obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte September 2015

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    ||03|| „Turbogemüse“  für den herbstlichen Gemüsegarten















 

(TN) Wenn sich die Beete im Gemüsegarten  so langsam leeren, kommt die Zeit des Turbogemüses. Hierzu gehört z.B. der Feldsalat. Frisch aus dem Garten ist er eine Vitamin C, A und kaliumreiche Köstlichkeit.

Idealerweise wird Feldsalat im Freiland bis Ende September angesät. In geschützten Lagen ist dies aber auch noch Anfang Oktober möglich. Unter Vlies oder im Gewächshaus kann er sogar bis Ende Oktober ausgesät werden.

Die Aussaattiefe beträgt ca. 2 cm. Zur Erleichterung der Pflege bietet sich eine Reihensaat an. Der Reihenabstand beträgt ca. 15 cm. Auch wenn er kein Gemüseriese wird, sollten die Pflanzenabstände innerhalb der Reihe nicht zu dicht gewählt werden. Schossen und gelb werden kann die Folge  sein. Wird mit einem Vlies abgedeckt, kann man bis weit in  den Winter hinein ernten. Ab März beginnen die Pflanzen zu schossen und sind dann unbrauchbar.

Eine gegenüber dem falschen Mehltau robuste Sorte ist z. B. Vit.  Sie eignet sich für die Herbsternte und zum Überwintern und das sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus.
Feldsalat ist zum Ärger der Gemüsefreunde bei der Aussaat manchmal recht launisch. Oft keimt der Samen nicht so, wie gehofft.  Alternativ zur Aussaat kann vorgezogener Feldsalat in kleinen Presstöpfen gesetzt werden. Noch bietet der gut sortierte Fachhandel solche Pflanzen an. Schon nach wenigen Wochen kann eine sichere Ernte eingefahren werden.

Eine weitere robuste Gemüseart für eine schnelle Ernte im Herbst, im Winter und im zeitigen Frühjahr ist das Winterpostelein oder Winterportulak.

Seine Heimat sind die nordamerikanischen Küstenregionen. Das robuste Gemüse ist auch  als Tellerkraut bekannt. Es wird im Grunde so angebaut wie Feldsalat. Geerntet wird, wenn es etwa fingerhoch ist. Im Laufe der kalten Jahreszeit kann man es mehrmals abschneiden und ernten. Feldsalat und Winterportulak kann man zur Erleichterung der Kultur ohne Unkrautjäten übrigens auch in ein Mulchvlies setzen. Das Winterpostelein ist sehr frosthart. Sät man es aus, sollte man bedenken, dass es  erst unter 12 Grad keimt. Auch hier sollte die Ernte bis zum Frühjahr beendet sein, da die Pflanzen dann Blüten ansetzen. Wenn sie dürfen, säen sie sich von selbst weiter aus.

Schnell beerntet werden kann auch der sog. Scheerkohl, auch als Schnittreps oder Schnittkohl bekannt. Hier sind die jungen 5-8 cm langen Blätter schon nach 5 Wochen erntereif. Die Blätter schmecken jung beertet leicht nussig. Die Stiele junger Blätter können mit verwendet werden. Während der Scheerkohl im 19. Jahrhundert in vielen Hausgärten noch zu finden war, ist er mittlerweile fast wieder in Vergessenheit geraten. Gut sortierte Gemüsefachhändler bieten ihn dennoch wieder an. Im Gewächshaus kann man ihn auch jetzt noch erfolgreich aussäen.