obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte September 2015

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    ||01|| Himbeeren auch im Herbst













 

(TN) Wer neben Sommerhimbeeren auch Herbsthimbeeren im eigenen Garten anbaut, kann bis zu den einsetzenden Frösten noch leckere Himbeeren ernten.  Wer dies nachholen möchte, kann schon jetzt an eine Neupflanzung im Herbst tragender Sorten denken.

Jungpflanzenmaterial
Neben der Wahl eines geeigneten Standortes mit einem humosen und durchlässigen Boden ist auch die Auswahl eines qualitativ guten Pflanzenmaterials wichtig. Himbeeren lassen sich zwar durch Ausläufer und Wurzelschnittlinge leicht selbst vermehren, doch sind virus- und krankheitsfreies Pflanzgut aus Mikrovermehrung  die bessere  Wahl. Mikrovermehrtes Pflanzgut ist zwar relativ teuer, die Investition zahlt sich aber aus.

Einteilung:
Je nach Fruchtbildung unterteilt man Himbeeren  in zwei Gruppen: Sommerhimbeeren und Herbsthimbeeren

Bei den Herbstsorten erfolgt die Blütenbildung bereits im ersten Jahr, je nach Sorte ab Mitte Juli bis August. Die Ernte erfolgt oft bis zum Ende der Vegetationsperiode. Aus Gründen des Pflanzenschutzes werden die Ruten nach der Ernte  bis auf den Boden komplett  zurückgeschnitten. Belässt man die abgetragenen Ruten dennoch, entwickeln sich im Jahr darauf aus den mittleren und unteren Seitentrieben erneut Blüten, d.h. die Pflanze trägt zweimal. Da die Winterruten von Herbstsorten relativ frostempfindlich sind, und die Früchte der Sommerernte häufig von den Maden des  Himbeerkäfers befallen werden, verzichtet man in  der Regel auf eine zweijährige Kultur.

Herbsthimbeeren nehmen im Sortiment stark zu, da die Kultur der Sommerhimbeeren zunehmend Probleme bereitet. Herbsthimbeeren  gelten als robuster  gegen die typischen Himbeerkrankheiten. Dennoch versagen auch sie auf schweren, schlechten Himbeerböden oft nach einigen Jahren. Die Früchte der Herbsthimbeeren sind in der Regel madenfrei. Gegen die seit einem Jahr auch im Raum Coburg auftretende Kirschessigfliege hilft das Auflegen eines engmaschigen Netzes (0,8x 0,8m). Dies sollte allerdings schon bei beginnender Fruchtbildung eingesetzt werden.

Werden im Hausgarten sowohl Herbst- als auch Sommerhimbeeren angebaut, sollten diese wegen der unterschiedlichen Kulturführung nicht zusammen, sondern getrennt auf verschiedenen Beeten kultiviert werden.

Standort:
Himbeeren sind ursprünglich an lichten Waldlichtungen und Gehölzrändern mit humosen, durchlässigen Böden beheimatet. Sie leiden daher unter Hitze mehr als unter Kälte. Wichtig ist eine gute Wasserversorgung vom Austrieb bis nach der Ernte. Nur so lassen sich gute langjährige Wuchs- und Ertragsleistungen erzielen. Die schmackhaften Beeren, die über einen Zeitraum von ca. 4 Wochen reifen, und mehrmals durchgepflückt werden sollten, ertragen aber bekanntermaßen keine Staunässe. Schwere, verdichtete, kalte und vernässende Böden sind für eine langfristig erfolgreiche Himbeerkultur daher ungeeignet. Auch  wenn eine leichte Abdeckung mit organischem Mulchmaterial kulturtechnisch sinnvoll ist, kann auf schweren Böden eine zu dicke organische Mulchschicht   dazu führen, dass der Boden zu lange feucht bleibt, zur Vernässung neigt und die Ausbreitung von Bodenpilzen gefördert wird.

Erziehungssysteme:
Bei den herbsttragenden Himbeeren ist die einfache Beetkultur ausreichend. Nach der Ernte im Herbst werden hier alle Ruten bis zum Boden zurückgeschnitten. Die Pflanzen bauen sich im Laufe des folgenden Jahres wieder auf und fruchten im Spätsommer-Herbst. Bei der Beetkultur reicht als Einfassung eine seitliche Begrenzung in  etwa 80 bis 100 cm. Alternativ kann man auch ein weitmaschiges Gitter über die Pflanzen legen, das mit zunehmender Wuchshöhe nach oben mit hoch gezogen wird.

Will man ein „Auswandern“ der unterirdischen Ausläufer auf Nachbarbeete vermeiden, sollte man an eine Wurzelsperre als Beeteinfassung denken.

Gute Sorten sind z. B. Polka, Autumn First, Autumn Best, Aromaqueen oder Himbotop.