obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Februar 2016

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    ||01|| Schneeglöckchen und Winterling – Zwei „Vorfrühlingszwerge“












 

(TN) Zwiebel- und Knollenpflanzen sind wunderbar geeignet, um auch schwierige Lebensbereiche im Garten - wie z. B. den Gehölzrand -  mit blühenden Teppichen zu überziehen. Auch wenn Tulpen und Narzissen den vulminanten Blütenhöhepunkt der Zwiebelsaison darstellen, sollte die Verwendung von Frühlingsgeophyten nicht nur auf diese Arten beschränkt bleiben.

Mit der Blüte der ersten Schneeglöckchen und Winterlinge hat der Vorfrühling in den Hausgärten schon begonnen. Passt der Standort und lässt man sie in Ruhe ihre Samen ausstreuen bzw. ihr Brutknollen bzw. Brutzwiebel bilden, entwickeln sich im Laufe der Zeit bei ihnen oft große beeindruckende Bestände. Graben, harken oder vertikutieren sollte man in diesen Bereichen natürlich unterlassen.

Kaum ist der Schnee geschmolzen, verwandelt der Winterling  (Eranthis hyemalis) sonnenexponierte Gehölzränder in einen gelben Blütenteppich. Mit seiner leuchtend gelben Blüte zählt er zu den allerersten Frühlingsgeophyten, liefert sehr zeitig im Jahr für die Bienen mit den ersten Pollen und Nektar und weckt bei den Gartenfreunden die Hoffnung auf einen baldigen Frühling.

Die ursprüngliche Heimat des Winterlings liegt in den feuchten Laubwäldern Südeuropas. Von Südfrankreich über Italien und Bulgarien kommt er bis in die Türkei wild vor. Die ersten Berichte über den Winterling in deutschen Gärten datieren auf das Jahr 1588 zurück. Richtig populär wurde er allerdings erst Ende des 18. Jahrhunderts, als er großflächig in Landschaftsparks gepflanzt wurde. Dort ist er vielerorts verwildert und leutet das Gartenjahr mit einem wahren Farbspektakel ein.

So schnell wie er auftaucht, verschwindet er auch wieder. Schließt sich das Kronendach der Bäume und Sträucher, ist der Winterling schon wieder auf dem Rückzug und überdauert mittels einer dicht unter der Erdoberfläche versteckten Knolle bis zum nächsten Frühjahr. Für seine rasche Verbreitung sorgen auch Ameisen, die am nährstoffreichen Samenanhängsel gerne naschen und es verschleppen.

Die im Fachhandel erhältlichen kleinen Wurzelknollen kann man vor dem Ausbringen eine Nacht in Wasser legen, bevor man sie ca. 5 cm tief steckt. Hat sich der Winterling bereits im Garten etabliert, kann man größere Horste auch nach der Blüte teilen und an anderen Stellen auspflanzen. Wer etwas Geduld hat, kann die reifen Samen ernten und an ausgewählten Stellen flach in die Erde drücken. Mit der Blüte dauert es in der Regel allerdings 2-3 Jahre. Neben der heimischen Art Eranthis hyemalis, gibt es auch den dunkelgelben großblumigen Eranthis cilicia aus holländischer Kultur, der sich auch für Töpfe eignet.

Einen frischen bis leicht feuchten Boden in sonniger bis halbschattiger Lage liebt auch das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis). Passt der Standort, bilden sie durch Brutzwiebel und Selbstaussaat schnell große Bestände. Bei Bedarf können nach der Blüte auch größere Trupps mit der Grabgabel geteilt und an anderer Stelle neu eingepflanzt werden. Besonders attraktiv ist z. B. die gefüllt blühende Sorte `Flore Pleno`. Das Türkische Schneeglöckchen (Galanthus elwesii) blüht noch etwas früher und fällt durch seine breiten Blätter auf. Die Zwiebeln sind deutlich größer als die bei Galanthus nivalis.