obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Januar 2017

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    ||03|| Johannisbeeren






 

(TN) Kein Garten ist zu klein für Johannisbeeren. Ist er nicht komplett verschattet und Spätfrösten extrem ausgesetzt (z. B. in ausgeprägten Talsenken), findet man auf jedem noch so kleinen Grundstück einen geeigneten Platz für das robuste und urgesunde Beerenobst. Auch die Kultur auf Balkon oder Terrasse ist leicht möglich.

Eine der klassischen Erziehungsmethoden ist der Hochstamm. Nach dem Ende der starken Fröste kann im Februar bereits mit dem Schnitt begonnen werden.

Hochstamm

Traditionell werden Johannisbeeren auch als Fuß-, Halb- oder Hochstämmchen erzogen. Hochstämmchen wirken zweifelsohne sehr dekorativ und lassen sich leicht beernten. Damit man einige Jahre Freude an ihnen hat, sollte man beachten, dass Hochstämmchen meist in Kronenhöhe auf die Gold-Johannisbeere veredelt sind und diese Veredlungsstelle ein Schwachpunkt ist: Sie kann durch die Last der Früchte leicht brechen. Ein Pfahl bis in den Veredlungsbereich hinein beugt diesem vor. Austriebe aus der Unterlage und am Stamm sollten regelmäßig, möglichst tief und gründlich, entfernt werden. Durch die Veredlungsstelle ist eine bodennahe Regeneration durch neue Jungtriebe praktisch nicht möglich. Die Krone vergreist relativ schnell. Sie sollte im Laufe der Jahre immer wieder in ihre Form korrigiert, ausgelichtet und verjüngt werden.

Pflanzschnitt
Für den Aufbau der Krone reichen drei bis fünf Haupttriebe aus. Die Krone besteht beim Pflanzen aus einem Mitteltrieb und drei bis vier Leittrieben, die etwa in einem Winkel 45-Grad-Winkel zum Mitteltrieb stehen. Zum Aufbau der Krone ist es hilfreich, zunächst gezielt passende, nach außen weisende Triebe auszusuchen und den Rest dann bei Bedarf zu entfernen. Es sollte schon in dieser Phase für ausreichend Licht in der Krone gesorgt werden. Am Schluss kann man die belassenen Triebe um ein Drittel bis zur Hälfte zurückschneiden. Bei den Seitentrieben schneidet man auf ein nach außen weisendes Auge.

Erziehungsschnitt
Im Jahr nach der Pflanzung ist bereits darauf zu achten, dass sich neue Triebe, die sich im Zentrum nahe an der Veredlungsstelle neu bilden und die Lücke ausfüllen wollen, entfernt werden. Sie würden die Krone schnell wieder dicht machen Leittriebe können auf nach außen weisende Seitentriebe gezielt abgeleitet werden, um die Krone offen zu halten.

Erhaltungsschnitt
Alle drei bis vier Jahre können ältere Leittriebe, die man für den Aufbau vorgesehen hatte, durch passende kräftige junge Triebe, die aus dem Innern der Krone entstehen, ersetzen. Abgetragene Seitenäste, die sich durch das Gewicht der Früchte nach unten gebogen haben, werden durch Ableiten auf geeignete jüngere Seitenaste wieder aufgerichtet oder bis auf drei bis vier Augen eingekürzt.

Hochstamm selber ziehen
Eine Möglichkeit, die Schwachstellen eines Hochstammes zu umgehen, ist die Verwendung eines wurzelechten Hochstammes. Da man im Handel wurzelechte Johannisbeer-Hochstämmchen nur selten findet, bietet es sich an, diese selbst aus einem Grünsteckling oder einem Steckholz selbst zu ziehen Dies ist nicht allzu schwierig.

Weitere Tipps und Hinweise liefert Teil 1 der Gartenpflegerkurse zum Thema „Beerenobst modern und erfolgreich kultivieren“ am Donnerstag, 2. Februar um 19 Uhr im Nebenraum der Gaststätte „Haarther Bierkeller“ in Haarth. Kurzentschlossene könne auch ohne Anmeldung noch zur Veranstaltung kommen