obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Juli 2016

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    ||02|| Leckere Tayberries










 

(Tn) Vollreife Brombeeren, frisch vom Strauch gepflückt, sind eine Delikatesse aus dem Hausgarten. Sie schmecken nicht nur köstlich, sondern zählen dank ihrer wertvollen Inhaltsstoffe zum „Superfood“ aus dem Obstgarten.

Experimentierfreudige Gartenfreunde suchen gemäß dem Motto „öfter mal was Neues“ aber auch nach schmackhaften und gesunden Alternativen zum bekannten Klassiker. Eine interessante Alternative ist die Tayberry, die momentan reift.

Die Tayberry entstand aus einer Kreuzung der Brombeersorte `Aurora` und einer Himbeersorte bereits 1979 in Schottland.

Der kräftige und ausladende Wuchs ähnelt dem einer Brombeere. Die langen Ruten sind mit feinen Stacheln besetzt, was wie bei den alten Brombeersorten manchmal als störend empfunden wird. Die Stacheln sind jedoch wesentlich kleiner und weniger „gefährlich“ beim Ernten, Formieren und Schneiden. Wer dies vermeiden möchte, kann auf die neue Sorte `Buckingham` zurückgreifen. Sie hat glatte Ruten ohne Stacheln.

In der Kulturführung ist die Tayberry anspruchslos und frosthart. Sie kann wunderbar am Zaun als Abgrenzung und in der bestachelten Form als wehrhafte „Einzäunung“ verwendet werden, die deutlich wahrgenommen und respektiert wird.
Die Frucht ist walzenförmig, 3- 5 cm groß und färbt sich vollreif tief dunkelrot. Im Geschmack ist sie eher himbeerartig und schmeckt auf dem Höhepunkt der Reife geerntet wunderbar. Der lange Zapfen in der Frucht, der sich abziehen lässt, ist nicht jedermanns Sache, andererseits eine Eigenschaft der Beere, mit der man sich arrangieren kann.

Je nach klimatischer Lage und Jahr reift die Tayberry ab Anfang Juli ca. drei Wochen lang. Die Blüten und Früchte entstehen wie der Brombeere an den letztjährigen Ruten. Der Ertrag ist hoch und regelmäßig.

Die Tayberry fruchtet am vorjährigen Holz. Der Schnitt erfolgt wie bei den Brombeeren. Am besten werden die abgetragenen Ruten schon im Sommer nach der Erde stummellos entfernt. Dies schafft Platz für die jungen Triebe, die nach dem Schnitt der Altruten fächerförmig am Drahtspalier etc. befestigt werden. Hierzu eignen sich besonders gut die handelsüblichen Bindezangen, mit denen man in kürzester Zeit die Ruten schonend und haltbar an den Drähten fixieren kann.

Tayberries bilden beim Kontakt der langen Ruten mit dem Boden schnell Wurzeln. Auch diese Triebe sollte man regelmäßig aus dem Bestand nehmen, da sonst schnell ein dichtes Dickicht entsteht. Alternativ kann man nat. aus der Not eine Tugend machen und die jungen Pflänzchen verschenken. In der Regel findet sich auch schnell ein dankbarer Abnehmer.

Wird das leckere Beerenobst Drahtspalier gezogen, orientiert sich die Erziehung an der Kultur der Sommerhimbeeren. Die Drähte können z. B.  in 80, 120 und in 160 cm Höhe gespannt werden. Bei ca. 4 bis 6  belassenen Ruten pro Pflanze beträgt der  Pflanzabstand liegt ca. 3 m. Fächerförmig an den Drahtrahmen fixierte Tonkin- oder Metallstäbe erleichtern die Bindearbeit und sorgen für eine bessere Übersicht. Eine dünne Mulchschicht aus Rindenmulch etc. unter den Pflanzen unterstützt einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Hacken und Grabearbeiten im Bereich des Mulchstreifens sollten möglichst unterbleiben, da sonst die flach streichenden Wurzeln verletzt werden.

Fotos: Thomas Neder