obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Dezember 2016

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    ||02|| Fruchtige Zeiten











 

(Tn) Bei der Auswahl zu pflanzender Gehölze und Bäume sollte man  im Hausgarten neben Ziergehölzen auch Beeren tragende Sträucher nicht vergessen. Fruchtende Sträucher vereinen natürlichen Charme mit hoher ökologischer Funktionalität. Wer sein Gehölzsortiment mit Früchte tragenden Vertretern bestückt hat, deckt in der kalten Jahreszeit den Tisch für viele Vogelarten und liefert attraktive Nahrungs- und Energiequellen für viele unsere heimischen Standvögler und sog. Durchzügler wie z. B. den hübsch gefärbten Seidenschwanz. Man füttert ohne eigentliches Futterhaus sozusagen.

Aber nicht nur für die Vogelwelt, sondern auch für den Gartenfreund stellen fruchtende Sträucher eine optische Aufwertung und Bereicherung im winterlichen Garten dar. In keiner Zeit ist das Auge detailverliebter als in der kalten Jahreszeit und dankbar für jeden Farbkleks oder für jedes lebendige Strukturelement im Garten.

Gute Vogelnährgehölze für größere Gärten und Naturhecken sind z. B. Wasserschneeball (Viburnum opulus), Weißdorn (Crataegus sp.), Hagebutten tragende Rosenarten, wie Kartoffelrose (Rosa rugosa), Hundsrose  (Rosa canina), Hechtrose (Rosa glauca), Heckenkirschen (Lonicera xylosteum) oder die verschiedenen Arten des Hartriegels (Cornus sp.). Auch Ligusterbeeren (Ligustrum vulgare), zu Beginn des Winters meist verschmäht, werden von Amseln und Drosseln zum Ende der kalten Jahreszeit gerne angenommen, wenn andere Beeren knapp werden. Besonders die großen dekorativen Früchte des Apfeldorns (Crataegus lavallei `Carrierei`), der sich hervorragend auch als kleiner  und robuster Hausbaum eignet, werden gerne genascht. Ebereschen, Mehlbeeren (Sorbus sp.), Feuerdorn (Pyracantha sp.) und der Sauerdorn (Berberis sp.) gehören ebenfalls dazu.

Unter den Kleinsträuchern besitzen z. B. die blau bereiften Früchte der Mahonien (Mahonia sp.), die rot leuchtenden Früchte der kleinen Cotoneaster Arten (Cotoneaster sp.) und die Schneeberen (Symphoricarpos sp.) ebenfalls eine große Anziehungskraft.

Schon sehr früh reifen die Früchte des Roten und Schwarzen Holunders (Sambucus racemosa und Sambucus nigra). Sie stehen zusammen mit der Eberesche in der ökologischen Bedeutung für die Vogelwelt sehr weit oben, da sich von den Früchten sehr viele Vögel ernähren.

Nicht ganz abgeerntete Apfelbäume, die ihre Früchte haben fallen lassen zählen im Übrigen auch dazu. Das Fallobst wird sehr gerne von Amseln und Drosseln bei Frostperioden  angenommen. Der Rest wird bis zum späten Frühjahr wieder in den Kreislauf der Natur eingebunden und erfüllt auch auf diese Weise  eine wichtige Funktion.

Pflanzen kann man übrigens auch noch in der kalten Jahreszeit solange der Boden nicht ganz durchgefroren ist, bzw. in einer wärmeren Phase wieder auftaut. Frostfreies „Schmuddelwetter“  ist für Pflanzung sogar sehr gut geeignet. Solange die Bodentemperaturen nicht unter 4 Grad fallen, setzt sich das Wurzelwachstum fort.

Natürliche Gartenhecken bieten neben einer ganzen Reihe von Kerbtieren und Früchten auch hervorragende Nistmöglichkeiten für die heimische Vogelwelt. Dichte, mehrreihig gepflanzte Hecken werden z. B. sehr gerne von Zilpzalp, Fitis, Rotkehlchen und dem Zaunkönig zum Brüten aufgesucht.