obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte September 2016

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    ||03|| Zuckermais schmeckt Jung und Alt





 

(Tn) Nicht jedes Gemüse steht nicht bei  jungen Gärtnern in der Beliebtheitsskala weit oben. Mit Zuckermais oder „sweetcorn“ sieht es meist anders aus. Auch erfahrene Gärtner schätzen den neuen Geschmack im bekannten Sortiment. Der Name macht dem Gemüse alle Ehre. Zuckermais schmeckt aber nicht nur gut, sondern enthält zudem  viel Eiweiß, Mineral- und Ballaststoffe. Im Hausgarten lässt er sich leicht anbauen und auch als effektiver Sicht- und Windschutz einsetzen.

Mais kommt aus Zentral- und Südamerika. Mit etwa 300 Arten zählt er zu den wichtigsten Körnerpflanzen. Zuckermais ist eine früh reifende Art des Futtermais. In den etwas kleineren Kolben wandelt sich der Zucker nur teilweise in Stärke um. Im Stadium der sog. Milchreife kommt es zu einer Art „Zuckerstau“, der dem Zuckermais die besondere Süße verleiht.

Bei großer Hitze und Trockenheit kann es zu einem lückenhaften Kornansatz kommen. Ideal für den Anbau sind humusreiche, tiefgründige und warme Böden.  Im Hausgarten baut man den Zuckermais am besten in einer oder mehreren Reihen beetartig an. Durch den dichten Stand gewährleistet man eine gute Bestäubung. Mais ist einhäusig und wird durch den Wind bestäubt.

Die Aussaat erfolgt am besten erst nach den Eisheiligen bis Mitte Mai. Als Vorkulturen sind z. B. Salat oder Radies möglich. Die Keimung erfolgt bei einer Bodentemperatur von etwa 10 Grad. In der Reihe legt man die Körner im Abstand von ca. 25 cm etwa 4 cm tief ab. Beim beetartigen Anbau liegt der Abstand zur Nachbarreihe bei ca. 40 cm. Die Körner sät man am besten etwa 3 Korn pro Saatstelle und lässt nach dem Auflaufen nur einen Keimling stehen. Der größte Wasserbedarf entsteht dann, wenn sich die Kolben ausbilden.

Zuckermais schmeckt am besten, wenn er zur richtigen Zeit direkt von der Pflanze geerntet wird. Die Genussreife setzt meist Anfang September ein. Hinweise auf den optimalen Reifezustand ist das Umfärben der Griffelfäden an der Spitze des Kolbens ins Braune. Beim Fingerdruck auf den reifenden Kolben tritt aus den Körnern milchiger Saft aus. Nach der Ernte lässt er sich auch einige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Am besten man probiert hin und wieder. Ist der optimale Reifezeitpunkt verpasst, verliert er schnell von seinem köstlichen Geschmack und wird mehlig.  Die Kolben lassen sich roh verzehren oder ganz bzw. geschält in etwa 20 min in Wasser kochen und anschließend mit Butter bestreichen.

Die Ernte lässt sich etwas staffeln, wenn man unterschiedliche Sorten anbaut. Bei geschickter Sortenwahl  ist dann eine Ernte bis zu den ersten Spätfrösten möglich. Beim Zuckermais unterscheidet man grob in zwei Sortengruppen: In die süßen und extra süßen Sorten, wobei letztere besonders gut schmecken.

Bei Problemen mit dem Maiszünsler können die Kolben auch in die mittlerweile gängigen größeren  Traubenschutznetze gesteckt und so vor den gefräßigen Raupen bei rechtzeitiger Anbringung geschützt werden.

Mais ist auch deshalb besonders willkommen, da er eine gute Möglichkeit zum Kulturwechsel offeriert. Als Mitglied der Gräserfamilie fehlen ihm die Verwandten im bekannten Gemüsesortiment.