obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Juni 2016

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    ||05|| Fruchtender Bodendecker










 

(Tn) Es gibt auch bei Obstgehölzen „Bodendecker“, die zum einen attraktiv blühen und zum anderen auch fruchten. Ein noch relativ unbekannter Vertreter dieser Gruppe ist die Allackerbeere.

Die Allackerbeere (Rubus arcticus var. stellarcticus)  ist ein mehrjähriger krautiger Bodendecker. Sie wird auch schwedische Ackerbeere, Arktische Brombeere oder Arktische Himbeere genannt. In ihrer Heimat gilt sie als Delikatesse.

Die rosa-farbenen Blüten der Allackerbeere erinnern etwas an den Farbton von Geranium endressii (Storchschnabelgewächs) und leuchten im Juni aus einem dichten Pflanzenteppich, der sich im Laufe weniger Jahre bildet. Wegen der interessanten Blüte kann man sie auch gestalterisch prima für den späten Frühlingsgarten verwenden.

Die Pflanze breitet sich vegetativ aus, weshalb man sie leicht vermehren kann. Die Blätter sind wechselständig und bei spärlicher Behaarung dreiteilig gefiedert.

Die dornenlose kriechende Wildbeere wird ca. 10 bis 20 cm hoch und eignet sich gut als eine Art temporärer Bodendecker. Sonnige bis halbschattige Standorte bieten sich als Standort am besten an. Die Naschbeere aus dem hohen Norden kann nach der Fruchtbildung, je nach Feuchtigkeit im Boden, im Laufe des Sommers auch einziehen. Schnittmaßnahmen sind nicht notwendig. Für die Pflanzung reichen 4 bis 6 Exemplare  pro m2 aus. Die Bestände werden im Laufe der Zeit von selbst schnell dichter und schließen nach 2-3 Jahren die Lücken.

Die Allackerbeere wächst  nach mehrjährigen Erfahrungen am Obstlehrgarten in Coburg auch auf kompostreichen Substraten, die mit einer leichten Rindenmulch Schicht abgedeckt sind. Dickere Schichten mit Rindenmulch wirken sich nachteilig aus. Leicht saure und durchlässige Böden sind generell aber vorteilhafter. Das bodendeckende Beerenobst ist absolut frosthart. Winterschutz ist nicht notwendig. Stehen Ahornarten in der Nähe, fallen die geteilten Blätter der aufgehenden Ahornsämlinge im dichten Pflanzenteppich der Allackerbeere kaum auf. Um die Gehölzsämlinge nicht allzu fest einwurzeln zu lassen, sollte der Bestand öfter kontrolliert werden. Pflanzenschutzprobleme sind bis jetzt nicht weiter bekannt.

Die Früchte, bräunlich purpurrote Sammelsteinfrüchte, reifen im Juni  und Juli. Sie erinnern etwas an kleine Brombeeren und verstecken sich teilweise unter dem Laub. Anfangs recht sauer, entwickeln sie bei Vollreife ein wunderbares Aroma, so dass sich die etwas mühsame Ernte der kleinen Früchte doch lohnt. Kenner schätzen sie als Delikatesse. Frisch von der Pflanze gepflückt sind die Früchte eine ideales Naschobst. Sie lassen sich aber auch zu Marmelade verarbeiten bzw. zur Likör- und Saftbereitung nutzen. Aus den getrockneten Blättern kann man auch Tee zubereiten.

Die auffallenden Blüten werden gerne von Insekten besucht und bestäubt. Zur besseren Befruchtung empfiehlt sich die Pflanzung verschiedener Sorten. Momentan sind z.B. die Sorten `Linda`, `Beata` und `Sofia` im Handel.

Fotos: Thomas Neder