obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte August 2017

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    ||01|| Leckere Garten-Heidelbeeren







 

(TN ) Den passenden Standort und Boden vorausgesetzt lassen sich Heidelbeeren mit auch erfolgreich im eigenen Garten kultivieren. Die Ernte ist in diesem Jahre besonders üppig.
Kultursorten der Heidelbeeren sind Heidekrautgewächse und fühlen sich wie unsere heimische Wald-Heidelbeere, die Preiselbeere und die Cranberry nur in sauren Böden mit einem pH Wert zwischen 3,5 und 4,5 wohl. Sie leben in Symbiose mit einem Wurzelpilz (Mykorrhiza), der in einem Substrat mit viel Holzanteil gut gedeiht. Nur am passenden Platz wachsen Heidelbeeren wirklich gut und bleiben gesund. Ideal sind geschützte, sonnige bis halbschattige Standorte. Vernässung wird genauso schlecht vertragen wie zu trockene Böden. Da Gartenböden vielfach zu kalkhaltig sind, muss man bei der Kultur der Heidelbeere bisweilen etwas kreativ sein.

Containerkultur
Heidelbeeren sind auch im Topf gut frosthart. Ausnahmen bilden immergrüne Arten, die im Winter schattig stehen sollten und am besten mit einem Vlies bedeckt werden. Für den Anbau im Container wählt man ein Pflanzgefäß mit 20 bis 30 l Volumen. Heidelbeeren sind Flachwurzler. Die Pflanzgefäße sollten daher eher breit als tief sein.  Container mit einem dichten Wurzelfilz lockert man am besten vor dem Pflanzen auf und wässert den Container gründlich. Bei Verwendung von Weißtorf sollte man darauf achten, dass dieser auch wirklich gründlich mit Wasser gesättigt ist. Es kommt sonst schnell zu Trockenschäden.

Als Substrat eignet sich am besten eine aufgedüngte Rhododendron- oder Moorbeeterde. Etwas ungewöhnlich erscheint die Kultur in Sägemehl von Nadelgehölzen (z. B. Tanne). Auch Weißtorf kann verwendet werden. Hierzu gibt man pro Liter Topfvolumen ca. 4 g Langzeitdünger (z. B. Osmocote) auf das Substrat und arbeitet dies leicht ein. Kann man mit Regenwasser gießen, ist dies ideal. Zum Nachdüngen fertiger Substratmischungen verwendet man z. B. Rhododendron- oder Zitrusdünger.
Als Unterpflanzung eignen sich wunderbar Preiselbeeren, Cranberries oder Moltebeeren (2 bis 3 Stück pro Topf). Bei Abdeckungen der Töpfe mit frischem Rindenmulch sollte man vorsichtig sein. Dies kann vor allem bei jungen Pflanzen zu Wachstumsstockungen führen.

Im Hochbeet
Ein kleines Hochbeet im Trockenmauerlook ist eine optisch interessante Gestaltungsalternative Einfacher und schneller geht es auch mit einem stabilen Rahmen aus Holzbrettern. Baut man sich ein Hochbeet mit punktuell befestigten Trockenmauersteinen, kann man es auch als natürliche Sitzgelegenheit nutzen. 50 bis 60 cm Höhe reichen völlig aus. Heidelbeeren gelten eher als Flachwurzler. Als Grundmischung für die Füllung des Hochbeetes kann eine Mischung aus 60% Weißtorf, 30% Rhodohum und 10% Blähschiefer (zur Strukturstabilisierung) verwendet werden. Im Frühling füllt man das Hochbeet wegen des langsam voranschreitenden Abbaus und des Sackens des Materials mit einer ca. 2 cm mit frischer Moorbeeterde auf. Dies liefert auch zugleich einen Teil der Nährstoffe nach. Hochbeete trocknen in der warmen Jahreszeit schneller aus als die die normale Gartenerde, was bei der Bewässerung zu beachten ist.

Wuchs und Fruchtbildung
Die Heidelbeere kann am passenden Standort und bei guter Pflege genauso wie Johannisbeersträucher einige Jahrzehnte lang beerntet werden. Je nach Sorte erreichen sie nach einigen Jahren ihre Endhöhe von 1,50 bis 2 m. Wer kleiner wachsende Sträucher will, muss bei der Sortenwahl achtgeben: Deutlich kleiner bleibt z. B. `Sunshine Blue`. Für die Kultur in Container auf dem Balkon eignen sich sehr kompakt wachsende Sorten wie `Lowberry Little Blue Wonder`. Besonders große Früchte liefern z. B. die Sorten `Blueroma` oder `Brigitta Blu.

Dickmaulrüssler
In torfreichen Substraten fühlen sich Dickmaulrüsslerlarven sehr wohl. Sie fressen an den feinen Saugwurzeln der Pflanzen und können beträchtliche Schäden verursachen. Biologisch kann man sie durch den Einsatz von Nematoden (Fadenwürmern) in Schach halten, die man vorsorglich Ende April und Anfang September ausbringt.