obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Dezember 2017

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    ||01|| Obstgehölze kalken






  (TN)

Früher war es gängige Praxis die Stämme seiner Obsthochstämme im Winter zu kalken und so vor gefährlichen Frostrissen zu schützen. Diese vorbeugende Maßnahme hat auch heut nichts an Aktualität verloren. Ganz im Gegenteil. Wenn es im Garten etwas ruhiger wird, kann man schon jetzt an diese Pflegearbeit denken, dann kann die plötzliche Wintersonne den Stämmen nicht mehr so viel Schaden zufügen.

Gekalkt wird hierbei neben den Stämmen auch bis in den Bereich der Leitäste hinein. Durch den regelmäßigen und rechtzeitigen Auftrag handelsüblicher oder selbst hergestellter Produkte lassen sich sog. Frostrisse und damit entstehende Eintrittspforten Schaderreger relativ gut vermeiden.

Frostrisse entstehen vor allem durch Zugspannungen im Stamm. Scheint an sonnigen und kalten Wintertagen die Sonne intensiv auf einen dunklen Stamm, heizt sich dieser auf der sonnenzugewandten Seite stark auf. Stammmitte und Rückseite bleiben kälter. Beim Zusammenziehen kann es durch Spannungen zu langgezogenen Rissen kommen. Durch Frostschäden wird das Obstgehölz einerseits direkt mechanisch geschädigt, andererseits stellen Risse indirekt Eintrittspforten für krankheitserregende Pilze und Bakterien dar. Dies ist nicht minder problematisch.

Neben streichfertigen Produkten kann man sich auch selbst helfen. Ein Weißanstrich aus Wasser und günstigem Weißhydratkalk (Mischverhältnis ca. 10: 1) ist schnell und einfach hergestellt. Mit einem Quirl auf der Bohrmaschine lässt sich die Emulsion mit Wasser einfach streichfertig anteigen. Leider wäscht sich die Farbe im Laufe von etwa zwei Jahren wieder ab. Es gibt aber auch lange viele Jahre am Stamm verbleibende Stammanstriche im Handel wie z. B. Arboflex. Die Farbe wird bei frostfreiem und trockenem Wetter aufgetragen. Vorher kann die Rinde mit einem Rindenschaber oder einer Bürste noch etwas von lockerer Borke befreit werden. Zum Teil wird auch weiße Dispersionsfarbe für Außenanstriche verwendet. Vorbeugend gegen das Steinobststerben kann man zu den Weißanstrichen noch 3% Kupfer beimischen.