obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte September 2016

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    ||02|| Köstliche Weintrauben auch bei uns










 

(Tn) Weinreben zählen zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Sie sind selbstfruchtbar und können auch einzeln gepflanzt werden. Weinreben vereinen Nutzen und Zierde.
Im naturnahen Anbau sollten gezielt die gegen Falschen und Echten Mehltau resistenten Sorten angebaut werden. Die Auswahl ist mittlerweile verführerisch groß. Wichtige Aspekte beim Kauf einer Rebe sind zudem die Winterfrosthärte, die Reife und der Geschmack. Um die Ausreife der Trauben zu ermöglichen, sollten in weinbaulichen Randlagen, wie es das Coburger Land ist  vor allem frühe oder mittelfrühe Sorten Verwendung finden – reine Südlagen bzw. Südwände sind optimal. In verschatteten Lagen lässt die Widerstandskraft gegen Pilze schnell nach.
Getopfte Weinreben werden in milden Gebieten im Herbst bzw. in rauheren Lagen im Frühjahr gepflanzt.

Standort
Obwohl Weinreben aus wärmeren Gebieten kommen, sind sie dennoch bis in höhere Lagen kulturwürdig, wenn sie z. B. an einer nach Süden exponierten Hauswand angebaut werden oder früh reifende Sorten verwendet werden. Generell eignen sich nach Süd bis West ausgerichtete Lagen. Die Ansprüche an den Boden sind rel. bescheiden. Weinstöcke wurzeln sehr tief und sind, einmal gut angewachsen, tolerant gegen Trockenheit. Dies erübrigt aber nicht das Gießen in den ersten Jahren nach dem Pflanzen. Der Boden sollte am Standort der Rebe eine Tiefgründigkeit von 0,5 bis 1 m aufweisen Ideal sind pH Wert zwischen 6,0 und 7,5.

Wuchs und Fruchtbildung
Weinreben sind Lianengewächse des lichten Auwaldes. In der Natur klettern sie an Bäumen empor. Sie brauchen zum Anbau entsprechende Wuchshilfen zum Festklammern, sei es ein Drahtrahmen, ein Pfahl oder ein Baumstamm.
Fruchtstände bilden sich nur an den diesjährigen Trieben, die sich aus einer Knospe des vorjährigen Triebes entwickeln. Vorjährige Triebe, die aus dem Altholz entstehen, fruchten im ersten Jahr in der Regel nicht. Sie werden entfernt bzw. auf Zapfen geschnitten und manchmal zur Verjüngung belassen. Sie tragen erst im Jahr darauf Trauben Zur Förderung der Fruchtausbildung ist auch im Hausgarten ein (mehrmaliger) Laubschnitt sinnvoll.

Ziel des Schnittes

Ohne Schnitt wächst ein Weinstock sehr wild und liefert zwar viele, aber nur kleine Trauben. Um einen geordneten Aufbau zu erreichen, werden beim Winterschnitt, der etwa im Januar/Februar erfolgt, 80 bis 90% des Holzes entfernt. Die Augenzahl am Stock sollte nicht zu hoch sein, damit sich der Weinstock nicht durch zu viel reifende Früchte überträgt. Ziel des Schnittes ist es, ein Gleichgewicht zwischen Traubenbildung und vegetativem Triebwachstum herzustellen.
Infos über die unterschiedlichen Erziehungsformen des Weines, sowie reale Eindrücke über Sorten, die auch im Coburger Raum gut gedeihen, gibt es anlässlich der „Herbstlichen Naschereien“ am 30. September am Ostlehrgarten des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e. V. (Beginn 14 Uhr).

Pflanzung am Haus
Bei Pflanzungen am Haus kann es vorkommen, dass ein vollständiger Bodenaustausch mit guter lockerer Gartenerde vorgenommen werden muss, da die vorgesehene Pflanzstelle oft mit Bauschutt und anderem Unrat vermischt und häufig stark verdichtet sind. Etwas reifer Kompost kann beigemischt werden, Mineraldünger hat im Pflanzloch aber nichts zu suchen. Bei Bedarf kann zur Lockerung auch etwas Lawalit oder Baumsubstrat zugegeben werden. Das Pflanzloch sollte eine Größe von ca. 0,5 x 0,5 x 0,5 m haben. Problematisch ist der Regenschatten von Gebäuden mit großen Dachvorsprüngen. Wird in den ersten Jahren nicht regelmäßig gewässert, leidet der Wuchs oft erheblich. Wer möchte, kann die Wurzeln im Abstand von ca. 30 cm schräg zur Wand setzen. Die Wurzeln gelangen dann schneller in die durchfeuchteten Regionen. Die Veredlungsstelle sollte mindestens 2 bis 3 cm über der Erde liegen.

Empfehlenswerte Sorten
Empfehlenswerte Sorten sind bei den „Klassikern“ z. B. `Birstaler Muskat` und `Muscat Bleu`. Bei den Kernlosen Sorten z. B. `Himrod`, `Romulus`, `New York (Lakemont), `Venus` und `Kischmisch`. Unter den  großfruchtige Sorten/Tafeltrauben sind z. B. `Isabella Blau`, `Arkadia`, `Angela`, `Fromuosa alba`, `Kodrianka` und  `Ontario` bei uns eine Anbauversuch wert. Gegen Vogelfraß und die Kirschessigfliege lassen sich engmaschige Schutzbeutel    einfach und effektiv über die Trauben ziehen.