obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Januar 2016

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    ||03|| Rosen- und Grünkohl. Schmecken gut - tun gut!










 

(TN) Gemüse mitten im Winter ernten? Mit Grünkohl und Rosenkohl ist das kein Problem. Dank der milden Temperaturen, die uns der diesjährige Winter trotz der aktuellen Frostperiode bisher beschert hat, sind die beiden robusten Gemüsesorten sogar noch bis zum Jahresbeginn weiter gewachsen. Wenn jetzt tiefe Temperaturen herrschen, kann man das urgesunde Wintergemüse mit einem Gemüsevlies abdecken, schützen und sogar noch weiter beernten. Leichte Fröste erhöhen sogar den Zuckergehalt in den Blättern bzw. den Röschen und machen das Wintergemüse noch schmackhafter.

Rosen- und Grünkohl schmecken -  richtig zubereitet – nicht nur gut. Sie tun auch gut, denn ihr Vitamin C Gehalt soll höher sein, als der von Orangen. Zudem versorgen sie uns reichlich mit wertvollen Mineralstoffen wie Kalium und Kalzium. Weiterhin nimmt man auch die gesunden Flavonoide und Glukosinolate beim Essen mit auf.
Ungeachtet ihrer hervorzuhebenden gesundheitlichen Wirkung haben vor allem die neuen, violetten Rosenkohlsorten auch die optische Klasse für eine Zierpflanze, die auch in der kalten Jahreszeit noch etwas hermacht. Immer öfter werden diese Sorten deshalb auch gezielt in größeren Pflanzkübeln oder auf dem Staudenbeet locker mit „eingestreut“.

Wer die beiden Wintergemüsearten noch nicht auf dem Beet hatte, kann entsprechende Beetflächen für die nächste Anbauplanung schon jetzt vormerken. Wichtig ist es, dass auf den Flächen im Vorjahr keine anderen Kohlarten oder weitere Vertreter aus der Familie der Kreuzblütler  gestanden haben. Hierzu gehören z. B. auch Radies und Rettich. Dies vergisst man leicht!

Man pflanzt die beiden Wintergemüsearten meist als fertige Jungpflanze im Presstopf ab etwa Juni bis Juli. Vorher kann auf dem Beet z. B. Salat angebaut werden. Ideal sind tiefgründige und humose Böden. Nicht unterschätzen sollte man den großen Platzbedarf der ausgewachsenen Pflanzen. Er liegt bei ca. 60 x 50 cm, was bei den noch kleinen Jungpflanzen meist vergessen wird. Grünkohl und Rosenkohl sind keine Kostverächter. Dies gilt sowohl für den Wasser-, als auch für den Nährstoffbedarf. Beim Gießen lieber etwas seltener, dafür aber mit ca. 20 l durchdringend wässern. Der Stickstoffbedarf liegt mit etwa 20 g Reinstickstoff recht hoch. Am besten man drittelt die Gaben – zu Beginn etwa 20%, im zweiten Wachstumsdrittel ca. 30% und im letzten Drittel ca. 50%. Stallmist lockt durch den starken Geruch die gefürchteten Gemüsefliegen an. Hier kann auf andere organische oder mineralische Dünger ausgewichen werden.

Leider schmecken beide Gemüsearten auch weiteren Schädlingen. Rosenkohl wird häufiger von der mehligen Kohlblattlaus und dem Kohlweißling aufgesucht, der seine Eier auf den Blättern ablegt. Die geschlüpften Raupen fressen dann gerne von den  Röschen. Beide wintergrünen Gemüsearten werden auch von der weißen Fliege als Überwinterungsquartier im Freiland geschätzt. Damit sich der Kulturaufwand lohnt, macht es Sinn, das Beet  mit einem ausreichend großen und engmaschigen Gemüsenetz abzudecken. Die Ränder sollten hierbei dicht schließen. Als Maschenweite ist 0,8 x 0,8 mm zu empfehlen.