obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte Oktober 2015

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    ||05|| Urgesunde Aronien









 

(TN) Beerenobst aus dem eigenen Garten ist für jeden gesundheitsbewussten Gartenfreund eine dankbare Vitaminquelle, die bei geeigneter Sorten- und Artenwahl vom zeitigen Frühjahr bis zum späten Herbst kostenlos sprudeln kann. Den Auftakt machen Maibeeren. Kleinfruchtige Kiwis und Aronien schließen den Erntezyklus mit ihren reifen Früchten nun ab.

In Russland ist der Anbau der sehr frostharten Apfelbeere oder Aronia (Aronia melanocarpa)  weit verbreitet.  Die Züchtungsarbeit geht auf J. W. Mitschurin  zurück, aus der die heute weit verbreitete Sorte `Nero` entstanden sein soll.

Der Strauch ist völlig anspruchslos und kann auch in Höhenlagen und auf weniger optimalen Standorten angebaut werden. Die cremeweißen Doldenblüten erscheinen Ende Mai und riechen etwas unangenehm. Die Pflanze ist selbstfruchtbar. Zur besseren Befruchtung sind mehrere Sorten empfehlenswert.

Der Strauch wächst im Laufe der Zeit in die Breite. Liegen die Triebe auf dem Boden auf, bilden sie schnell Wurzeln. Diese bewurzelten Triebe können abgetrennt, etwas zurückgeschnitten und als Jungpflanze gepflanzt werden. Als Pflege genügen ein gelegentliches bodennahes Herausschneiden alter Triebe und ein Entfernen von bewurzelten Bodentrieben, wenn diese zu stark in die Breite wachsen. Wer des Veredelns mächtig ist, kann die Apfelbeere auch als Stämmchen kultivieren, indem er Reiser auf ein Ebereschenstämmchen veredeln. In den Baumschulen sind diese Formen leider noch schwer erhältlich. Als Hochstämmchen gezogene Exemplare stehen im Obstlehrgarten des Kreisverbandes. Im Handel sind eine Reihe  guter Sorten, wie `Nero`, `Viking` oder `Rubina`  erhältlich.

Verwertung

Die Früchte sind etwa erbsengroß, in der Reife schwarzblau und leicht wachsartig bereift. Der Saft färbt stark dunkelrot und wird in der Lebensmittelindustrie und für Obstkonserven eingesetzt. Im Hausgarten können die Früchte  z. B.  zur  Gelee-, Marmeladenherstellung (auch in Mischung mit anderen Früchten  - wie z. B. Holunder und Kornelkirschen) zur Saftherstellung, oder delikate Beigabe zu  leckeren Zwetschgen Chutneys verwendet werden. Auch kandierte oder in Alkohol, bzw. Weinessig eingelegte Früchte schmecken gut. Eine Verwendung als Dörrobst ist ebenfalls möglich. Die Indianer Nordamerikas verkneteten die getrockneten Früchte mit Dörrfleisch und Fett zu Pemmikan, einer haltbaren Kraftnahrung für den Winter. Auch zum Tiefgefrieren sind die Früchte gut geeignet. Beim Entstielen, Waschen und Verarbeiten kann es sinnvoll sein, Haushaltshandschuhe zu tragen. Die Früchte verfärben die Hände schnell violettblau (was sich mit einer Handbürste aber wieder entfernen lässt).

Leider sind auch  die Vögel mittlerweile auf den Geschmack gekommen und naschen gerne von den Früchten. Hier hilft nur ein konsequentes Abdecken mit Netzen.

Gesundheitlicher Wert
Im Osten Europas wird die Aronia schon lange in der Volksmedizin hoch geschätzt. Neue Untersuchungen ergaben, dass die Beeren einen extrem hohen Gehalt an Anthocyanen und Flavonoiden besitzen. Die Frucht hat zudem einen hohen Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen.