obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Februar 2017

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    ||04|| Winterlinge leuten das Frühjahr ein








 

(TN)Es sind noch keine großen Farbklekse, aber der die ersten Spur en des Frühlings sind dennoch unverkennbar, wenn die mutigen Winterlinge mit ihren kleine gelben Schalenblüten unverkennbare Ausrufezeichen des Frühlings setzen.

Die kleinen Frühlingszwerge, zu denen neben Schneeglöckchen und Co auch der Winterling gehört, haben es jetzt alle eilig. In einem Wettlauf mit der Zeit geht es darum, das energiereiche Licht, das jetzt noch fast ungebremst durch den Schatten von Gehölzen auf den Boden trifft, zu nutzen und in kürzester Zeit vom Austrieb bis zur Blüte und Samenbildung alle Entwicklungsstadien zu durchlaufen, bevor es wieder in die lange Sommerpause geht.

Sollen sich im Gehölzbereich naturnaher Gärten Winterlinge, Schneeglöckchen und Co auf Dauer etablieren, muss man auf  Laubharken, Hacken und Bodenbearbeitungsmaßnahmen in diesen Bereichen verzichten, da dies dem Ausbreitungsdrang entgegen wirkt. Herab fallendes Laub schützt in der kalten Jahreszeit die empfindlichen Überwinterungsorgane und liefert durch allmählichen Zerfall eine langsam fließende, mild wirkende Nährstoffquelle. Ein lockerer und etwas tiefgründiger Boden mit einer neutralen bis leicht basischen Bodenreaktion ist ideal. Auf schweren Lehmböden mit nur dünner Bodenkrume gelingt die dauerhafte Ansiedlung nur bedingt.

Kaum ist der Schnee geschmolzen, verwandelt der Winterling sonnenexponierte Gehölzränder in einen gelben Blütenteppich und liefert neben seiner leuchtenden Farbe sehr zeitig im Jahr Pollen und Nektar für die Bienen.

Die ursprüngliche Heimat des Winterlings (Eranthis hyemalis) liegt in den feuchten Laubwäldern Südeuropas. Von Südfrankreich über Italien und Bulgarien kommt er bis in die Türkei wild vor. Die ersten Berichte über den Winterling in deutschen Gärten datieren auf das Jahr 1588 zurück. Richtig populär wurde er allerdings erst Ende des 18. Jahrhunderts, als er großflächig in Landschaftsparks gepflanzt wurde.

So schnell wie er auftaucht, verschwindet er auch wieder. Schließt sich das Kronendach der Bäume und Sträucher, ist der Winterling schon wieder auf dem Rückzug. Sein großer Auftritt dauert nur von Februar bis Mai. Dann überdauert mittels er Hilfe einer dicht unter der Erdoberfläche versteckten Knolle bis zum nächsten Frühjahr.

Die im Fachhandel erhältlichen kleinen Wurzelknollen kann man vor dem Ausbringen eine Nacht in Wasser legen, bevor man sie ca. 5 cm tief steckt. Hat sich der Winterling bereits im Garten etabliert, kann  man größere Horste auch nach der Blüte teilen und an anderen Stellen auspflanzen. Wer etwas Geduld hat, kann die reifen Samen ernten und an ausgewählten Standorten flach in die Erde drücken. Mit der Blüte dauert es in der Regel allerdings 2-3 Jahre. Für seine rasche Verbreitung sorgen auch Ameisen, die am nährstoffreichen Samenanhängsel gerne naschen und es verschleppen.

Neben der heimischen Art Eranthis hyemalis gibt es auch den dunkelgelben, großblumigen Eranthis cilicia aus holländischer Kultur, der sich auch für Töpfe eignet.