obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Juli 2016

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    ||03|| Urlaubszeit: Hochstimmung bei den Menschen - schwierige Zeiten für Zimmerpflanzen





 

(Tn) Zimmerpflanzen können bei der richtigen Artenauswahl und einer fachmännischen Pflege jede Wohnung aufwerten. Nach dem Kauf bereitet oft der erste längere Urlaub einen richtigen Härtetest. Nicht immer findet sich der nette Nachbar, den man um ein klein wenig gärtnerische Hilfe bitten möchte, oder dem man seinen Hausschlüssel anvertrauen will.

Gut und zuverlässig funktioniert z. B. das System Zimmer- Blumat. Es besteht im Grunde nur aus einem Wassergefäß, einem Verbindungsschlauch und einem Tonkegel mit einer porösen Tonspitze, der in die Erde des Blumentopfs gesteckt wird. Low tech also! Das System löst das Problem des fehlenden Gärtners zumindest für eine gewisse Zeit sehr zuverlässig.

Vor der Inbetriebnahme nimmt man von den Kegeln die Verschlusskappe ab, die mit einem dünnen Schlauch verbunden ist und legt sie für einige Stunden ins Wasser. Danach wird der Kegel randvoll mit Wasser gefüllt, die Kappe wieder aufgesetzt und in den Blumentopf gesteckt. Den Schlauch gibt man in ein Wassergefäß. Wird nun die Erde trockener, gibt der Kegel kontinuierlich kleine Mengen Wasser ab und im Innern des Kegels entsteht ein Unterdruck, wodurch das Wasser aus dem daneben stehendem System gesaugt wird. Wichtig ist es, dass der Wasserspiegel im Wasservorratsgefäß tiefer als der Blumatverschluss ist, sonst kann unnötig viel Wasser in den Topf laufen. Während kleine Topfpflanzen mit einem Kegel auskommen, macht es Sinn bei größeren Töpfen zwei oder auch drei dieser Tonkegel einzusetzen. Dies ist vor allem an heißen Tagen bei Pflanzen wichtig, die auf der Loggia, dem Balkon oder einem sonnenexponierten Südfenster stehen. Zusätzlich kann man hier auch noch die XL Kegelvarianten einsetzten, die größer sind und mehr Wasser abgeben können. Die Größe des Wassergefäßes richtet sich nach dem „Wasserpuffer“ den man für seine Abwesenheit braucht. Am besten testet deshalb man das System einige Tage vor seinem Urlaubsantritt aus. Helle Glasgefäße veralgen leicht, wenn sie länger am Fenster stehen. Hier bieten sich dunkle Gefäße an. Alternativ löst ein Waschgang in der Spülmaschine leicht das Problem. Sind die Gläser leergesaugt, muss nicht nur das Gefäß, sondern auch der Tonkegel wieder mit Wasser befüllt werden, da der Wasserstrom durch das „Leerlaufen“ abgerissen ist.

In der Regel lassen sich Wassergefäße leicht neben der Pflanze platzieren. Hängt z. B. die Zimmerpflanze in einer Ampel oder ist auf einem engen Podest wird es schwierig, wenn das Gießen automatisiert werden soll. Für diese Situationen gibt es ebenfalls Tonkegel mit Adapter, die auf die gängigen Plastikflaschen der Größen 0,25 bis 2,0 l  gesteckt werden können. Hier wird zunächst die Flasche mit Wasser gefüllt, dann der Tonkegel auf den Flaschenhals gesetzt und zuletzt die selbst gebastelte Gießeinheit mit dem Tonkegel in den Blumentopf gesteckt. Am Schluss wird der Boden der Flasche mit einer Schere etc. etwas gelocht, damit das Wasser unten bei Bedarf über den Kegel ausfließen kann. Auch hier kann man mit der Größe der Kegel die Zuflussmenge etwas variieren. Größe 1 gibt im hohen Bedarfsfall ca. 200 ml, die Größe 2 300 ml pro Tag ab.

Diese Gießerleichterung funktioniert übrigens auch außerhalb der Ferienzeit wunderbar. Es eignet sich vor allem für Blumenfreunde, die es etwas zu gut mit dem Gießen meinen, was vor allem in der kalten Jahreszeit oft zu Problemen in Form von Wurzelfäule etc. führen kann. Auch etwas schwer zugängliche Pflanzen auf Schränken oder Regalen lassen sich so gut versorgen. Das System gibt es im gut sortierten Fachhandel.

Fotos: Thomas Neder