obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Januar 2017

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    ||04|| Zierananas selbst vermehren








 

(TN) Als Topfpflanzen sind weniger die bekannten Fruchtsorten interessant. Sie werden auf der Fensterbank einfach zu groß und sparrig. Die dornenähnlich gezahnten Blätter verhaken sich zudem leicht in Gardinen. Interessant für die Zimmerkultur sind vor allem klein bleibende Ananas-Ziersorten mit glatten Blatträndern. Einige dieser Züchtungen zeichnen sich zudem durch rötlich gefärbte Hochblätter aus. Auch gelb-grün panaschierte Sorten machen am Fenster eine gute Figur.
Die Ananas ist kein Epiphyt (Aufsitzerpflanze), sondern eine Erdbromelie und fühlt sich bei Temperaturen ab 20 Grad und hoher Luftfeuchte wohl. Diese sollte 50 -60  % am besten nicht unterschreiten, was z. B. für einen Fensterplatz in der Küche oder im hellen Bad spricht.  Ideal ist generell ein sonniger und heller Standort, der nicht der direkten Mittagsonne ausgesetzt ist.

In der Handel kommen in der Regel Pflanzen, die bereits Früchte tragen, oder bei denen die Blütenbildung bereits induziert ist. Je nach Art und Sorte schmecken auch die kleinen, zierenden Früchte ausgereift prima. Wer möchte, kann erst die kleine, reife Frucht genießen und anschließend den grünen Schopf zum Bewurzeln bringen.

Der erste Schritt zur neuen Babyananas ist nicht allzu schwer.

Beim Abschneiden des grünen Schopfes sollte man darauf achten, dass die Triebbasis nicht verletzt wird. Hierzu schneidet man den Blattschopf nicht direkt über dem Fruchtansatz ab, sondern belässt 1-3 cm  Zentimeter und entfernt dann das Fruchtfleisch vom belassenen Strunk vorsichtig. Die unteren Blätter werden, damit sie beim Stecken in das Substrat nicht unter die Erde kommen und verfaulen,  von der Basis in Richtung Blattschopf abgezupft.

Eine andere Möglichkeit Ananas zu vermehren besteht darin, an der Basis entstehende „Kindel“ abzutrennen. Diese können auch aus den Blattachseln, aus dem Fuß oder unterirdisch entstehen. Sie bilden sich vermehrt nach der Blüte, wenn die Mutterpflanze allmählich abstirbt. Alternativ  zum direkten Abstecken in ein Vermehrungssubstrat  kann man die Kindel auch in ein Glas Wasser stellen und sie zunächst einige Wurzeln bilden lassen. Ein Stück beigefügter Holzhohle hilft dabei, das Wasser „sauber“ zu halten.

Bevor der Steckling zur Wurzelbildung in die Erde kommt, sollte die Schnittstelle des Stecklings für einige Tage abtrocken um Fäulnis beim Abstecken zu vermeiden. Zusätzlich kann man sie mit reiner Holzkohlenasche einreiben.

Gesteckt wird am einfachsten in ein nährstoffarmes und steriles Aussaat oder Vermehrungssubstrat, das man im Fachhandel beziehen kann. Zusätzlich kann dies noch mit etwa 25% Perlit abgemagert werden. Nach dem Angießen mit kalkfreiem Wasser (z. B. Regenwasser)  kommt der Ananassteckling dann etwa  6 – 8  Wochen unter eine Glas- oder Folienhaube um Stress zu durch zu starke Verdunstung zu vermeiden. Gelegentlich kann etwas gelüftet werden. Will man durch leichten Zug am Schopf der Pflanze kontrollieren, ob sich bereits Wurzeln gebildet haben, sollte man sehr vorsichtig sein.  Ein sicheres Zeichen für die erfolgte Bewurzelung ist ein frischer Austrieb aus der Mitte der Blattrosette. Ideal für die Bewurzelung des Stecklings ist eine Bodentemperatur von etwa 25 Grad.

Nach erfolgter Bewurzelung kann in eine normale lockere Blumenerde getopft werden. Der Topf sollte eine gute Drainage besitzen um Staunässe zu vermeiden. Gießwasser in der Rosette wird schlecht vertragen und sollte vermieden werden. Schnell stellt sich sonst die gefürchtete Herzfäule ein, die durch einen Phytophthora Pilz verursacht wird.

Schwieriger ist der zweite Schritt, wenn es darum geht, den Steckling wieder zum Fruchten zu bringen. Der Blütenansatz wird bei der Ananas durch das Gas Ethylen eingeleitet. Im Erwerbsanbau werden die Anzuchtgewächshäuser gezielt mit dem Reifegas Ethylen behandelt. Hier setzt dann nach etwa 4 bis 6 Wochen die Blütenbildung ein. Bei der eigenen Vermehrung bedarf es einer gewissen Experimentierfreude (und etwas Glück – man könnte auch sagen einen grünen Daumen). Eine Möglichkeit den herangereiften Pflanzen das Gas Ethylen zukommen zu lassen besteht darin, die Ananas für einige Tage unter eine Plastikhaube zu stellen und einige reife Äpfel hinzu zu legen. Ausgereifte Äpfel scheiden das Gas Ethylen aus und können den Blütenansatz einleiten.