obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte August 2017

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    ||02|| Dickmaulrüssler biologisch bekämpfen




 

(TN )Buchtenartige Fraßstellen an Blatträndern von z. B. Heidelbeeren oder Rhododendren weisen auf einen Schaden durch den Dickmaulrüssler hin. Der Schädling vermehrt sich vor allem auf Standorten mit lockeren, humosen, torfhaltigen Pflanzflächen, wie dies bei Moorbeetpflanzungen  der Fall ist. Auch in Pflanzgefäßen von Kübelpflanzen mit lockeren Substraten kommt der gefräßige Schädling häufig vor.

Baut sich der Bestand des  Dickmaulrüsslers auf, können die Schäden immens sein.

Der gefurchte Dickmaulrüssler ist ein ca. 1cm großer Käfer. Er ist schwarzbraun gefärbt und hat einen deutlichen „Rüssel“. Er ist nachtaktiv und lässt sich beim Schütteln der Pflanzen blitzartig fallen. Er wird daher kaum entdeckt. Während der Käfer den typischen Blattrandschaden verursacht, nagen die gefräßigen cremeweißen Larven dicht unter der Erdoberfläche hungrig an den feinen Wurzeln der Pflanzen. Dies kann bei starkem Befall zum Absterben führen.

Bei der Bekämpfung von Käfer und Larve muss man getrennt vorgehen. Die natürlichen Feinde der Dickmaulrüsslerlarven sind winzige fadenartige Nematoden, die man bei Nützlingsfirmen bestellen kann. Nach Ankunft der natürlichen Helfer  wird die Trägersubstanz mit den Nützlingen in Wasser aufgelöst und flächig auf der relevanten Fläche gegossen. Übliche Mengen sind Portionen für 12, 24 oder 100 m2. 

Im Freiland setzt man die Nematoden von März bis Juni und von August bis Oktober ab einer Temperatur von 12 C 0ein.  In dieser Zeit liegen fressende Larvenformen vor. Empfohlen wird ein zweimaliger Einsatz.  Die Nützlinge dringen in den Körper der Larven ein und bringen diese zum Absterben. Für eine gute Wirkung sollte der Boden mindestens 6 Wochen feucht gehalten werden.

Die Nematoden sind auch gut zur Bekämpfung des Gartenlaubkäfers geeignet.

Gegen den Käfer selbst, den man bisher biologisch nicht bekämpfen konnte,  muss man differenziert vorgehen. Hierfür gibt es seit einiger Zeit spezieller Holzbretter mit Nuten, in denen sich ein Gel mit Nematoden befindet. Der Käfer versteckt sich im Idealfall unter dem Brett und infiziert sich hierbei mit den Nematoden, was zum Absterben führt. Die kleinen Brettchen kann man von Mai bis September ausbringen.

Bezugsadressen:
www.nuetzlinge.de