obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Februar 2016

zurück
 
    ||05|| Amaryllis takten Stenzels Gartenjahr






 

(Tn) Dass Hildegard und Kurt Stenzel aus Ebersdorf „grüne Daumen“ haben, ist inzwischen weit über Ebersdorf hinaus bekannt. Clivien in XXL Format, dreijährige (!) Paprikakulturen, die im temperierten Wintergarten über 2,5 m hoch wachsen und auch mitten im Winter noch schmackhafte Früchte liefern, sowie Winterkakteen, die manchmal bis zu dreimal im Jahr blühen, sind nur einige Beispiele.

Wenn der Weihnachtsbaum aus dem Wohnzimmer ausgezogen ist, wird es Zeit für „Stenzels Amaryllis Parade“. Dann heißt es aufwachen für die dicken Amarylliszwiebeln, die ihren Winterschlaf auf dem Kartoffelregal im kalten Keller verbringen durften. Damit sie für die Ausbildung  ihrer riemenartigen Blätter und kräftigen Blütenstängel auch genug Kraft tanken können, bekommen die Zwiebeln des Rittersterns, wie er auch genannt wird, einen etwas größeren Topf mit einer guten frischen Blumenerde. Das alte verbrauchte Substrat wird vorher vorsichtig ausgeschüttelt. Seit über 10 Jahren danken es die edlen Zwiebelgewächse mit einem beeindruckenden Frühlingsleuchten auf der hellen Fensterbank. „Dieses Jahr sind es sogar drei Stängel pro Zwiebel mit jeweils fünf leuchtend roten Blüten“, bemerkt Kurt Stenzel nicht ohne Stolz. Es geht den Stenzels bei ihren Amaryllis aber gar nicht um besonders lange Blütenschäfte mit gigantischen Blüten. Sie haben sich bewusst eine eher kleine und zierliche Sorte -  „eine fürs Herz“,  wie Hildegard Stenzel bemerkt -  ausgesucht. Die Blüte der Amaryllis, taktet seit vielen Jahren den Jahreszyklus der beiden Gartenenthusiasten. „Wenn unsere Amaryllis blühen, geht der Winter endlich langsam zu Ende und es wird Zeit, sich um die neuen Sämereien für die neue Gartensaison zu kümmern. Und davon gibt es im weitläufigen Hausgarten reichlich.

Da ihnen ihre prächtigen Amarylliszwiebeln ans Herz gewachsen sind, werden sie nach der Blüte gut mit Wasser und Dünger versorgt, denn die geschrumpfte und erschöpfte Zwiebel soll wieder an Dicke zulegen und möglichst viel Kraft für die nächste Blütensaison sammeln. Ende Juli bis Mitte August wird dann nach vielen Wochen des Wachstums die Wasserversorgung langsam eingestellt und die Zwiebeln müssen sich auf ihre Ruhephase im Keller vorbereiten.

Ruhe- oder Urlaubsphasen für sich kennen die Stenzels im Sommer übrigens kaum. „Immobilien machen immobil, Pflanzen noch mehr“ meint Kurt Stenzel etwas selbstironisch. Aber der immense Spaß und die Freude am eigenen Garten sind es ihnen wert. Im Winter bleibt ihnen genug Zeit zum Reisen und natürlich auch zum Inventarisieren der Bestände. Mit der Akribie eines Buchhalters und der Leidenschaft zweier Pflanzenliebhaber ist im Pflanzenbuch der Familie Stenzel übrigens der aktuelle Bestand an Topfpflanzen genau vermerkt. Es sind exakt 116!

Fotos: Thomas Neder