obst-und gartenbauverein 
Kreisverband Coburg
für Gartenbau und Landespflege e. V.
  

Presseberichte November 2015

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    ||02|| Duft liegt in der Luft – „Duftnoten“ für das kommende Jahr schon jetzt setzen














 

(TN) Der Garten hat weit mehr zu bieten, als die verschwenderische Farbenpracht des Sommers, so reizvoll sie unbestritten auch ist. Eine erfreuliche Vielzahl von Gehölzen sorgt für Duft in der Luft und komponiert wohltuende Duftakkorde zur Abrundung des Gartengenusses. Die Pflanzzeit des Herbstes kann man wunderbar dazu nutzen, um seine persönlichen Duftnoten für den eigenen Garten mit Muse zu komponieren.

Um den Wohlgeruch dieser Duftgehölze genießen zu können gilt es, die Pflanzen gezielt und bewusst an exponierte Stellen zu pflanzen. Für einen versteckten  schwer zugänglichen Platz in einer Gehölzzeile oder in einer dichten Hecke sind sie viel zu schade.

Auch in der kalten Jahreszeit und schon im zeitigen Frühling kann Duft in der Luft liegen, wenn man die richtigen Pflanzen dafür pflanzt.

Duftnoten künden vom Wiedererwachen der Natur
Zu den Unermüdlichen unter den Winterblühern zählt der duftende Schneeball (Viburnum farreri =Viburnum fragrans). Der duftende Winterschneeball ist ein ansprechender, bis  zu 3 m groß werdender  Blütenstrauch, der zur Blütezeit dicht mit zartrosa Blüten garniert  ist. Die Blüten ertragen zwar geringe Minusgrade, erfrieren aber in geöffnetem Zustand bei Kälteeinbrüchen. Milde Perioden bringen aber bald wieder neue Blüten zur Entfaltung.  Sie sitzen in Büscheln, duften süß und erscheinen je nach Wetterlage in Schüben von Oktober bis April.

Charakteristisch für die edle Zaubernuss sind die die spinnen- oder riemenähnlichen Kronblätter. Sie sind wahre Blickfänge und verzaubern jeden Garten. Hamamelis mollis, auch Lichtmess- bzw. Chinesische Zaubernuss genannt, ist die wohl beliebteste Art. Besonders stark duftet die Sorte `Goldcrest`. Bis zu 3cm groß sind die schwefelgelben Einzelblüten bei der Zuchtform `Pallida`, die ebenfalls einen herrlich süßen Duft verströmt. Schon ein paar Zweigen reichen aus, um eine ganzes Zimmer mit Duft zu erfüllen.

Die Winterblüte (Chimonanthus praecox) hat wie viele der bei uns kultivierten Winterblüher ihre Heimat in China. Sie ist ein mittelgroßer, leicht zu kultivierender Strauch  und schätzt einen geschützten Standort, der zum Ausreifen des Holzes und zum Schutz der Winterblüte sehr wichtig ist. Die zart süß duftende Blüte ist blassgelb, und in der Mitte purpurn. Da junge Pflanzen recht blühfaul sind, werden einige Sorten auch veredelt angeboten.

Nicht nur  die cremeweißen Blüten, die je nach Witterung von Dezember bis in den April  hinein erscheinen, sondern vor allem auch der  angenehm süß-milde Duft macht die Duftheckenkirsche (Lonicera x purpusii) zu einem interessanten Winterblüher, der noch viel zu wenig bekannt ist. Der Strauch ist mit einer Endhöhe von etwa 2m recht wüchsig. In der Kultur ist die Duftheckenkirsche problemlos.

Die aus Korea stammende Schneeforsythie (Abeliophyllum distichum) ist mit der Forsythie verwandt. Sie blüht zwar nicht so spektakulär, lässt aber ihre Verwandte in Sachen Duft weit hinter sich. Ein zartes exquisites Blütenaroma, das manche als Mandelduft  bezeichnen, entströmen den zartrosa Blüten und lassen  über so manche Spätwintertristesse hinwegsehen. An eine schützende Wand angelehnt, sind die empfindlichen Blüten gut aufgehoben.

Etwa zur gleichen Zeit blüht auch die  Winter-Scheinhasel (Corylopsis pauciflora). Sie wächst langsam und entwickelt sich im Alter  zu einem dicht wachsenden Strauch von etwa 2  m Höhe. Die Blüten erinnern etwas an die  Form einer Schlüsselblume. Auch der Duft wird vielfach als primelartig empfunden.

Bei den Mahonien kommt es auf die Art an. Während der Duft  der Gewöhnlichen Mahonie (Mahonia aquifolium) eher als unangenehm empfunden wird, gefallen die primelgelben Blüten der Leder-Mahonie (Mahonia bealei) durch ihren angenehmen süßen Geruch.

Breit gefächert ist die Aromapalette der Seidelbastarten. Schon zeitig im Jahr verbreitet der Rote Seidelbast (Daphne mezereum `Rubra Select`) seine intensiven Duftwolken. Wer eine gute Nase hat, kann ihn schon auf weite Entfernung reichen. Wie so oft entscheidet die Intensität über ein positives Empfinden. Für einige ist der Duft dieser Sorte schon so intensiv, dass er Kopfschmerzen verursachen kann. Als sehr angenehm wird meist der Duft vom Rosmarin Seidelbast  (Daphne cneorum) empfunden. Der Wohlgeruch entfaltet sich von April bis Mai vor allem in den Abendstunden.