obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Dezember 2016

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    ||01|| Stauden durch Aussaat vermehren









 

(Tn) Das Sortiment der Stauden ist mittlerweile immens. Ebenso vielfältig sind auch die Möglichkeiten, wie man die mehrjährigen staudigen Pflanzen erfolgreich vermehren kann.
Bekannte vegetative Vermehrungsmethoden (d. h. durch ober- oder unterirdische Pflanzenteile) sind Teilung, Stecklinge, Risslinge, oder z. B. Wurzelschnittlinge.  Eine Vermehrung über Pflanzenteile ist vor allem dann wichtig, wenn ausgesäte Samen  sich optisch anders entwickeln als die Mutterpflanzen.

Arten und Sorten, die sortenrein fallen können generativ (d. h. über Samen) vermehrt werden. Aber auch Sorten, die aufspalten, die sich also durch Neukombination der Gene teils erheblich von der Mutterpflanze unterscheiden (wie z.B. Rittersporn Hybriden), können für den experimentierfreudigen Gärtner interessant sein, wenn er selbst neue Sorten züchten will.

Der Winter ist eine gute Zeit, Stauden auszusäen.Die Samen kauft man entweder in der Samenhandlung oder erntet die Samen direkt nach der Samenreife. Nach dem Reinigen, das z. B. mit einem Stapelsieb leicht gelingt, werden die Samen kühl (bei etwa 5oC) und trocken in einem beschrifteten Papierumschlag aufbewahrt. Man gibt ihn am besten noch in einen luftdichten Plastikbehälter. Ein Trocknungsmittel, wie Kieselgel, nimmt Feuchtigkeit auf.

Entscheidend für ein gutes Ergebnis ist keimfähiges Saatgut, nährstoffarme Aussaaterde, passende Aussaatgefäße, die richtige Aussaatzeit und in Sonderfällen eine spezielle Behandlung des Saatgutes. Die Arbeitsschritte untergliedern sich in Aussaat, Pikieren, Topfen, Auspflanzen.

Für die Aussaat eignen sich saubere Kunststofftöpfe (ca. 9-13cm Durchmesser), Aussaatschalen oder Multitopfplatten. Im letzteren Fall werden die Keimlinge beim späteren Pikieren (Vereinzeln) nicht gestört und können zügig weiter wachsen.

Wer es sich einfach machen will, kauft Aussaaterde. Eigene Aussaatmischungen können bestehen aus: 2 Teilen sterilisierter Erde, 2 Teilen Torf oder Torfersatz, bzw. Lauberde und einem Teil feinem Sand.

Die Aussaatbehälter füllt man bündig mit angefeuchteter Aussaaterde und verdichtet sie leicht, so dass die Erde nun etwa 1 cm unter der Kante liegt. Die Samen sät man anschließend dünn und gleichmäßig aus. Gute Dienste leistet ein gefaltetes Blatt Papier. Ganze feine Samen, wie man sie von Glockenblumen kennt, kann man auch mit Sand mischen. Eine hauchdünne Schicht gesiebter Erde bildet den Abschluss. Alternativ eignen sich dünn darüber gestreuter Sand oder auch eine dünne Schicht aus fein gekörntem Vermiculit. Sand und Vermiculit vermindern den Befall mit Keimlingskrankheiten. Töpfe kann man zum Angießen ins Wasser stellen, bis die Oberkante dunkel ist. Eine feine Haarbrause leistet die gleichen Dienste.

In der Regel sät man im Spätwinter aus. Aber auch schon im Spätherbst kann ausgesät werden. Man stellt die Aussaatgefäße an einem regengeschützten Platz im Freien z. B. in einem kalten Kasten auf. Aufgelegter Draht schützt vor scharrenden Katzen und Vögeln. Profis gehen bei der Aussaat sehr differenziert vor. Im Hausgarten muss man realistischer Weise vereinfachen. Durch Aussaaten vom Spätherbst bis in den Spätwinter erzielt man bei einer ganzen Reihe von Stauden gute Ergebnisse. Liegt Schnee, kann man die Aussaaten auch hiermit abdecken. Sog. Normalkeimer warten mit dem Keimen bis zum Frühjahr und die etwas problematischen Kaltkeimer bekommen in der Regel durch diese frühe Aussaat die zur Überwindung der Keimruhe notwendige Summe an tiefen Temperaturen.

Zu den problemlosen Normalkeimern gehören z.B. Salbei (Salvia sp.), Brennende Liebe (Lychnis chalcedonica), Feinstrahl (Erigeron sp.), Blaukissen (Aubrieta sp.), Steinkraut (Alyssum sp.).Zu den Kaltkeimern gehören z.B. viele Enzian- (Gentiana sp.) und Primelarten (Primula sp.), Mannsschild (Androsace sp.), Becherwurz (Cotyledon sp.), Küchenschelle (Pulsatilla sp.).

Werden  Kaltkeimer erst im Frühling ausgesät, kann dies aber Probleme bereiten, da die sog. Keimhemmung noch nicht aufgehoben ist. Hier bietet sich folgende Variante an: Man stellt die Aussaaten erst 2-4 Wochen warm bei +18 bis +22 Grad auf und setzt sie dann 4-6 Wochen einer Temperatur von -4 bis +4 Grad aus. Dies erreicht man z. B. in einem ausrangierten Kühlschrank.