obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Januar 2017

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    ||01|| Sortenhighlights aus dem Obstlehrgarten
















 

(TN) Wenn der Garten eine Winterpause einlegt und noch ausreichend Ruhe und Muse herrscht, bietet es sich an, über neue Obstsorten in seinem Garten nachzudenken und diese für die Frühjahrspflanzung einzuplanen. Auch im Obstgarten kommt der Wahl guter und robuster Sorten und Arten eine ganz entscheidende Bedeutung zu, wenn man reichlich und gesunde Früchte ernten will.

Gepflanzt werden kann im Prinzip auch in frostfreien Winterphasen. Frostempfindliche Gehölze wie Weinreben, Pfirsiche oder Aprikosen sollten allerdings erst im Frühling in die Erde.

11 Jahre ist der Obstlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e.V. nun schon alt. In diesen intensiven Obstjahren konnte eine Reihe von Sorten getestet und wertvolle Anbauerfahrungen werden. All die über 230 Sorten aufzuführen würde den Rahmen sprengen. Hier bietet sich ein Besuch des Gartens mit seinen Fachveranstaltungen an. Der Obstlehrgarten öffnet ab 3. April wieder seine Pforten.

Was kam bei den Besuchern des Gartens besonders gut an? Als Alternativen zu Brombeeren wurden z. B. die leuchtend rote Dorman Red oder die Japanische Weinbeere geschätzt. Letztere macht auch im Winter eine exzellente Figur, wenn sich Rauhreif oder Schnee in den bewehrten Trieben „verfangen“. Wie die meisten Beerenobstarten ist auch hier ein engmaschiger Schutz (Netz mit Maschenweite 0,8 x 0,8 mm) gegen die Kirschessigfliege angesagt. Rechtzeitig aufgelegt lässt sich so unvermadetes und hochwertiges Beerenobst ernten. Bei den heiklen Sommerhimbeeren, die im Lehrgarten auf einem lockeren Wall kultiviert werden, haben sich sie Sorten `Sanibelle`, `Weirula` und `Rubaca` bewährt. Begeistert waren viele Besucher von der stark wachsenden schwarzen Himbeersorte `Black Jewel`. Auch jetzt im Winter beeindruckt sie durch ihre weiß bereiften Trieb. Als klein und immergrün bleibende Heidelbeere hat sich auf die Kultur im Container die Sorte `Sunshine Blue` herausgestellt. Sie reift spät. Bei den Brombeeren wurden einige neue Sorten erfolgreich getestet. Vielversprechend für den Hausgarten sind die locker traubige Sorte `Asterina` und  die großfruchtigen Schweizer Züchtungen `BigAndEarly` und `Summerlong`. Wer Goji Beeren kultiveren möchte, sollte unbedingt auf die Sorten achten. Als gut und reich fruchtend gelten z. B. `Turgidus` und `LH22`. Für große Augen der Besucher sorgte die großfruchtige schwarze Johannisbeere `Bona`. Ähnlich große Früchte bildet `Big Ben`. Als ebenfalls groß und gutschmeckend wurden `Cassissima Noiroma` und `Ceres` eingestuft. Unter den Herbstäpfeln bekamen z. B. `Rebella` und `Rubinola` exzellente Noten. Bei den Weinreben eroberten sich anlässlich der Coburger Weinlese die Sorten `Romulus`, `Arkadia` und `Himrod` fordere Plätze. Lange Zeit hat sich im Birnensortiment wenig getan. Von den sog. Saxonia Birnen fiel z. B. `Hortensia` durch die beeindruckende Größe, ansprechende Farbe und ihren edlen Geschmack auf. Sauer macht lustig lautet das Motto bei den Sauerkirschen. Hier gilt es besonders gegen die Spitzendürre robuste Sorten im Hausgarten zu pflanzen. Robust und gut schmeckt die nicht ganz so saure, großfruchtige Sorte `Karneol`. Edle großfruchtige Zwetschgen/Pflaumen findet man in `Hanita`, `Haroma` und `Haganta`. Bei sog. Säulenbäumen muss man etwas aufpassen. Richtig als Säule wachsen eigentlich im handelsüblichen Sortiment nur Äpfel. Hier gibt es mit der sog. „Cats “ oder „Campanilo-“ Schiene eine Reihe guter Sorten. Achtgeben sollte man aber auch hier auf die Unterlage. Für den Hausgarten sind auch hier schwache oder mittelstark wachsenden Sorten angesagt. Auf Sämlingsunterlagen veredelte Apfelsäulenbäume wachsen so hoch wie Telegrafenmasten und sorgen für Probleme beim Schnitt. Wer Indiana Bananen ernten möchte braucht einen lockeren und leicht sauren Boden. Am besten pflanzt man mehrere Sorten dicht nebeneinander um die Befruchtung zu sichern. Notfalls muss hier mit dem Pinsel bestäubt werden. Wenn sie von starken Spätfrösten verschont werden, tragen die sog. Bayernkiwis nach 3 bis 4 Jahren sehr regelmäßig. Sie zählen mit zum letzten Obst aus dem Garten. Ein Männchen auf 3 bis 4 Weibchen sichert die Befruchtung.

Fachinfos zum Thema Obst gibt es bei den Gartenpflegerkursen des Kreisverbandes. Am 2. Februar findet um 19 Uhr im Nebenraum des Haarther Bierkellers in Haarth ein Seminar zum Thema: „Beerenbost modern und erfolgreich ziehen“ statt. Der Eintritt ist frei. Am 9. Februar geht im zweiten Teil der Gartenpflegerkurse um das Thema Rosen und Walnuss (gleicher Termin und Ort). Eingeladen sind nicht nur die Mitglieder der Obst- und Gartenbauvereine, sondern auch alle Gartenfreunde.