obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Februar 2016

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    ||02|| Johannisbeeren gekonnt schneiden












 

(TN) Johannisbeeren sind Frühstarter. Dank des milden Winters beginnen schon jetzt die Knospen zu schwellen. Man kann sie  bereits schon jetzt schneiden. Bevor man zur Schere greift, sollte man sich jedoch das unterschiedliche Fruchtverhalten der einzelnen Arten nochmals vor Augen halten.

Bei roten und weißen Johannisbeeren fruchten in der Regel  die einjährigen Seitentriebe der aufrecht wachsenden Haupttriebe. Kurze Seitentriebe an den 2 - 3 jährigen Gerüsttrieben liefern die besten Erträge. Bei schwarzen Johannisbeeren sind die im Vorjahr gewachsenen Langtriebe in der oberen Triebhälfte bereits voll fruchtbar. Man sollte sie nicht einkürzen. Sie liefern die beste Fruchtqualität. Im Laufe der Zeit entwickeln sich fruchtende, untergeordnete Seitentriebe. Insgesamt verzweigen sie sich aber weniger als rote und weiße Sorten.

Erziehung als Busch
Die Erziehung als Busch ist der Klassiker unter den Erziehungsformen. Sie können, etwas Pflege vorausgesetzt,  mit mehreren Jahrzehnten ein sehr hohes Lebensalter erreichen und den Besitzer fast ein ganzes Leben lang begleiten. Jungpflanzen sollten am besten schon 4 bis 5 gleichmäßig verteilte Triebe besitzen. Überzählige, schwache Triebe werden bodennah weggeschnitten. Bei Bedarf kann man um ein Drittel oder um die Hälfte zurückschneiden. Ein gut aufgebauter Busch besteht aus einer gleichmäßigen Mischung aus ein-, zwei-, drei- und maximal vierjährigen Trieben. Insgesamt sind dies dann je nach Platzangebot ca.  8 bis 10 Triebe. Noch ältere Triebe entfernt man am besten gleich nach der Ernte dicht über dem Boden. Alternativ zum kompletten Entfernen - das die Regel sein sollte - kann man je nach Sorte und Art vor allem außen stehende Äste  auf einen Seitentrieb absetzen. Dies gilt vor allem für manche rote und weiße  Sorten, die eher schwache Triebe bilden und sich durch die Last der Früchte auf den Boden absenken, wodurch die Früchte versanden.

Ein Einkürzen mit dem Anschneiden der Spitzen sollte unterbleiben, da der Strauch sonst zu stark treiben würde. Ein besenartiger Wuchs, der den Strauch stark beschattet, wäre die Folge. Bei schwarzen Johannisbeeren würde man zudem wertvollstes Fruchtholz entfernen. Ebenso werden überzählige Jungtriebe entfernt. Sie würden den Strauch zu dicht machen.

Hochstamm
Traditionell werden Johannisbeeren auch als Fuß-, Halb- oder Hochstämmchen erzogen und im Handel angeboten. Hochstämmchen wirken zweifelsohne sehr dekorativ und lassen sich leicht beernten. Damit man einige Jahre Freude an ihnen hat, sollte man einige Punkte beachten.

Für den Aufbau der Krone reichen 3 - 5 Haupttriebe aus. Die Krone besteht beim Pflanzen aus einem Mitteltrieb und 3 bis 4 Leittrieben, die etwa in einem Winkel 45 o Winkel zum  Mitteltrieb stehen. Der Aufbau kann sich an der Pyramidenkrone des Apfels orientieren.  Zum Aufbau der Krone ist es hilfreich, zunächst gezielt passende, nach außen weisende  Triebe auszusuchen und den Rest dann bei Bedarf zu entfernen. Es muss schon in dieser Phase für ausreichend Licht in der Krone gesorgt werden.  Erst am Schluss schneidet man, so ein Missverhältnis zwischen Wurzel und Kronenvolumen besteht,  die Triebe um ein Drittel  bis zur Hälfte zurück.

Im Jahr nach der Pflanzung achtet man bereits darauf, dass sich neue Triebe, die sich im Zentrum nahe an der Veredlungsstelle neu bilden und  die Lücke ausfüllen wollen, entfernt werden. Sie würden die Krone schnell wieder dicht machen. Je nach Wachstum können Leittriebe auf nach außen weisende Seitentriebe bereits gezielt abgeleitet werden.

Alle 3 - 4  Jahre lassen sich ältere Leittriebe, die man für den Aufbau vorgesehen hatte, durch passende kräftige junge Triebe, die aus dem Innern der Krone entstehen, ersetzen. Abgetragene Seitenäste, die sich durch das Gewicht der Früchtenach unten gebogen haben, werden durch Ableiten auf geeignete Äste wieder aufgerichtet oder bis auf 3 - 4 Augen eingekürzt.

Terminhinweis:
Am Donnerstag, 18. Februar findet im Rahmen der Gartenpflegerkurse des Kreisverbandes Coburg für Gartenbau und Landespflege e. V. um 19 Uhr ein Schnittkurs statt. Veranstaltungsort ist der Haarther Bierkeller. Ein praktischer Teil schließt sich am Freitag an. Das Seminar ist kostenlos. Interessenten können sich bei der Geschäftsstelle des Kreisverbandes am LRA Coburg noch anmelden.