obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte November 2016

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    ||02|| Wertvolles Laub









 

(Tn)Dass Mischlaub im Garten zu schade ist, einfach „entsorgt“ zu werden, ist unter Gartenfreunden seit langem bekannt. Als dünner organischer Auftrag unter Gehölzstreifen, auf Staudenbeeten oder auch auf dem Gemüsebeet wird Mischlaub gerne angewandt. Derart eingesetzt belebt es den Boden mit organischen Stoffen. Es lässt sich mit Geduld und „Manpower“ auch leicht zu exzellenter Lauberde verwandeln.

Eine dünne Laubdecke wird innerhalb nur weniger Monate von Regenwürmern und zahllosen Mikroorganismen wieder in den Nährstoffkreislauf der Natur zurückgeführt, zu Humus umgesetzt und den Pflanzen als Nahrung erneut zur Verfügung gestellt. Laub auf dem Rasen sollte vor dem Winter am besten entfernt werden. Es lässt sich mit dem Rasenmäher sehr schnell und effektiv einsammeln. Bereits vorzerkleinert lässt es sich geordnet und gezielt ausbringen, wird vom Wind kaum mehr verweht und rasch in den Stoffkreislauf wieder eingearbeitet. Auch eine Mischung aus dünnem Astmaterial und Laub, die man durch den Gartenhäcksler lässt, ergibt eine luftige und  gut isolierende Winterabdeckung.

Bei empfindlichen Stauden schützt eine Laubdecke frostempfindliche Wurzelhälse von Stauden, wie z. B. Herbstanemonen, Bergenien oder ausdauernden Sonnenblumen auf einfache und effektive Weise vor Frosteinwirkungen. Auch Staudenneupflanzungen und spät ausgelegte Blumenzwiebeln wissen den Schutz einer dünnen Laubauflage zu schätzen. Dicke Auflagen aus reinem Kastanien- oder Walnusslaub eignen sich wegen der hohen Gehalte an Gerbstoffen nicht. Sie sollten besser der Grüngutkompostierung zugeführt werden.

Früher ging man in Sachen Laubverwendung  noch viel weiter. Als mineralischer Dünger und Einheits- bzw. Spezialerde noch wenig verbreitet war, wurde die Herstellung von Lauberde in großem Stil propagiert und umgesetzt. Hier setzte man z. B. in vielen botanischen Gärten selbst hergestellte Lauberde in folgender Mischung für die Substrate der Gewächshäuser ein: ½ Teil Sand, 1T. Bims, 1 Teil Torf, 2T. Lauberde. Auch für Orchideen- und Epipyhtensubstrate wurde Eichen- oder Buchenlaub als Ausgangsbasis verwendet. Die Grundmischung bestand aus 1 Teil kleingeschnittener Rinde, 1 Teil trockenem Laub (event. etwas zerkleinert) und 2 Teilen Moos (Torfmoos).

Die Herstellung von reiner Lauberde ist ein umweltschonendes Verfahren, das auch heute noch genauso interessant sein kann. Jetzt, wo der Garten eine Winterpause einlegt und noch genügend Laub zur Verfügung steht, ist die Herstellung von Lauberde nach altem Rezept eine gute Möglichkeit, dem „Novemberblues“ mit Tatkraft vorzubeugen.

Zum Herstellen von Lauberde schichtet man das  Laub auf einer mehrere Quadratmeter großen freien Fläche in einer Schicht von 50 cm auf, tritt es fest und „impft“ es mit etwas reifem Kompost an. Anschließend wird es durch Überbrausen mit Wasser angefeuchtet. Dann kann eine zweite Schicht aufgetragen werden, die auf die gleiche Weise zu behandeln ist. Allenfalls wird event. auch noch eine dritte Schicht aufgelegt. Zum Schluss ist das Ganze handhoch mit Erde zu bedecken. Im Frühjahr und Sommer des nächsten Jahres wird der Haufen immer wieder begossen, denn das Laub muss feucht bleiben, damit sich ein reiches Bakterienleben entwickeln kann. Im Herbst kann man die Erde, die im Sommer durch Hacken oder Fräsen unkrautfrei und luftig zu halten ist, abschaufeln, das verrottete Laub umschichten und danach wieder mit Erde bedecken.  Im darauf folgenden Sommer ist der  Haufen ebenfalls wieder öfter durchdringend zu befeuchten und im Herbst neuerlich umzusetzen. Spätestens im dritten Jahr kann die exzellente gut reichende Erde, die dann bereits aus dem Laub entstanden ist, gesiebt und verwendet werden“.

Im kleinen Stil, bei wenig Platz und wenig Zeit, gehen natürlich auch abgewandelte Verfahren unter Einsatz unterschiedlicher (Schnell-)Kompostervarianten.