obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte April 2016

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    ||01|| Wildalpenveilchen – Erlesene Frühlingsschönheiten








Unter den Wildalpenveilchen ist besonders der Art Cyclamen coum sehr ausbreitungsfreudig. Passt der Standort, bilden sind im Laufe der Jahre leuchtende Blütenteppiche.
 

(Tn) Wildalpenveilchen zählen zu den „Edelsteinen“ unter den Zwiebel- und Knollenpflanzen. Man findet sie  nicht in jedem Garten findet. Geschickt platziert und einen lockeren, etwas kalkhaltigen Boden vorausgesetzt, verleihen sie mit ihren kleinen, grazilen, rosaroten Blüten jedem Garten eine ganz besondere Note. Gefällt ihnen der Standort im lichten Schatten von Laubgehölzen oder im Steingarten, sähen sie sich auch selbst aus und bilden innerhalb weniger Jahre beeindruckende Blütenteppiche. Nach der Blüte rollen sich die Blütenstände spiralig ein und drücken die Fruchtkapseln in die Erde. Um sich ungestört entfalten zu können, sollte man sie vor allzu ausbreitungsfreudigen Nachbarn schützen. Besonders vermehrungsfreudig ist hierbei die Art Cyclamen coum.

Natürlicher Schutz vor Winterkälte und Nässe
Freilandalpenveilchen können die kalten Winter nur überdauern, wenn ihre Knollen unter einer geschützten Frostdecke liegen. Ideal sind natürliche Laubauflagen, die man nicht entfernen sollte. Alternativ kann man auch eine schützende Decke aus Fichtenreisig über die Pflanzen decken. Etwa 17 Arten sind im südlichen Mitteleuropa und dem Mittelmeergebiet beheimatet. Winterhart in unserem Klima sind allerdings nur einige. Hierzu gehört z. B. das Europäische Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens). Unter einer dünnen schützenden Decke überdauert zudem das Vorfrühlings Alpenveilchen (Cylamen coum) oder das Efeublättrige Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium).

Mit einem warmen, gut durchlüfteten und kalkhaltigen Boden kommen die Wildarten am besten klar. Kalte Füße und schwere Böden sind für Wildalpenveilchen ungeeignet. Im Herbst sorgt der Auftrag einer fingerstarken Schicht aus reifem Kompost für einen langsam fließenden Nährstoffnachschub in der Wachstumsphase. Alternativ ist liegen gelassenes Laub nicht nur ein sehr guter Frostschutz, sondern liefert auch Nährstoffe langsam nach, so dass Düngen fast überflüssig wird. Manche Arten, wie z. B. das Europäische Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) sprechen auf leichte Gaben von Knochenmehl gut an. Hier kann man selbst etwas experimentieren.

„Nachhilfe“  für störrische Exemplare
Karl Förster, der große Staudenzüchter und Gartenphilosoph hat für „unwillige“ Exemplare folgenden Ratschlag: „Von den winterharten Alpenveilchen wollen mitunter die Erdscheiben nicht austreiben. Das liegt zumeist daran, dass einige wichtige Pflanzvorschriften nicht beachtet wurden werden. Setze Cyclamen Knollen an absonnige aber warme, gleichmäßig frischfeuchte Stellen. Mürber Lehmzusatz wird dankbar angenommen, leichte Kiesgaben in die Erde rund um die Knolle reizen meist zu schneller Neubewurzelung, und wenn diese erfolgt ist, kommt bestimmt auch der Austrieb und das Blühen. Einmal in Gang gesetzt, versagen Cyclamen nie mehr“.

Blütengrüße schon im Vorfrühling
Den Auftakt im Gartenjahr macht das Frühlingsalpenveilchen (Cyclamen coum spp. coum). Bei der Pflanzung deckt man es etwa 3-5 cm mit Erde ab. Je nach Witterung schickt es bereits ab Februar/März einen ersten Blütengruß aus dem Laubmulm von Gehölzen. Hier stehen sie in der Nachbarschaft von Christrosen, Schneeglöckchen, Blausternen und frühen Narzissen, die zugleich als Blütenpartner wirken. Verglichen mit  seinen großen Verwandten auf dem Zimmerfenster ist es ein kleiner Zwerg. Gerade mal 5 cm wird das Frühlingsalpenveilchen hoch. Die Blütenfarbe schwankt zwischen karminrot, rosa und weiß. Wer es ganz weiß haben möchte, kann auf die Sorte `Album` zurückgreifen. Das orfrühlingsalpenveilchen liebt, um es auf den Punkt zu bringen, kühlfeuchte Winter und trockenwarme Sommer. In der warmen Jahreszeit sterben auch bei ihm die Blätter ab und die Knolle ruht.

Wem eine dezente Veilchen-Duftnote gefällt, kann es mit dem in der Türkei beheimateten Cyclamen pseudoibericum versuchen. Es blüht von April bis Mai und ist etwas für wintermilde Lagen. Ansonsten braucht es einen stärkeren Schutz als die vorgenannten Arten und ist nur bedingt winterhart.