obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Oktober 2015

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    ||04|| Verführerische Kornelkirschen











 

(TN)Knallrot wie Lippenstift leuchten jetzt die verlockenden Früchte der Kornelkirsche. Vor allem die großfruchtigen Auslesen wie Jolico, Kasanlaker (beide auch im Obstlehrgarten zu finden) Schönbrunner Gourmet Dirndl oder Schumener bringen es auf stattliche Fruchtgrößen von über 3 cm  bei einem Fruchtgewicht von bis zu 6g.

So schön die Früchte anzusehen sind, so überlegt muss man an die Verwertung der Früchte gehen, denn hinter dem verlockenden Fruchtfleisch sitzt ein großer länglich ovaler  Kern. Bei Vollreife sind die Früchte durchaus zum sporadischen Naschen vom Strauch geeignet. Vor allem die dunkelrot gefärbten Beeren schmecken recht süß, sind aber von einer astringierenden Note unterlagert. Sie reifen nicht alle gleichzeitig, sondern folgernd und müssen eigentlich mehrmals durchgepflückt werden. Wer es sich einfach machen will, legt ein Tuch oder eine Gemüseschutznetz unter den Strauch und schüttelt leicht. Die vollreifen Früchte fallen dann mühelos vom Strauch und können aufgesammelt werden.

Interessant ist auch die Verwertung der Früchte zu Marmelade. Dies kann man entweder puristisch nur aus Kornelkirschen oder unter Zugabe eher süßer Früchte wie Zwetschgen, Birnen oder Apfel herstellen. Auch eine Mischung mit einem kleinen Teil Kürbisse ist denkbar. Die Gewinnung des Fruchtfleisches ist etwas mühsam. Wer Muse hat, kann hierfür einen Olivenentkerner zum Entsteinen verwenden. Dies macht natürlich nur mit den großfruchtigen Sorten Sinn. Alternativ kann man die Früchte leicht erhitzen und dann das Fruchtfleisch durch einen Sieb streichen. Auch ein Eingefrieren und eine Weiterverarbeitung erst im Winter sind möglich. Beim Entfernen der Steine ist auch die „Flotte Lotte“ hilfreich.
Saft zur Herstellung von Gelee oder Likör  kann man leicht mit dem Dampfentsafter gewinnen. Wer ihn trinken möchte, kann beim Entsaften je nach Geschmacksvorlieben  jetzt reifende Aronien und  süße Birnen hinzufügen.

In der Kultur ist die Kornelkirsche eher anspruchslos. Optimal sind sonnige Standorte mit durchlässigen Böden. Schwere kalte Böden eignen sich nicht. Kornelkirschen blühen sehr früh im Jahr. Ihre dezenten gelben Blüten sind eine willkommene frühe Bienenweide, die gerne angeflogen wird. Aus ökologischer Sicht ist sie daher viel wertvoller, als die Forsythie, wenn auch deutlich unspektakulärer. Ein großer optischer Pluspunkt ist allerdings der reiche Fruchtansatz, der im frühen Herbst für einige Wochen ein  leuchtendes Feuerwerk in den Garten bringt. Hier punktet die Kornelkirsche.
Die  Wildformen der Kornelkirsche sind selbstfruchtbar. Es macht aber Sinn, zu Kultursorten zumindest eine Wildform dazu zu setzen. Dies steigert nach Erfahrungen aus dem Lehrgarten den Ertrag.

Das Holz der Kornelkirsche ist sehr hart, weshalb es für früher z. B. für Drechslerarbeiten sehr geschätzt wird. Alte Sträucher lassen sich durch Herausnahme älterer Äste oder Astpartien leicht verjüngen. Interessant sind auch als Hochstämmchen angebotene Kornelkirschen. Sie können als kleine Hausbäume für Vorgärten verwendet werden.