obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte März 2016

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    ||01|| Zeit für den Pfirsichschnitt

Bei der erwünschten Dreifachknopse sitzt zwischen den zwei äußeren Blütenknopsen eine Blattknospe.




Pfirsiche brauchen einen kräftigen Rückschnitt, damit  kräftige Triebe für den Fruchtansatz im nächsten Jahr gebildet werden.


Hohlkrone: Die Erziehung als Hohlkrone ist eine für den Hausgarten praktikable Erziehungsmethode – links vorher; rechts nach dem Schnitt
 

(Tn) Im März wird es Zeit auch den Pfirsich zu schneiden. Bevor man zur Schere greift ist es wichtig, sich einige Besonderheiten des Pfirsichs vor Augen zu führen. Der Pfirsich fruchtet vorwiegend an den vorjährigen Trieben. Ein starker jährlicher Schnitt soll die Bildung kräftiger neuer Austriebe fördern. Während beim Apfel ein starker Schnitt oder ein Anschneiden von Trieben für unerwünscht starkes vegetatives Wachstum sorgt, wirkt sich dies beim Pfirsich sehr positiv aus. Unterbleibt der Schnitt für einige Jahre, vergreist ein Pfirsichbaum sehr schnell. Der Pfirsich besitzt verschiedene Triebarten, die man beim Schnitt unterschiedlich behandelt. Dies kann anfangs etwas verwirren. Schneidet man zur Zeit der Blüte, lassen sich diese aber leicht auseinander halten.
Man unterscheidet: Wahre Fruchttriebe, Falsche Fruchttriebe, Holztriebe und Buketttriebe.

Wahre Fruchttriebe
Wahre Fruchtriebe sind in etwa bleistiftstark und besitzen sog. Knospendrillinge. Die in der Mitte sitzende Blattknospe wird links und rechts von einer Blütenknospe flankiert. Bisweilen findet man auch die Kombination aus einer Blüten- und einer Blattknospe. Die aus der Blattknospe entstehenden Blätter sorgen für eine ausreichende Ernährung der Früchte. Stehen wahre Fruchttriebe zu eng, kann man sie reduzieren oder auch den einen oder anderen auf zwei Augen zurückschneiden. Beim langen Fruchtholzschnitt werden sie auf etwa ein Drittel bis zur Hälfte eingekürzt. Wer möchte, und das Anschneiden der Triebe nicht mag, kann die wahren Fruchtriebe wie bei Sauerkirschen auch lang belassen. Wichtig ist es in diesem Fall, immer wieder auf Triebe in  Richtung Astbasis zurückzubauen, um eine Verkahlung zu vermeiden.  

Falsche Fruchttriebe
Bei falschen Fruchttrieben fehlen ausreichende Blätter in der unmittelbaren Nachbarschaft der Früchte. Blätter sitzen hier nur an der Spitze und an der Basis. Die Früchte in der Mitte sitzen alleine und werden nicht ausreichend ernährt. Oft werden sie schon beim Junifruchtfall abgeworfen.
Falsche Fruchttriebe entstehen z. B. am älteren Holz oder als vorzeitige Triebe von Langtrieben. Man entfernt sie beim Schnitt oder kürzt sie auf zwei Augen ein. Im nächsten Jahr können aus den belassenen Augen wieder wahre Fruchttriebe entstehen.

Holztriebe
Holztriebe sind oft die längsten Triebe im Baum. Sie bestehen nur aus Blattknospen. Sie werden ganz entfernt oder auf drei bis vier Knospen zurückgeschnitten. Durch den starken Anschnitt soll die Bildung kräftiger, wahrer Fruchttriebe angeregt werden.

Buketttriebe
Buketttriebe sind kurze Fruchtspieße, wie sie bei der Kirsche zu finden sind. An der Spitze sitzt eine Blattknospe, darunter die Blütenknospen. Buketttriebe werden beim Schnitt geschont.

Tipp
Auch wenn das Anschneiden der Triebspitzen etwas Überwindung erfordert ist, dies auch im Hinblick auf die Kräuselkrankheit des Pfirsichs wichtig. Der Pilz überwintert mit seinen Sporen vor allem in den äußersten Knospen und befällt primär die ersten Blätter der jungen Triebe. Werden die Bäume wenig geschnitten, bilden sich vor allem kurze Triebe mit wenig Blättern, wovon dann die meisten nach dem Pilzbefall abfallen. Kräftige Langtriebe, die aus gut geschnittenen Bäumen entstehen, können den Laubverlust durch die Vielzahl neuer Blätter leichter kompensieren.

Erziehung als Hohlkrone
Pfirsiche wachsen in der Natur ohne ausgeprägten Mitteltrieb. Zusammen mit dem hohen Lichtbedürfnis und dem Wunsch nach kleinen Baumkronen im Hausgarten bietet sich die Erziehung als Hohlkrone an. Der Baum besteht dann aus einem Stamm und drei bis fünf straußartig nach außen weisenden Ästen. Der Mitteltrieb wird am besten schon bei der Pflanzung entfernt.