obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Februar 2017

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    ||05|| Pfirsiche sehr luftig erziehen






 

(TN) Im März steht der Schnitt vieler Obstgehölze auf dem Programm. Unsicherheiten bestehen oft beim Schnitt von Pfirsichen, denn der Pfirsich besitzt verschiedene Triebarten, die man beim Schnitt unterschiedlich behandelt. Dies kann anfangs etwas verwirren. Schneidet man zur Zeit der Blüte, lassen sich diese aber leichter auseinanderhalten. Genauso so wichtig wie der Schnitt ist die Wahl des Standortes. Der Wärmebedarf des Pfirsichs ist sehr hoch. Windgeschützte, milde Lagen sollten bevorzugt werden. Lockere, gut durchlüftete und ausreichend feuchte Böden sind ideal. Auf schwerem Untergrund kommt es oft zu Gummifluss und mangelnder Holzausreife. Spätfrostlagen gilt es zu vermeiden.


Wahre Fruchttriebe sind etwa bleistiftstarken Triebe besitzen sogenannte Knospendrillinge. Die in der Mitte sitzende Blattknospe wird links und rechts von einer Blütenknospe flankiert. Bisweilen findet man auch die Kombination aus einer Blüten- und einer Blattknospe. Die aus der Blattknospe entstehenden Blätter sorgen für eine ausreichende Ernährung der Früchte. Wahre Fruchttriebe kann man unterschiedlich behandeln. Eine ruhige Baumreaktion erreicht man, wenn die einjährigen wahren Fruchttriebe, wie bei den klassischen Sauerkirschen nicht angeschnitten, sondern lang belassen werden. Überzählige und zu steil stehende Fruchttriebe, die oft mit vorzeitigen Seitentrieben garniert sind, kann man z. B. bei der Erziehung zur Hohlkrone ganz entfernen. Das Anschneiden kann z. B. im Zuge einer Verjüngung notwendig werden oder auch im Basisbereich einer Spindel sinnvoll sein, wenn die Gefahr droht von oben überbaut zu werden. Auch bei der Erziehung als kompaktes Wandspalier wird man öfter anschneiden müssen, wenn sich keine kurzen Seitentriebe finden.

Bei falschen Fruchttrieben fehlen ausreichend Blätter in der unmittelbaren Nachbarschaft der Früchte. Sie sitzen nur an der Spitze und an der Basis. Die Früchte in der Mitte befinden sich  alleine und werden oft nicht ausreichend ernährt. Nicht selten werden sie schon beim Junifruchtfall abgeworfen. Falsche Fruchttriebe entstehen z. B. oft als vorzeitige Triebe von kräftigen Langtrieben. Da man z. B.  bei der Erziehung zur Hohlkrone diese Triebe meist ganz entfernt, löst sich in diesem Kontext das Problem von selbst. Ansonsten  entfernt man falsche Fruchttriebe beim Schnitt ganz oder kürzt sie auf zwei Augen ein. Im nächsten Jahr können aus den belassenen Augen wieder wahre Fruchttriebe entstehen. Dieser Rückschnitt ist z. B. in den ersten Jahren im Zuge der Erziehung als Spindel sinnvoll.
Holztriebe sind oft die längsten Triebe im Baum, die  aber  in reiner Form nur gelegentlich vorkommen. Meist sitzen an der Spitze noch einige Blütenknospen. Holztriebe können z. B. bei  stärkeren Schnitteingriffe im Sommer entstehen. Sie werden ganz entfernt oder auf drei bis vier Knospen zurückgeschnitten. Durch den starken Anschnitt soll die Bildung kräftiger, wahrer Fruchttriebe angeregt werden.

Buketttriebe sind kurze Fruchtspieße, wie bei Kirschen. An der Spitze sitzt eine Blattknospe, darunter die Blütenknospen. Buketttriebe werden beim Schnitt geschont.

Wichtig beim Pfirsich ist ein klares Erziehungskonzept, das alljährlich durch einen gezielten Schnitt umgesetzt wird. Bei der sehr lichtbedürftigen Obstart gilt vor allem: Licht, Licht, Licht!

Erziehung als Hohlkrone
Pfirsiche wachsen in der Natur ohne ausgeprägten Mitteltrieb. Zusammen mit dem sehr hohen Lichtbedürfnis und dem Wunsch nach guter und reicher Ernte bietet sich im Hausgarten auch die Erziehung als Hohlkrone an. Hier empfiehlt sich die Erziehung mit nur drei Seitenästen, die im Winkel von etwa 60 Grad zur gedachten Mitte sehr flach und gleichmäßig um den kurzen Stamm verteilt als Vasenform gezogen werden. Pflege und Ernte können bei diesem. Erziehungssystem ohne Leiter erfolgen. Die Erziehung ist in der Regel nach drei Jahren abgeschlossen. Steile kräftige Triebe auf der Oberseite werden zu Gunsten flacher kurzer Triebe ganz entfernt.

V System
Interessant ist auch das V System. Es orientiert sich in der Erziehung an der beschriebenen Hohlkrone. Hier werden hier aber nicht drei, sondern nur zwei Triebe belassen und als V gezogen. Die Stellung der beiden Hauptäste kann mit 60 bis 50 Grad zur gedachten Mitte etwas aufrechter erfolgen.