obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Oktober 2016

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    ||06|| Pflegeleichtes Wurzelgemüse Pastinaken und Wurzelpetersilie bereichern das Gemüsesortiment im Hausgarten





 

(Tn) Pastinaken und Wurzelpetersilie sind, wenn sie erstmal einmal Fuß gefasst haben, dankbare Wurzelgemüsearten, die bis weit in den Herbst hinein frisch vom Gemüsebeet geerntet werden können. Trockenperioden stecken sie im Sommer relativ gut weg. Im Zeichen des Klimawandels sind sie daher besonders interessant.

Beide Wurzelgemüsearten zählen zur Familie der Doldenblütler und lieben zur Ausbildung ihrer schmackhaften Wurzeln wie die Möhre einen sandig humosen und tiefgründigen Boden. Bodenverdichtungen bereiten  ihnen Probleme und liefern „beinige“ Wurzeln mit vielen kleineren Seitentrieben. Bei schweren Böden kann Sand und Kompost (3-5l pro m2) zur Lockerung zugegeben werden.  Frühestens nach 3 Jahren sollte man die beiden Gemüsearten wieder auf dem gleichen Beet anbauen. Sie gelten als mich sich selbst unverträglich.

Die Pastinake zählte vor zwei- drei Jahrhunderten zu der am meisten kultivierten Gemüseart bis sie von der Kartoffel und der Möhre verdrängt wurde. Der leicht süßliche Geschmack liegt etwas zwischen Möhre und Sellerie. In England püriert man sie z. B. zusammen mit Kartoffeln.  Man kann sie aber auch für Suppen oder Eintöpfe verwenden oder roh geraspelt unter Rohkostsalate mischen. Die Pastinake enthält ätherische Öle, die dem Kümmelöl ähnlich sind. Sie können Blähungen lindern.

Die Wurzeln sind frosthart und überwintern. Sie liefern jetzt im Spätherbst noch wunderbares Wurzelgemüse, das man bei Bedarf knackig frisch aus dem Gemüsegarten ernten kann. In frostfreien Perioden können sie sogar bis ins Frühjahr fortlaufend geerntet werden. Nach dem Austrieb im neuen Jahre beginnen sie dann leider  zu „schossen“, d. h. sie gehen in die Blütenphase über. Die Wurzeln werden dann holzig und schmecken nicht mehr besonders.

Die Aussaat erfolgt in der Regel im März/April. Bis zur Ernte vergehen 6-7 Monate. Die lange Kulturdauer ist vielleicht einer der wenigen Nachteile. Um einem Schossen vorzubeugen, das durch tiefe Temperaturen nach der Aussaat verursacht wird, empfiehlt sich der Einsatz eines Gemüsevlieses bis nach den Eisheiligen. Der Reihenabstand beträgt ca. 30 – 35 cm. In der Reihe sollte 10 -15 cm Abstand eingehalten werden. Das Saatgut wird ca. 2-3 cm tief gesät. Zu dichte Aussaaten werden am besten per Hand ausgedünnt. Ansonsten ist die Pastinake anspruchslos. Gängige Sorten sind z. B. `Halblange Weiße` oder die schossfeste `White Diamond`.

Die Petersilie wurde von den Römern als Gewürzpflanze über die Alpen zu uns gebracht. Im Gegensatz zur Blattpetersilie, die in der Gärten oft Probleme bereitet, ist die Wurzelpetersilie in Hausgärten weniger häufig. Die Aussaat erfolgt auf einen tiefgründig gelockerten Boden ab Mitte März bis Mitte April. Der Reihenabstand beträgt ca. 25 cm. In der Reihe sollten die jungen Pflanzen auf ca. 5 bis 6 cm vereinzelt werden. Die Keimung kann besonders bei tiefen Temperaturen einige Wochen dauern. Es empfiehlt sich deshalb eine sog. Markiersaat mit Radies. Werden sie zu viel gegossen, beginnen sie schnell zu kümmern. Hier gilt die Regel: „Gleichmäßig feucht ok,  aber nicht nass!“ Wer nicht nur die Wurzeln, sondern auch frisches Petersiliengrün im Winter ernten möchte, kann die Rüben im Herbst ausgraben. Das Laub schneidet man etwa 3 cm über der Rübenschulter zurück und pflanzt mehrere Wurzeln zusammen in einen Topf mit gutem Wasserabzug. Man kann sie bis zu den ersten stärkeren Frösten im Freiland belassen und dann hell und frostfrei aufstellen. Je nach Bedarf kann man dann die Töpfe sukzessive warm aufstellen, antreiben und beernten.