obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte September 2015

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    ||02|| Saftig und aromatisch – die Bühler Frühzwetschge




 

(TN) Nicht alle neuen Sortenzwetschen verdienen das Prädikat sehr gut. Ebenso verhält es sich mit den alten Sorten. Im Obstmuttergarten in Einberg testet der Kreisverband Coburg für Gartenbau und Landespflege seit vielen Jahren alte und neue Sorten im extensiven Anbau. Unter den zahlreichen Zwetschgensorten hat sich z. B. die Bühler Frühzwetschge im Sortiment alter Züchtungen gut bewährt. Für einen saftigen Zwetschgenkuchen, als exotisches Chutney  und als Frischobst vom Baum eignet sich die Sorte sehr gut.

Die Bühler Frühzwetschge ist ein Zusfallssämling, den man in Kappelwindeck in der Nähe von Bühl in Baden fand. Ab ca. 1890 wurde sie vom Obstbauern E.W. Uhlink in Lichtental in Kultur genommen und zunächst im Umland verbreitet. Schon bald war sie in den Zwetschgenlagen der Ortenau und in der Pfalz die Hauptsorte. Auch heute noch ist sie in ganz Deutschland verbreitet.

Standort
Ideal für den Anbau ist ein warmer Standort mit ausreichender Feuchtigkeit. Steht der Baum zu trocken, bleiben die Früchte klein und lassen im Geschmack zu wünschen übrig. Obwohl die Sorte gut Holz- und Blütenfröste trotzt, ist sie für raue Höhenlagen nicht unbedingt geeignet, da sie hier manchmal zu spät reift und nicht zu geschmacklicher Höchstform auflaufen kann.

Wuchs
Typisch für die Bühler Frühzwetschge ist ihr steiler Wuchs mit einer meist hochpyramidalen Krone. Die steil aufragenden Leittriebe sind dicht mit Fruchtholz besetzt. Die Wuchskraft wird in der Hauptertragsphase durch den meist hohen und regelmäßigen Ertrag gebremst. Die dunkelgrünen Blätter mit feiner Zähnung  sitzen auf einem festen mittellangen Stiel.

Blüte/Befruchtung:
Die Blütezeit ist mittelspät und relativ kurz. Die Bühler Frühzwetschge ist selbstfruchtbar und eignet sich gut als Pollenspender. Der Ertrag setzt mittelfrüh ein und ist hoch bis sehr hoch. Bei kleinen Baumformen, die leicht gepflegt werden können, ist ein Ausdünnen zweckmäßig. Ein fachgerechter Schnitt kann der manchmal einsetzenden Alternanz nach übermäßigen Erträgen zudem vorbeugen. Ansonsten gilt  Bühler als regelmäßiger Träger.

Reife/Frucht:
Die Bühler Frühzwetschge reift je nach Witterung und Standort von Mitte August bis Mitte September. Ein mehrmaliges Durchpflücken macht Sinn, da die Früchte nicht einheitlich ausreifen.
Die nur mittelgroßen Früchte sind eirund bis rundlich. Die blaue Fruchthaut ist fest und beduftet. Die Früchte sitzen auf einem kurzen grünen Stil. Das süß, saftige Fruchtfleisch  mit angenehmer Fruchtsäure ist gelb bis gelblichgrün.
Die Früchte platzen bei Regen nur selten auf.

Verwertung:
Der kleine Kern löst gut vom Stein. Dies macht die Bühler auch als aromatische Backzwetschge interessant. Vollreife Zwetschgen sind auch zum Brennen geeignet. Ansonsten ist die Bühler eine interessante Zwetschge für den Frischverzehr mit einem langen Erntefenster.
Bekannt sind  auch früh reifende Typen wie `Frühbühler` oder `Tpy Weisenheim`.

Veranstaltungshinweis:
Am Freitag, 9. Oktober finden um 14 Uhr wieder die "herbstlichen Naschereien“ am Obstlehrgarten statt – eine gute Gelegenheit, sich zu Beginn der klassischen Pflanzzeit über geeignete  Sorten für den Coburger Raum zu informieren. Der Obstlehrgarten ist noch bis zum 30. Oktober geöffnet.