obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Januar 2016

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    ||02|| Das richtige Werkzeug für den Obstbaumschnitt




Moderne Sägen für den Obstbaumschnitt sind doppelt gezähnt und schneiden auf Zug. Die sehr scharfen Klingen ermöglichen ein  kraftsparendes Arbeiten und glatte Schnittränder.




Eine gute Obstbaumschere lässt sich in ihre Einzelteile zerlegen und mit Erstatzteilen lange updaten.



Für „Vielschneider“  ist eine Rollschere ideal. Sie beugt Blasen vor.
 

(TN) Noch hat es Zeit mit dem Obstbaumschnitt. Es schadet jedoch nichts, sein eigenes Equipment schon jetzt kritisch zu überprüfen und event. aufzurüsten.  Gutes Werkzeug ist unerlässlich. Auf die Jahre gesehen, lohnt sich die Investition - auch im Sinne einer passenden Schnittführung und guten Wundheilung.

Baumscheren, die mit einer Hand bedient werden, sind die wohl am meisten verwendeten Werkzeuge beim Obstbaumschnitt. Moderne Scheren liegen leicht in der Hand, besitzen gegen Kälte isolierte Griffe und lassen sich schnell und einfach  in ihre Hauptkomponenten zerlegen. Dies ermöglicht den Austausch von Verschleißteilen oder das saubere Nachschärfen der Klinge.

Bei guten Scheren lässt sich die Führung zwischen den beiden schneidenden Teilen genau (nach)justieren. Dies vermeidet einen quetschenden Schnitt oder ein Verklemmen bei Schnittarbeiten. Auch die Arretiervorrichtung, welche die Schere im verschlossenen Zustand hält, sollte leichtgängig sein und zuverlässig funktionieren.

Je nach Größe der Hände und gibt es (bei einigen Herstellern wie z. B. Felco) verschiedene Modelle im Hinblick auf die Länge der Klingen und die ergonomische Ausformung der Griffe. Dies kann den Kraftaufwand minimieren und Ermüdungserscheinungen und Überlastungen vorbeugen. Am besten man nimmt die verschiedenen Scherenmodelle beim Fachhändler einfach mal in die Hand und probiert, so möglich, den einen oder anderen Schnitt.

Linkshänder werden mit  einer Schere für Rechtshänder auf Dauer nicht zurecht kommen. Hier gibt es entsprechende Modelle speziell für Linkshänder. Wer viel schneidet und sich über Blasen ärgert, kann es mit einer Rollgriffschere versuchen. Hier ist der untere Griff nicht starr, sondern nimmt die Bewegung der Hand beim Schließen der Schere mit auf. Reibung und Kraftaufwand werden vermindert.

Astscheren werden mit zwei Händen bedient und besitzen verlängerte Griffe. Gängige Grifflängen sind z. B. 60, 90 und 120 cm. Sie eignen sich z. B. gut für das Auslichten von Johannisbeer- oder Stachelbeersträuchern an der oftmals schwer zugänglichen Triebbasis. Auch für die über Kopf Arbeit sind sie gut geeignet und können eine kleine Stehleiter ersetzen. Auch hier schneiden Modelle mit zwei schneidenden Klingen besonders exakt.
Ab einer gewissen Astdicke macht es Sinn, die Schere wegzulegen und auf eine Baumsäge zurück zu greifen. Dies schont die Muskulatur, die Sehnen und nicht zuletzt auch die Baumschere.

Die Entwicklung moderner und guter Modelle ist in den letzten Jahren rasant voran geschritten. Moderne Klappsägen lassen sich einfach einklappen und daher leicht transportieren. Sie sind für den Schnitt von Ästen bis ca. 7 cm Durchmesser ideal. Wie ihre größeren Verwandten funktionieren sie auf Zug. Dies bedarf anfangs etwas Zeit zum Eingewöhnen. Die Sägespäne werden bei der Bewegung auf den Körper aus dem Ast geschnitten. Das Schieben vom Körper weg geschieht dann mit wenig(er) Kraftaufwand.

Baumsägen sind die starre Ausführung von Klappsägen mit längeren Sägeblättern, die ca. 30-40 cm lang sind. Manche Modelle besitzen eine gebogene Klinge. Sie erleichtern das Arbeiten über Schulterhöhe (Fa. Ars). Einer der wenigen Nachteile im Vergleich zu klassischen Bügelsäge ist der rel. teure Austausch der Sägeblätter.

Sägen mit Teleskop- Gestänge sind die Alternative zum Besteigen einer Leiter oder das Einsteigen in die Krone, wenn auch der Schnitt oft nicht so genau durchgeführt werden kann. Moderne Teleskop Sägen ermöglichen ein Arbeiten bis in etwa 7 m Kronenhöhe. Gute Modelle besitzen einen „Räumhaken“ an der Spitze um abgeschnittene Äste aus der Krone zu ziehen. Ein „Stoßmesser“ am unteren Ende soll die Rinde durchtrennen um Ausrisse zu vermeiden.