obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Oktober 2016

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    ||04|| Frischer Wind im Birnensortiment





 

(Tn) Lange Zeit hat sich nur wenig getan im Sortiment der Birnen. In den letzten Jahren sind neben schmackhaften Herbstbirnen auch einige interessante  „Winterbirnen“ dazugekommen, die das Verwertungsfenster weiter Richtung Winter offen halten. Momentan wird das Winterbirnentrio Uta, Novembra und Gerburg am Obstlehrgarten getestet.

Meist kommen Birnen mit den trockener werdenden Sommern und den Hitzeperioden, die leider immer häufiger auftreten  besser klar als der Apfel. Wären da nicht die frühe, spätfrostgefährdete Blüte und der lästige Birnengitterrost, könnte man sie fast schon zu den Gewinnern des Klimawandels bezeichnen.

Birnen bevorzugen einen warmen Standort mit humosen, tiefgründigen Böden. Schwere und kalkreiche Böden werden besonders von Birnen, die auf der schwachwachsenden Quitten veredelt sind, nicht gut vertragen. Vergilbte Blätter können die Folge sein. Robuster sind auf Sämlinge stehende Bäume. Sie wachsen jedoch stark und sind eher für Streuobstwiesen oder als große Hausbäume geeignet. Mittelstark wachsen auf die Unterlage Pyrodwarf veredelte Pflanzen. Sie stellen einen Kompromiss zwischen Schwachwuchs und großen Bäumen dar.

Luftige Lagen sind für Birnen in Ordnung. Dies sorgt für trockenes Laub, was der Ausbreitung von Pilzkrankheiten etwas vorbeugt. Zugige, kalte Höhenlagen werden nicht ertragen. Birnen blühen früher als Äpfel, geschützte Lagen sind daher von Vorteil. Im Hausgarten können sie wunderbar als klassische Hausspaliere erzogen werden. Vor Regen geschützt sind sie an der Hauswand  zudem auch etwas unempfindlicher gegen den Birnengitterrost.

Wer zur Pflanzzeit im Herbst nach neuen Sorten sucht, die man im kalten Naturlager bis November/ Dezember lagern kann, ist z. B. mit dem Trio Uta, Novembra und Gerburg gut bedient.

Gerburg gefällt durch ihre rot gelbe Färbung und ihre teils sehr großen Früchte, mit bis zu  über 300 g. Sie zählt zu den sog. Saxonia Birnen und wurde in Dresden Pillnitz gezüchtet. Die beiden Eltern der Kreuzung sind die wohlschmeckende Clapps Liebling und die späte Sorte Winterforellenbirne, von der sie ihre roten Backen geerbt hat. Ihr Fruchtfleisch ist fest, saftig und besitzt ein  kräftiges Aroma.

Uta ist eine sicher tragende Frühwintersorte. Sie ist sehr robust gegenüber dem Birnenschorf. Ihre Früchte sind kleiner als bei der Sorte Gerburg, erreichen aber, wenn sie ausgedünnt werden, auch über 200 g.  Uta ist eine exzellente Tafelbirne mit einem festen und saftigen Fruchtfleisch. Ihr Fruchtfleisch ist süß-sauer, mittel saftig und schmelzend.

Die Sorte Novembra ist auch unter Nojabrskaja oder Xenia bekannt. Sie stammt aus Moldavien und gilt als sehr ertragssicher und hitzetolerant. Was den Geschmack betrifft, ist sie sowohl für Liebhaber knackiger als auch schmelzender Birnen interessant. Sie verlangt wenig Schnitt, blüht teilweise schon am einjährigen Holz und belohnt mit Früchten, die bis zu 500 g auf die Waage bringen.

Fahrt nach Dresden - Pillnitz
Eine Fahrt des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege vom 18.  bis 20. Mai führt neben der IGA in Berlin ins bekannte Obstbauinstitut nach Dresden-Pillnitz, wo viele der sog. Saxonia Birnen gezüchtet wurden. Die Fahrt wird in Kooperation mit dem GV Gleußen durchgeführt.