obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Februar 2017

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    ||01|| "Augen auf" beim Kauf von Obstgehölzen
Vor der Pflanzung empfiehlt es sich, das dichte Drehwurzelgeflecht mechanisch gut aufzulockern.

Wurzelnackte Jungpflanzen sollten eine gute Garnierung mit feinen Saugwurzeln aufweisen.






Obstgehölze bestehen in der Regel aus Unterlage und Edelreis. Die Veredlungsstelle muss bei der Pflanzung über der Erde liegen, da sich das Obstgehölz sonst „frei macht“.

 

(TN)Hausgärten werden bedingt durch steigende Grundstückspreise immer kleiner. Gleichzeitig nimmt jedoch der Wunsch zu, gesundes Obst im eigenen Garten anzubauen: frisch, ungespritzt, vitaminreich und möglichst das ganze Jahr.
Dank schwachwachsender Unterlagen bleiben viele Gehölze klein, fruchten früh, lassen sich leicht formieren und sind auch in Sachen Schnitt gut beherrschbar. Moderne Erziehungsmethoden erleichtern die Ernte und werten den Garten optisch auf. Auch für Balkone und Terrassen gibt es eine bunte Vielfalt passender Obstarten
Markenbaumschulen sind nach wie vor empfehlenswerte Ansprechpartner. Ein Etikett mit Informationen über Sorte und ggf. der verwendeten Unterlage sollte auf jeden Fall vorhanden sein. Die Pflanzen sollten virusfrei sein, nur so wachsen sie gesund an und weiter: Die Bezeichnungen „virusgetestet" (VG) und „virusfrei" (VF) geben Hinweise auf den Virusstatus einer Pflanze.

 „Überständige“ Pflanzen, die z. B. viele Jahre im Container gestanden haben, weisen ein starkes Ringelwachstum der Wurzeln auf und wachsen nur schlecht an. Bei wurzelnackten Pflanzen (die immer weniger angeboten werden) liegt die Wahrheit vor allem unter der Erde, sprich in der Qualität der Wurzeln. Hier sollten im Idealfall nicht nur dickere Wurzelpartien, sondern vor allem reichlich feine Faserwurzeln vorhanden sein. Sie sind für ein schnelles Anwachsen wichtig und dürfen auf keinen Fall durch falsche Lagerung ausgetrocknet sein. Die Pflanze ist danach unbrauchbar.

Veredelte Pflanzen
Viele Obstgehölze lassen sich nicht sortenrein aus Samen ziehen. Da eine Vermehrung aus vegetativen Pflanzenteilen (Stecklinge etc.), die identische Nachkommen liefern, allerdings noch nicht ganz so einfach und kostengünstig gelingt wie gewünscht, werden die Pflanzen veredelt. Den Teil unter der Erde bildet die sogenannte Unterlage, den oberen Teil die erwünschte Sorte. Die Veredlungsstelle, die über der Erde liegt, sollte sichtbar und gut verwachsen sein. Der Stamm sollte gerade gewachsen sein und die Stammhöhe den gängigen Normen entsprechen. Beim Hochstamm beträgt die Höhe des Stammes 1,60 bis 1,80 m. Ausreichend viele Seitentriebe bei Stein- und Kernobst sind vorteilhaft. Sie ermöglichen zahlreiche Möglichkeiten in der weiteren Erziehung.

Bei manchen Obstarten, wie der Birne, sind wegen Unverträglichkeiten einiger Sorten noch sogenannte Zwischenveredlungen notwendig. Die ganze Pflanze besteht dann aus den drei Komponenten: Unterlage, Zwischenveredlung und Edelsorte. Vorteilhaft ist es, wenn auch dieser Umstand vermerkt ist.

Die Veredlungsstelle darf bei der Pflanzung nicht mit Erde bedeckt werden. In diesem Fall könnte sich das Obstgehölz „frei machen“, d.h., die aufveredelte Sorte wäre in der Lage, ihre eigenen Wurzeln zu bilden und die Eigenschaften der Veredlungsunterlage zu umgehen. Dies ist vor allem bei  schwachwuchsinduzierenden Unterlagen natürlich nicht erwünscht. Die Veredlungsstelle sollte Handbreiten über der Erde

Entscheidungshilfen vor dem Kauf
Ein Rundgang durch den eigenen Garten vor dem Kauf hilft bei der Entscheidung. Folgende wichtige Punkte sollte man für sich kurz klären:

  • Welche Obstarten sagen mir am meisten zu?
  • Bietet mein Garten für diese Arten die nötigen Voraussetzungen (Größe, Bodenbeschaffenheit, Klima, Belichtung)?
  • Möchte ich Naschobst während der ganzen Gartensaison in möglichst breiter Palette oder nur besondere, reichtragende Obstarten für bestimmte Verwertungszwecke?
  • Wieviel Platz steht zur Verfügung, z. B. für einen größeren Hausbaum, in den man auch einmal eine Schaukel hängen kann? Oder sollen es doch eher kleine, kompakte Obstgehölze für einen kleinen Standort sein?
  • Welche Baumformen passen am besten in den Garten?
  • Wie lange kann oder will ich auf die Ernte warten?
  • Brauchen die gewünschten Obstarten eine Befruchtersorte?
  • Kann und will ich viel schneiden?
  • Möchte ich ohne große Leiter auskommen?
Fachliche Hinweise auf diese Fragen liefert Teil 3 der Gartenpflegerkurse am Donnerstag, 16. Februar um 19 Uhr in der Gaststätte Haarther Bierkeller in Haarth, wo es um das Thema Schnitt von Obstgehölzen geht. Interessenten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei