeignet als Aprikosen- oder Pfirsichsämlinge.

Standort gezielt wählen
Die Aprikose liebt einen warmen, geschützten Standort, der von kalten Winden, Nebel und Spätfrösten verschont wird. Die Marille schätzt Weinbauklima und hier besonders die höheren Lagen.  Ideal sind Jahresniederschläge im Bereich von 400 -500 mm. In regenreicheren Gebieten machen vor allem regengeschützte Spaliere an der Hauswand Sinn. Ideal sind leichte, lockere, humose Böden. Ihre Blüte setzt sehr früh ein und ist daher besonders frostgefährdet. Vor allem in kühleren Gebieten bieten sich nach Süden exponierte Lagen für eine erfolgreiche Kultur an. Im Weinbauklima stellen Westseiten oft einen akzeptablen Kompromiss dar.

Viele Sorten sind selbstfruchtbar – eine zweite Sorte verbessert die Befruchtung jedoch. Am besten sich bereits beim Kauf darüber informieren.

Vorsicht „Schlagsterben/Schlagtreffen“
Große Probleme bereitet das sogenannte Schlagsterben (Apoplexie): plötzliches unerwartetes Absterben meist zwischen dem dritten und siebten Standjahr. Die genauen Gründe sind noch nicht ganz klar. Meist ist ein Ursachenkomplex daran beteiligt. Die Heimat der Aprikose liegt in Gegenden mit kalten Wintern. Diese verlaufen dort ohne die in unseren Breiten immer häufigeren Wärmeperioden, auf die die Aprikose besonders sensibel reagiert. Schon eine relativ kurze kalte Periode reicht bei ihr aus, um wieder anzutreiben. Austriebsfähige Knospen und das im Saft stehende Holz werden durch Kälteeinbrüche schnell geschädigt. Bakterien nutzen die Verletzungen, um einzudringen und den Baum irreparabel zu schädigen. Hinzu kommen öfter Pilzkrankheiten wie Monilia, die meist Wegbereiter für einen späteren Bakterienbefall sind. Will man dem Baum helfen, empfiehlt es sich den Baum nur in der Vegetationszeit – vom „in  Saft gehen“ bis Mitte September zu schneiden. In diesem Zeitraum kann der Baum Wundgewebe bilden und holzzerstörende Pilze und Bakteriosen abwehren. Auch ein Weißeln der Stämme über den Winter ist sinnvoll, um Frostrisse zu vermeiden. Extrem wichtig ist ein sauberer Schnitt! Stummel sollten unbedingt vermieden werden, denn auch kleine Stummel können nur schwer mit Wundgewebe überwachsen werden. Beim Ableiten sollte der Schnitt in etwa zur gedachten Verlängerung des belassenen Astes ausgeführt werden.  Außerhalb des Saftstroms liegende Keile bei senkrechter Schnittführung am entfernten Ast verheilen schlecht.