obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte April 2016

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    ||06|| Zeit für den Rosenschnitt




Bei Hochstammrosen baut der  Schnitt das Volumen der Krone wieder auf ein statisch vertretbares Maß zurück. Schwache und überzählige Triebe können entfernt werden. Die belassenen Haupttriebe bilden eine Art lockeren Strauß, der genug Licht und Luft in die Krone einlässt und die Pflanzen gesund hält. Links vor – rechts nach dem Schnitt.


 

(Tn) Spätestens jetzt, wenn die Forsythien in voller Blüte stehen, wird es Zeit für den Rosenschnitt. Ein Teilschnitt im Herbst, wie er früher noch verbreitet war, wird aktuell nicht mehr empfohlen. Das Rezept schlechthin für einen Einheitsschnitt gibt es bei der „Königin  der Blumen“ , wie das edle Blütengehölz oft genannt wird,  allerdings nicht. Man sollte hier nach den Wuchstypen differenzieren und seinen Schnitt anpassen. Daneben gilt es auch die Pflanzengesundheit und die Triebentwicklung im letzten Jahr im Auge zu behalten.

Für einen „scharfen“ Schnitt dankbar sind die klassischen Beet- und Edelrosen. Nach einem Schnitt auf drei bis vier Augen treiben die edlen Rosen wieder stark durch und bilden an den jungen, kräftigen Trieben wieder vitale Blüten. Schwaches Holz und kranke Triebe werden ganz entfernt. Sinnvoll ist es, auf ein nach außen weisendes Auge zu schneiden, damit sich die Rose wieder luftig aufbaut. Gut ist es, wenn der Schnitt etwa einen halben Zentimeter über einem Auge  leicht schräg angesetzt wird. Es gilt auch bei Rosen die Grundregel: „Starker Schnitt, starker Austrieb“.

Im Gegensatz zu den Beetrosen bilden die Kletterrosen ihre Blüten an Seitentrieben, die am mehrjährigen Holz entstehen. Dementsprechend werden vitale Gerüsttriebe geschont. Kranke oder frostgeschädigte Gerüsttriebe können entfernt werden. Das gleiche gilt für ältere Triebe, die in die Jahre gekommen sind. Längere Seitentriebe können, so notwendig, eingekürzt werden. Besser ist es jedoch diese zu schonen und schräg bis waagerecht in das Gerüst einzubauen. Flachgestellte Triebe blühen bei vielen Sorten besonders reich.

Strauchrosen werden im Gegensatz zu klassischen Beetrosen um einiges höher. Hier wird man in der Regel die Schere etwas dezenter einsetzen und den typischen Habitus der Rose erhalten, so der Frost keine Schäden an den Trieben hinterlassen hat. Triebe mit Frostschäden und schwaches Holz werden auch hier entfernt. Im Zuge der Triebrotation kann hin und wieder auch mal ein alter Trieb zu Gunsten einen neuen ganz entfernt werden. Die Hauptriebe kann man je nach Sorte und Standort etwas zurücknehmen, bzw. auf Seitentriebe ableiten und hierdurch die Höhe etwas reduzieren. Wild- und Parkrosen kommen im Grunde mit noch weniger Schnitt aus. Hier gilt es den natürlichen grazilen Wuchs zu erhalten. Dies erreicht man auf einfache Weise durch dezente Herausnahme älterer Triebe an der Basis. Zu hohe oder zu lange Triebe können auf passende Seitentriebe abgesetzt werden.

Bei Hochstammrosen geht es neben dem Erhalt einer luftigen Krone mit einigen kräftigen Gerüsttrieben vor allem auch um die Stabilität. Aus diesem Grund wird man die Befestigung am Pfahl regelmäßig kontrollieren. Der Schnitt baut das Volumen der Krone wieder auf ein statisch vertretbares Maß zurück. Schwache und überzählige Triebe können entfernt werden. Die belassenen Haupttriebe bilden eine Art lockeren Strauß, der genug Licht und Luft in die Krone einlässt und die Pflanzen gesund hält.

Ein Abschnitt abgeblühter Blüten ist bei den meisten öfter blühenden Rosen bis auf Wild- und Parkrosen (hier wirken ja auch die Hagebutten im Winter) sinnvoll, da hierdurch ein zweiter Blütenflor unterstützt wird. Will man die Blütenpause bis zum nächsten Blütenreigen verkürzen, kann man versuchen bei etwa einem Viertel der knospentragenden Triebe diese drei bis vier Blätter unter der Knospe zurückzuschneiden. Dies mag war etwas martialisch anmuten, hat aber den Vorteil, dass diese Blüte aufblühen wenn der erste Flor vergangen ist, ohne dass eine mehrwöchige Pause entsteht.